Rubicon

In einer unscheinbaren New Yorker Seitengasse betritt ein Mann ein Gebäude. Die Kamera über der Tür will nicht in das Bild passen. Der Sicherheitsmann im Eingangsbereich verfestigt die Ahnung, es handelt sich um Regierungsgebäude.

Will Travers ist ein Analytiker für das AmericanPolicyInstitute, seine Aufgabe ist die Daten verschiedener amerikanischer Geheimdienste zu analysieren und zu interpretieren. Es ist Geheimdienstarbeit am Schreibtisch, die in ihrer anfänglichen Subtilität nicht von ungefähr an Sidney Pollaks „Die drei Tage des Condors“ erinnert.

Was wäre aber eine Agentengeschichte ohne die große Verschwörung im Hintergrund, also stösst Will Travers (James Badge Dale, bekannt aus „The Pacific“) auf ein Schema in Kreuzworträtseln verschiedener amerikanischer Zeitungen. Auffällige Schemata zu erkennen und zu deuten ist sein Beruf, daher teilt er dies seinem Vorgesetzten mit, was seinem Vorgesetzten und Freund David Hadas das Leben kostet. Es wird eine Ereigniskette in Gang gesetzt in der Will Travers klassischer Weise nicht mehr weiß, wem er überhaupt trauen kann.

Insbesondere Arliss Howard in der Rolle des Kale Ingram versteht es auf authentische Weise den Typ des ruhigen, zwielichtigen Geheimdienstlers darzustellen und seinen Charakter im Laufe der ersten Staffel gelungen weiter zu entwickeln.

So ist auch Michael Cristofer als Truxton Spangler, dem Travers und Ingram in der Struktur des API unterstehen, eine eindrucksvolle Figur als eine Art Wolf im Schafspelz.

AMC (Breaking Bad / Mad Men) ist es gelungen eine Agenten-Serie zu kreieren, die in ihrer Einfachheit überzeugt. Es werden keine Überwachungen an exotischen Orten mit Explosionen und Schießereien gezeigt. Die Arbeit spielt sich eben in einem New Yorker Bürogebäude ab, in dem mehrere Teams versuchen Bedrohungsszenarien zu verifizieren. Dabei werden Fotos analysiert, Personen versucht zu indentifizieren und Reiserouten in ihrer möglichen Bedeutung versucht zu interpretieren. So ist es schließlich auch möglich die Verantwortung einer solchen Arbeit zu thematisieren indem in einem Fall Travers‘ Team ein Ziel im Nahen Osten einstufen muss und ein Zweifel ihrer Einschätzung bestehen bleibt.

Die Klasse der Serie wird primär durch die gelungenen Charaktere erreicht, der Plot der Verschwörung wird klassisch aufgebaut und zum Staffelende hinreichend aufgelöst, so dass die (hoffentlich kommende) zweite Staffel mit den individuellen und strukturellen Konsequenzen der Verschwörung beschäftigt bleiben. „Rubicon“ ist gute Unterhaltung in subtilem Stil, die es schafft Spannung(en) zu entwickeln und sich dabei eine klassische Art zu erhalten.


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