Archiv für November 2012

Plötzlich plappern Anna und Arthur

Ich musste mich schon öfter rechtfertigen warum ich den „technischen Fortschritt“ des Web 2.0 nicht konsequent folgen würde. So boykottiere ich nach wie vor Facebook aus einem Prinzip dagegen. Dies mag sich irgendwann auflösen, wenn das Medium Facebook als Grundlage soziale Kontakte in Zukunft zu erhalten nicht mehr unumgänglich erscheint (auch soll die positve Eigenschaft als schnelle Kommunikationsplattform z.B. im Rahmen des „Arabischen Frühlings“ nicht geleugnet werden). So wird ja auch viel geredet, dass man ja nur auf den Klarnamen verzichten bräuche und schon sei Facebook ohne jeglichen Schaden nutzbar.

Nun sind es neben den immer wieder bekannt werdenden Datenpannen Facebooks selber, die Selbstdarstellungen, die mich an Facebook-User*innen stört und dessen ich eben nicht Teil werden will. Selbstdarstellung finde ich in reeller Situation genausowenig erträglich wie in virtuellen Weiten. So habe ich dann auch kein Mitleid mit Menschen, die ihre Freizeitaktivitäten u.ä. zur Schau stellen und damit von „Freunden, Feinden“ oder Arbeitgeber konfrontiert werden. Schließlich ist diese Form der Selbstdarstellung freiwillig und auf diese zuzugreifen letztlich eigenverschuldet.

Die Dimension einer Facebook-Kritik oder präziser einer Kritik, wie Mensch mit Facebook umgehen sollte, lässt sich insbesondere mit Blick auf das linksradikale Spektrum erweitern. Wo sonst der Akku nicht schnell genug das Handy verlässt und die Paranoia manchmal grenzenlos erscheint, wird in puncto Facebook einzig die Verfälschung oder Kreation eines Fremdnamen (das eine oder andere Gesicht auf den Photos wird auch verpixelt, auch wenn irgendeine Freundin, irgendein Freund das Gesicht schon präsentieren wird) als Ausrede genutzt, das eigene Leben, möglichst detailreich mit Ort und Uhrzeit versehen, der Welt zu präsentieren. Vor kurzem erhielt ich einen Link zu einem Text, der diese von mir gerade subjektiv vorformulierte Kritik gut auf einen ideologischen Punkt brachte und der Anlass war diesen Artikel zu schreiben. Vielen Dank für diese Gedanken, die einen Bereich reflektieren, der in meiner subjektiven Wahrnehmung zu wenig reflektiert wird und die Kritik auf der anderen Seite zu einfach abgetan wird.

Hier der Text
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Anna und Arthur