Archiv für März 2010

Film Noir

Ein Genre was jeder kennt und wenigen was sagt.

Einer seiner bekanntesten Protagonisten ist sicherlich die
Detektivfigur Philip Marlowe und damit auch Humphrey Bogart.

Aber was macht nun den oder eher einen Film Noir aus?
Ist es sein zeitlicher Entstehungskontext? Darf er nur in Schwarz Weiss gefilmt sein? Muss es eine Kriminalgeschichte sein?

Diese Fragen stehen im Hintergrund der bevorstehenden Filmzeitreise in die 40er und 50er Jahre des vergangenen Jahrtausends. (und damit der neuen Unterkategorie „Film Noir“)

Eine kleine, oberflächliche Recherche bezüglich dieses Themas ergab, dass die oben gestellten Fragen in den seltensten Fällen eindeutig beantwortet werden können. Es stellt sich letztendlich sogar die Frage, ob es sich beim Film Noir überhaupt um ein eigenes Film Genre handelt oder ob es nicht nur eine Stilrichtung darstellt.

Man spricht allerdings von einer klassischen Ära, die mit dem „Maltesischen Falken“ (1941) beginnt und mit der Romanverfilmung „Touch of Evil“(1958) von Orson Welles eine Ende zugesprochen bekommt. Diese klassische Phase scheint mir die beständigste Phase zu sein, da dem „Neo Noir“ aufgrund des Maßstabs, dass ein Stilmittel schon ausreiche, zu verschiedene Filme zugeordnet werden können. Ob meine Einschätzung sich bestätigt, dass Curtis Hanson mit „L.A. Confidential“ wirklich ein legitimer neuer Film Noir gelungen ist, wird sich nach Sichtung der klassischen Ära herausstellen.

Es existiert auch die Ansicht, dass anhand des Zeitkontextes, sowie dem damit verbundenen Rahmen von Historie, der Film Noir abgeschlossen sei und dieses Genre nicht wiederbelebt werden könne. Das Genre ist aber nicht nur durch seine Unbestimmtheit interessant zu betrachten, sondern bietet neben der zu erwartenden Stilart auch Regielegenden wie Billy Wilder, Alfred Hitchcock, den erwähnten Orson Welles, John Huston oder Stanley Kubrick.

Franky`s Video Power

Peter Thorwarth kreierte Ende des vergangenen Jahrtausends eine Komödie die den Maßstab an deutsche Filme langfristig prägen sollte und als ein Klassiker über die Grenzen von Billmerich bis Unna hinaus verstanden werden muss.

Lässt man Fatih Akin Filme außen vor, gelang es keiner mir bekannten deutschen Produktion, in puncto Plot, Charakterzeichnug, Charme (nicht immer positiver) und Witz ein solch abgerundetes Gesamtergebnis zu erzielen.

Zwar äußert Peter Thorwarth im Audiokommentar, er sei größtenteils von Quentin Tarantino beeinflusst, doch drängt sich bei öfterer Betrachtung der Vergleich zum Dude unwiderstehlich auf.

So fallen ähnliche Schicksale bezüglich eines 4 türigen 1973 Ford Torino mit braunen Rostsprenklern und einem Ford Taunus (Baujahr 1973; Zufall?) auf. Auch die beiden Hauptcharaktere weisen die ein oder andere Parallele auf, sie gelten beide nicht als die fleißigsten (Wat weiß ich denn, wie faul der ist) und versuchen das Ganze einfach mal entspannter zu sehen.

Ich möchte hier allerdings keine Plagiats – Vorwürfe erheben, schließlich bildet Bang Boom Bang anhand der Ruhrpottmetropole Unna ein paar ganz spezielle Arten von Menschen ab, deren Darstellung gerade in puncto Atzigkeit (Diether Krebs, es war sein letzter und bester Film) wohl lange nicht bei zu kommen ist. Davon gehe ich aus.

bbb

Schade, dass es Peter Thorwarth nicht gelungen ist das Niveau seiner Produktionen kontinuierlich aufrecht zu erhalten, tat er sich doch mit der Reinkarnation Karl-Heinz Grabowskis keinen Gefallen und zeigte im Fall von „Goldene Zeiten“ sogar selbst, dass Bang Boom Bang nicht einfach kopiert werden kann und manch einer besser zu Hause geblieben wäre.



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Aber letztenendes is Ratte doch auchn Kollege und wir alle sind mal mehr, mal weniger was am planen dran. Und falls es mal nichts zu tun gibt, wartet die nächste Videothek gleich die Strasse runter.

The Pacific vs Band of Brothers

Die erste Episode ist ausgestrahlt, die Zweite in den Startlöchern.

Der erste Eindruck hingegen ist eher ambivalent. Während es Band of Brothers bereits mit der ersten Folge gelang den Zahn des Pathos zu ziehen, indem durch die Einführung des Charakters von Captain Sobel (David Schwimmer), der Antipathie in Sachen Militär ein Gesicht gegeben wurde, betont die erste Folge von The Pacific die pathetische Ebene gerade in der ersten Hälfte der Episode. So wird der Einheit und nicht zuletzt auch dem Zuschauer deutlich gemacht, dass sie (die Marines) die Höllenhunde sind, die den Krieg entscheiden werden. Sicherlich stellt auch Band of Brothers den Elitecharakter der Fallschirmjäger, im Sinne der Besten der Besten heraus, doch scheint dieser eher im Kontext der einzelnen Charaktere und ihren Entscheidungen zum Soldatentum betont zu werden.

Band of Brothers legt in der ersten Folge einen zentralen Grundstein für die Serie, das ist der Unterschied zwischen einem schlechten und einem guten Soldaten, zwischen Sobel und Winters. Die Serie zeigte, dass sich ein guter Soldat nicht durch Patriotismus, Disziplin oder Autorität auszeichnet, sondern dadurch, dass er zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung trifft oder manchmal überhaupt eine Entscheidung trifft.

Dieses Thema setzt sich in der gesamten Serie fort, indem an den verschiedenen Charakteren gezeigt wird, wer die Kompetenz für ein Kommando hat (Winters, Lipton, Speirs, Compton) und wer nicht (Sobel, Dike). Dieser Blick auf die „Funktion“ des Soldaten machte Band of Brothers aus und gibt der Serie einen authentischen Charakter, fast eine technisch beschreibene Ebene.

Die Darstellung der Grausamkeit des Krieges, sowie die Demontage von Heldentum (ausgenommen Speirs) durch den „Alltag“ des Soldaten war ein weiteres Merkmal der Serie, gerade im Punkt der Grausamkeit gelingt es The Pacific bereits in der ersten Episode ein erstes Zeichen zu setzen und kann damit den doch bitteren Geschmack der ersten Schritte ein wenig abschwächen und die Hoffnung auf einen adäquaten Nachfolger schüren.

Tag der offenen Tür

…die Tür is wech…
…die Tür is wech!

This is HBO

es gibt zwei neue Trailer, einmal zu

Treme

und dann noch zu

Boardwalk Empire

Sieht beides äußerst vielversprechend aus.

Protest gegen Abschiebung und das lokale Mobilisierungsproblem

Heute fand am Gänseliesel gegen 13 Uhr eine Kundgebung im Kontext bevorstehender Abschiebung von Roma und Ashkali Familien in den Kosovo statt. Eine anschließende Spontandemonstration zum Landkreisgebäude ging der Abschlusskundgebung vor der Ausländerbehörde vorraus.

Auffällig bezüglich der Kundgebung war die doch geringe Teilnehmerzahl von 30, max. 40 Menschen die ihre Solidarität mit den Abschiedegefährdeten demonstrierten. So mag die Uhrzeit der Kundgebung zwar nicht die passendste gewesen sein, doch scheint dies nicht der alleinige Grund für die geringe Teilnehmerzahl zu sein. Vergegenwärtigt man sich die spontan versuchte Blockierung vor dem Göttinger Landgericht am 20.01. diesen Jahres (13.30 Uhr), bei der mehr als doppelt so viele Demonstrant_innen anwesend waren, stellt sich die Frage, woran es bei der Mobilisierung im Kontext des Asylthemas hapert.

So war es in den vergangenen Monaten hinsichtlich der Kriminalisierung der linken Szene Göttingens u.a. durch die rechtlich fragliche Hausdurchsuchung in der Roten Strasse möglich gewesen den Großteil der Linken Szene zu mobilisieren. Dieser Mobilisierung, durch den mutmaßlichen Anschlag auf die Ausländerbehörde, eigentlich auch im Zusammenhang des Asylthemas stehend, schien eine Steigerung von Bewusstsein und Bereitschaft im Sinne von Solidarität implizit.

Doch am heutigen Tag ließ die Beteiligung an weiteren Protesten gegen Abschiebung und die menschenverachtende Asypolitik des deutschen Staatsapparates ein weiteres mal zu wünschen übrig. Wie die meisten Demonstrationen im vergangenen Jahr kann man höchsten von einer Minimalbeteiligung sprechen.

Es lässt sich doch gerade mit dem Protest gegen die Asylpolitik, welche hier vor Ort in ihrer Praxis grundlegend mitgeprägt wird und die betroffenen Menschen ein Teil der göttinger Sozialität sind, versuchen etwas zu erreichen. Auch im Kontext eines Aufmerksamkeitsdefizits hinsichtlich der Ausprägung deutscher Asylpolitik in der Öffentlichkeit muss es doch möglich sein eine Demonstration mit angemessener Außenwirkung auf die Beine zu stellen und dies auch in einer gewissen Regelmäßigkeit. Die Blockierungen vom Landgericht, sowie die Demonstrationen im Kontext der Roten Strasse haben schließlich gezeigt, dass das zu mobilisierende Potential vorhanden ist.

Unter einem gemeinsamen antirassistischen Ideal sollte es doch letzendlich möglich sein die Aktionen des AK Asyl zu unterstützen um zumindest die Aufmerksamkeit bezüglich der Abschiebeproblematik zu erhöhen.

New York, I love you

New York, I love you

Verschiedene Autoren, verschiedene Regisseure [u.a. Fatih Akin, Allen Hughes (Menace II Society, From Hell) und Natalie Portman (zweite Regiearbeit, nach dem Kurzfilm Eve)] kombinieren ihre Ideen und Vorstellungen New Yorker Lebens und Charaktere zu einem Gesamtbild einer facettenreichen Großstadt.

Der Film beleuchtet seine Figuren in bedeutenden und unbedeutenden Momenten ihres Lebens und zeigt dabei, wie sie durch New York geprägt werden und sie selber wiederum das Bild von New York ausmachen. Mit einem warmen melancholischen Unterton, hervorgerufen durch die Handlung, sowie den Soundtrack hat der Zuschauer das Gefühl dem Alltag in New York ein wenig näher zu sein und vermittelt somit eine gewisse Sehnsucht zum Big Apple.

Dabei funktioniert das Konzept des zerstückelten Entstehungsprinzips kurioser Weise als Ganzes und man ist versucht zu glauben die Facetten der Stadt anhand der einzelnen Episoden kennengelernt zu haben.

Der herausragend besetzte Cast schafft es durch authentische Darstellungen der einzelnen Charaktere den zum Teil alltäglichen Situationen einen Glanz zu verleihen, die einen manchmal schmunzeln, manchmal lachen lassen und fast immer die Möglichkeit geben, sich in dem einen oder anderen Aspekt, sei es ein Bild, eine Figur oder eine Situation als solche, zu verlieren.

Hallo liebe Hörspielfreunde…

The Audiobook Vault

Relativ umfangreiche und übersichtliche Seite für alle Hörspielinteressierten, allerdings alle auf englisch.