In Search of Crimes past; Homicide S03E17

Eine der für mich nachhaltigen Episoden der Serie „Homicide: Life on the Street“.

In dieser Episode steht eine Hinrichtung unmittelbar bevor. Die Tochter des Hinzurichtenden nimmt einen hohen Police Officer (Col. George Barnfather – Clayton LeBouef; Wendell ‚Orlando‘ Blocker aus „The Wire“) als Geisel um die Hinrichtung ihres Vaters, von dessen Unschuld sie überzeugt ist, zu verhindern.

Det. Stanley Bolander, von einem seiner Kollegen, Det. Meldrick Lewis (Clark Johnson, der City Editor Augustus ‚Gus‘ Haynes aus „The Wire“) nur ‚The Big Man‘ genannt, war der Primary Detective in dem 16 Jahre zurückliegenden Fall.

„The Big Man“, welcher nach einem Kopfschuss erst vor kurzem wieder Dienst schiebt, ist ein zwar alter, aber engagierter und durchweg guter „Homicide Detective“.

Mit dem Hintergrund des Geiselszenarios rollt Bolander seinen alten Fall wieder auf um zu schauen, ob er irgendetwas übersehen hat.

Lewis hingegen wird zu einem Tatort gerufen, welcher sich als Selbstmord herausstellt.

Die Wendung in dieser Folge ergibt sich schließlich aus der Motivation des Selbstmordes, in einem Abschiedsbrief gesteht der Selbstmörder einen Mann namens Peter Larsson ermordet zu haben. In dem Mordfall zu Peter Larsson hatte Det. Bolander allerdings den in dieser Nacht Hinzurichtenden ermittelt.

Bolander und Lewis stoppen daraufhin die Hinrichtung, doch endet die Homicide Episode an dieser Stelle nicht mit der Aussetzung der Hinrichtung, sowie der Befreiung der Geisel, sondern dreht sich in der Psyche von Bolander weiter.

Bolander versteht einfach nicht warum der Name des Selbstmörders nie während seiner damaligen Ermittlungen auftauchte, diesen Umstand nicht einmal eine Ahnung bezüglich des wahren Täters gehabt zu haben lässt Bolander nicht mehr los. „Was hat er nur falsch gemacht, alles deutete doch klar auf den Hinzurichtenden.“

So veruchen Bolander und Lewis diese fehlende Verbindung zwischen dem (Selbst)Mörder und seinem damaligen Opfer, Peter Larsson herzustellen, letztenendes landen sie bei einem Barkeeper, welcher schließlich doch mit der Information rausrückt, dass Larsson eine Affäre mit der Frau des Selbstmörders hatte. Warum der Barkeeper Bolander diese Information nicht schon 16 Jahre zuvor preisgab, der Detective habe ja nicht gefragt.

Zum Ende der Episiode sitzt Bolander mit einer Flasche Whiskey an der Bar seiner Kollegen Munch und Lewis und kann sich seinen Fehler nicht verzeihen, da aufgrund seiner unvollständigen Ermittlungen beinahe ein unschuldiger Mensch getötet worden wäre, da er die falschen Fragen gestellt hatte. Lewis versucht ihn zu beruhigen, schließlich wäre es ja nur beinahe passiert.

Daraufhin stellt Bolander die Frage; „How many Times, have I not asked the right Question?

Nicht nur weil der beschriebene Handlungsstrang der Folge nicht der Einzige ist (zwei weitere Detectives ermitteln in einem anderen Mordfall) wirkt die Kritik der Folge an der Todesstrafe subtil, fast beiläufig, deswegen allerdings keineswegs weniger intensiv. Die Zeichnung des sympathischen und kompetenten Detectives Bolander, der eben einfach Fehler machen kann, weil diese niemals alle zu vermeiden sind, trägt vor allem zu der Atmosphäre dieser Episode bei. Es ist unmöglich die Schuld jedes Todeskanditaten zweifelsfrei festzustellen, „Homicide: Life on the Street“ gelingt es diese Erkenntnis durch die Darstellung der Arbeit eines Homicide Detectives eindrucksvoll und doch ohne die direkte Art des erhobenen Zeigefingers zu vermitteln.

In einer fantastischen Serie eine außergewöhnlich Folge:
In Search of Crimes past. Staffel 3 Episode 17.


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