Archiv für Mai 2010

Soul Kitchen

Der etwas andere Fatih Akin Film.

Wer auf der Suche nach einem Film mit überraschendem Plot und ernshafter Thematik ist, wird bei „Soul Kitchen“ nicht fündig. Wer hingegen Lust auf eine unterhaltsame Komödie mit absurden, gar überzeichneten Charakteren hat, sollte sich „Soul Kichen“ nicht entgehen lassen.

Der Film handelt in Hamburg und dreht sich um das „alternative“ Etablissement Soul Kitchen und dessen Besitzer Zinos Kazantsakis. Dieser, in der Küche äußerst unbegabte, Restaurantbesitzer stolpert im Laufe des Films, in der klassischen Weise einer Schneeballkomödie, von einer Katastrophe in die Nächste. Stets zur Seite dabei steht ihm sein Bruder Illias (Moritz Bleibtreu), welcher ihn tatkräftig bei der Kastatrophensuche unterstützt.

Dass der Plot dabei mehr als vorhersehbar voranschreitet, scheint kein Fehler des Films bzw. des Aufbaus zu sein, es ist beabsichtigt, da „Soul Kitchen“ seine Qualität aus anderen Bereichen bezieht, nämlich aus den gelungenen Charakteren, deren Dialogen, sowie z.T. völlig überdreht inszenierten Situationen. So sind Birol Ünel (Gegen die Wand) als cholerischer und eigentlich wahnsinniger Koch, aber auch die Rolle des Finanzamtes und des Kapitäns nur drei Beispiele, die „Soul Kitchen“ zu einer Komödie „ohne Rückgrat“ machen.

„Soul Kitchen“ bedient sich keiner politischen oder gesellschaftlichen Problematiken, wie dies bei Akin’s „Gegen die Wand“ oder „Auf der anderen Seite“ der Fall war. Vielleicht wird noch die Gentrifizierung Hamburgs thematisiert, dies allerdings höchstens implizit durch die Kurzauftritte Udo Kiers. „Soul Kitchen“ versucht eine Komödie der absurden Art zu sein und es gelingt ihr auch genau dies und darüber hinaus auch nichts mehr zu sein. Die Atzigkeit und das Unglück der Charaktere schaffen es dabei immer wieder den Zuschauer zum Lachen zu bringen und dies in einer Frequenz, dass sich „Soul Kitchen“ nicht vor Klassikern wie „Bang Boom Bang“ und „The Big Lebowski“ verstecken muss, auch wenn der Film nicht ganz an diese heranreicht. (so kann man überraschender Weise sagen, „Bang Boom Bang“ sei der seriösere Film)

Alles in allem ist Fatih Akin mit „Soul Kitchen“ eine äußerst unterhaltsame Komödie gelungen, die mit einem guten Soundtrack und ihren durchweg absurden Charakteren jeden Filmabend bereichern kann.

Was Generation Kill qualifiziert und The Pacific disqualifiziert

Führt man sich die Ausgangssituation beider Mini Serien vor Augen, stellt man fest, dass sich Voraussetzungen durchaus ähnlich gestalten.
Beide gründen sich auf Erzählungen real existierender Personen (GK: Rolling Stone Reporter: Evan Wright ; Pacific: verschiedene Soldaten des 2. WK) und behandeln das Thema intervenierender Marines, dies sicherlich in zwei völlig verschiedenen Zeitperioden.

Trotz dieser ähnlichen Voraussetzungen sind zwei völlig verschiedene Produkte entstanden, insbesondere in puncto Qualität.

Wie bereits „Band of Brothers“ zeigte, zeichnet sich ein gutes (Anti-) Kriegsdrama durch Realismus und Authentizität aus. Schafft es „The Pacific“ zwar im Bereich der Darstellung der Grausamkeiten des Pazifik – Krieges noch seinen Anspruch zu erfüllen, gelingt es der Mini – Serie bezüglich der Charaktere im Sinne ihrer Funktion als Soldat, sowie als Menschen fast gar nicht. Bis auf wenige Ausnahmen transportiert „The Pacific“ die Komplexität seiner Charaktere ungenügend gegenüber dem Zuschauer, dies führt so weit, dass dem Zuschauer über zwei bis drei Charaktere hinaus gar niemand bekannt ist und die 2 ½ Hauptcharaktere nicht in der Lage sind Sympathie oder Antipathie zu binden.

Die diffus dargestellten Kriegsszenen der Mini – Serie können nur die Funktion haben, das Geschehen als chaotisch und unkontrolliert wirken zu lassen. Mag dies das Ziel gewesen, gelingt dies in keinster Weise, dem Zuschauer ist fast nie bewusst was das eigentliche Ziel der Soldaten an den Kriegsschauplätzen ist. (Ausnahme das Airfield auf Guadalcanal, sonst hat man das Gefühl es werden wahllos Berge auf Inseln angegriffen)

Da der Zuschauer darüber hinaus ohne Kenntnisse der militärischen Hierarchie gelassen wird, (Dienstgrade der Charaktere bleiben größtenteils unbekannt) wirken die militärischen Operationen der Marines im Pazifik geradezu anarchisch strukturiert. Sollte dies damals der Fall gewesen sein, hätte dies thematisiert werden müssen, da der Zuschauer ohne eine solche Kenntnis der Verhältnisse das Chaos auf dem Bildschirm nicht einordnen kann.

So stellt sich während der zehnteiligen Serie immer wieder die Frage, was passiert eigentlich – und wem passiert dies.

Generation Kill hingegen begleitet eine Einheit (bzw. eine Humvee – Besatzung), der ein Reporter des Rolling Stones zugeordnet ist, bei ihrer Invasion 2003 in den Irak. Da die Geschehnisse der Mini – Serie fast ausschließlich aus der Perspektive einer Handvoll Soldaten gezeigt wird und diese Soldaten als Persönlichkeiten im Handlungsrahmen aufgebaut werden, gelingt es „Generation Kill“ eine Vertrautheit zwischen Hauptcharakteren und Zuschauer herzustellen.

Was die Serie auszeichnet ist, dass über diese Vertrautheit und den Aufbau der einzelnen Persönlichkeiten, die Möglichkeit geschaffen wird über die Entwicklung der Charaktere eine subtile Aussage (vielleicht Wertung) bezüglich militärischer Situation und Verhaltens untereinander, aber auch der Einstellung zu der Invasion und sukzessiv gegenüber den irakischen Zivilisten widerzuspiegeln.

Hier wird ein elementarer Unterschied zu „The Pacific“ deutlich, denn „The Pacific“ gelingt es eben nicht eine stringente Charakterentwicklung zu etablieren. Dies ist allerdings eine Voraussetzung gerade bei einer mehrteiligen Mini – Serie, da diese die zeitlichen Möglichkeiten im Gegensatz zu einem Film bietet. Der Zuschauer hat bei „Generation Kill“ relativ schnell das Gefühl zumindest die relevanten Hauptcharaktere zu kennen und damit die Möglichkeit sich mit ihnen zu identifizieren oder eben auch nicht. „The Pacific“ wiederum bietet diesen Ansatz nicht, die wenigen Charaktere die überhaupt eine Präsenz bekommen, verschwinden ohne eine hinreichende Erklärung aus dem Plot (Robert Leckie) oder tauchen an verschiedenen Stellen auf (Eugene B. Sledge), so ist es dem Zuschauer bis zum Ende unklar welcher Charakter welcher Einheit zuzuordnen ist, man hat gar das Gefühl, dass in diesem Krieg die militärische Unterteilung in Einheiten (Bataillon, Platoon etc.) aufgehoben war und hat somit niemals einen Überblick wie in „Band of Brothers“. (Airborne, Easy Company + die verschiedenen Züge).

So verstört auch „Generation Kill“ zu Beginn mit der Befehlsresistenz einzelner Soldaten und wirft dadurch Fragen auf. Doch thematisiert „Generation Kill“ diesen Umstand eben zu einem geeigneten Zeitpunkt.

Es bleibt schlussendlich zu sagen, dass „The Pacific“ kein adäquater Nachfolger von „Band of Brothers“ im qualitativen Sinne ist. Das die Verantwortlichen „Band of Brothers“ nicht einfach kopieren wollten, also etwas Neues machen wollten, sei ihnen zugestanden und war auch als Einziges sinnvoll. Doch sind sie mit diesem Vorhaben gescheitert, da nur anhand von wenigen Szenen (z.B. Lazarett Szene 4. Folge) ein relevantes Kriegsdrama geschaffen werden konnte.

Fazit: Wer ein gutes (Anti-) Kriegsdrama sehen möchte und ein solches mit gut geschriebenen Charakteren verbindet, sollte auf „Generation Kill“ zurückgreifen. Hier wird es geschafft, einen authentischen Blick auf eine Marine Einheit im Irak – Krieg zu vermitteln und dies inklusive einer psychologischen Ebene die eine solche Produktion wertvoll macht.

Jiri du wirst fehlen

Er geht.

Jiri Stajner hat seinen Vertrag mit Hannover 96 aufgelöst. Nach acht Jahren, 229 Bundesliga-Spielen, 42 Toren und unzählig gesuchten Zweikämpfen verlässt uns die Fussball – Ikone in Richtung Heimat. Der noch 33 – Jährige (am 27.05 wird er unansehbare 34) möchte seine Karriere in der tschechischen Heimat ausklingen lassen.

Verdient hast du es dir; gegönnt sei es dir nach all den schönen und aufregenden Momenten die du uns hinterlassen hast.

Wir werden dich nie vergessen und in meinem Herzen wirst du immer einer der ganz Großen bleiben.