„The king is dead, long live the king“

Vor knapp einer Woche las ich in der Zeitung, dass Solomon Burke, eine Legende des Soul, verstorben sei. Einige Zeit starrte ich geistesleer auf die Nachricht, bevor mich ein leises Lächeln wieder in die Realität zurück holte. Ich erinnerte mich an seine Worte zum Tod. Und Solomon Burke kannte sich mit dem Geschäft aus. Als Bestatter war er der Ansicht, das Beerdigungen die beste Zeit zum Lachen sind, „Das gibt Kraft, den Tod zu ertragen“, und es sei eine Schande, wenn Pfarrer nicht auch Komödianten sein können. Neben diesen sehr früh erlernten Beruf, den er sein ganzes Leben lang innehatte war er aber noch vieles mehr.
Mr. Burke war Bestatter, er war ein Mann der Kirche, er war Vater von 21 Kindern und Großvater für 90 Enkel und vor allem war er (Musik-) Revolutionär. Oftmals wird ja behauptet er stünde im schatten von Sam Cooke und Otis Redding. Die zu damalige Zeit wesentlich mehr Aufmerksamkeit bekommen haben. Doch ohne Burke wäre die Welt des Gospels, Soul und R&B erheblich ärmer. Nicht umsonst wurde er in den 60er Jahren als „King of Rock & Soul“ gefeiert.
Als 14- Jähriger begann seine Karriere mit dem Gospelsong „Christmas Presents from Heaven“. In den 60er Jahren eroberte er mit „Cry to me“ die Charts, später wurde der Song in den Film „Dirty Dancing“ gebraucht und dadurch unsterblich. Allen und jeden bekannt ist allerdings „Everybody Needs Somebody to Love“, den heute viele nur noch als Cover der Stones, Wilson Pickets oder der Blues Brothers kennen. 2001 schien sein unaufhaltsamer Aufstieg ein Ende zu haben. Mit der Aufnahme in die Rock & Roll Hall of Fame schien er am Gipfel des Olymps angekommen zu sein. Auch hier wieder machte sich sein einzigartiges sympathisches Wesen bemerkbar, als er schmunzelt feststellte „Die denken nun, das nicht mehr viel kommt“. Doch anstatt sich auf den Wohlverdienten Ruhestand zu freuen, nahm er eine Comeback Platte auf. „Don´t give up on me“ (2002) gewann 2003 den Grammy für das beste zeitgenössische Blues Album.
Burke lebte für die Musik, das zeigt nicht nur, dass er im zarten Alter von 70 Jahren noch eine Welltournee auf sich nahm, sondern auch, dass er noch ein letztes Album mit der niederländischen Rockband De Dijk aufnahm. Bezeichnenderweise lautet der Titel seines letzten Albums „Hold On Tight“.
Auf dem Weg nach Amsterdam, wo er das Album vorstellen wollte, ist Solomon Burke im Alter von 70 Jahren, wahrscheinlich an einem Herzinfarkt, verstorben.


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