Protest gegen Abschiebung und das lokale Mobilisierungsproblem

Heute fand am Gänseliesel gegen 13 Uhr eine Kundgebung im Kontext bevorstehender Abschiebung von Roma und Ashkali Familien in den Kosovo statt. Eine anschließende Spontandemonstration zum Landkreisgebäude ging der Abschlusskundgebung vor der Ausländerbehörde vorraus.

Auffällig bezüglich der Kundgebung war die doch geringe Teilnehmerzahl von 30, max. 40 Menschen die ihre Solidarität mit den Abschiedegefährdeten demonstrierten. So mag die Uhrzeit der Kundgebung zwar nicht die passendste gewesen sein, doch scheint dies nicht der alleinige Grund für die geringe Teilnehmerzahl zu sein. Vergegenwärtigt man sich die spontan versuchte Blockierung vor dem Göttinger Landgericht am 20.01. diesen Jahres (13.30 Uhr), bei der mehr als doppelt so viele Demonstrant_innen anwesend waren, stellt sich die Frage, woran es bei der Mobilisierung im Kontext des Asylthemas hapert.

So war es in den vergangenen Monaten hinsichtlich der Kriminalisierung der linken Szene Göttingens u.a. durch die rechtlich fragliche Hausdurchsuchung in der Roten Strasse möglich gewesen den Großteil der Linken Szene zu mobilisieren. Dieser Mobilisierung, durch den mutmaßlichen Anschlag auf die Ausländerbehörde, eigentlich auch im Zusammenhang des Asylthemas stehend, schien eine Steigerung von Bewusstsein und Bereitschaft im Sinne von Solidarität implizit.

Doch am heutigen Tag ließ die Beteiligung an weiteren Protesten gegen Abschiebung und die menschenverachtende Asypolitik des deutschen Staatsapparates ein weiteres mal zu wünschen übrig. Wie die meisten Demonstrationen im vergangenen Jahr kann man höchsten von einer Minimalbeteiligung sprechen.

Es lässt sich doch gerade mit dem Protest gegen die Asylpolitik, welche hier vor Ort in ihrer Praxis grundlegend mitgeprägt wird und die betroffenen Menschen ein Teil der göttinger Sozialität sind, versuchen etwas zu erreichen. Auch im Kontext eines Aufmerksamkeitsdefizits hinsichtlich der Ausprägung deutscher Asylpolitik in der Öffentlichkeit muss es doch möglich sein eine Demonstration mit angemessener Außenwirkung auf die Beine zu stellen und dies auch in einer gewissen Regelmäßigkeit. Die Blockierungen vom Landgericht, sowie die Demonstrationen im Kontext der Roten Strasse haben schließlich gezeigt, dass das zu mobilisierende Potential vorhanden ist.

Unter einem gemeinsamen antirassistischen Ideal sollte es doch letzendlich möglich sein die Aktionen des AK Asyl zu unterstützen um zumindest die Aufmerksamkeit bezüglich der Abschiebeproblematik zu erhöhen.


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