Jon „Bones“ Jones vs. Daniel Cormier

Update: Der Kampf ist aufgrund einer Verletzung von Jon Jones auf Januar verschoben. 2 Verletzung kosten damit 2 potentielle Kämpfe des Jahres 2014. Schade Hier zum Artikel über den stattgefundenen Kampf.

Im September letzten Jahres stellte Alexander „The Mauler“ Gustafsson den bis jetzt jüngsten und längst amtierendsten Lightheavyweight Champion Jon Jones vor seine wohl größte Aufgabe. Erstmals besaß Jones keinen Reichweitenvorteil und tat sich mit dem Schweden nicht nur schwer, sondern verlor neben zwei Runden auch ein Teil seiner Gesundheit. So sah der Champion nach dem Kampf, den er allerdings nach Punkten gewann, wesentlich gezeichneter aus, als der Herausforderer. Das Jones trotzdem 3 der 5 Runden gewann sollte spätestens bei einer zweiten Sichtung des Kampfes deutlich gewesen sein. Nun wartete das lang ersehnte Rückmatch der beiden exakt ein Jahr später. Jones hatte inzwischen Glover Teixera in die Schranken gewiesen indem er ihn da schlug, wo bei Teixera ein vermeintlicher Vorteil vermutet worden war: im Infight. Gustafsson hingegen hatte Jimi Manuwa mit einem TKO in der zweiten Runde richtig in der UFC willkommen geheißen.

Alles wartete seit dem auf das Rematch, was endgültig zeigen sollte, ob Gustafsson den inzwischen mit 7 Titelverteidigungen von Rekord zu Rekord eilenden Ausnahme-Mixed-Martial-Artist wirklich gefährden kann. Dieses Rematch war einem jedoch trotzdem ein Dorn im Auge, Daniel Cormier. Er rührte für sich und den Fight die Werbetrommel wo und wann er nur konnte. Der vor kurzem aus dem Schwergewicht heruntergekommene Trainingspartner von Heavyweight-Champion Cain Velasquez betonte immer wieder, dass er es wäre, der den Champ stoppen könne und das es deswegen eigentlich nur einen nächsten Titelkampf geben könne und zwar DC gegen Jones.

Jetzt ist es soweit. Es passierte das einzige, was Cormier seinen Wunsch erfüllen konnte. Gustafsson verletzte sich in der Vorbereitung zum Titelkampf und Daniel Cormier wird nun seinen Platz einnehmen und seinen ersten Titelkampf in der UFC bestreiten.

Ich persönlich erwarte mir von diesem Kampf mehr als vom ursprünglichen Rückkampf, da ich der Meinung bin, dass Jones sich im zweiten Anlauf besser auf die Reichweitenkonstellation einstellen kann und der Kampf deutlicher ausgehen wird, als der erste. Cormier hingegen bringt eine ganz andere Qualität ins Octoagon. Sein überlegenes Ringen, welches ihn schon mal in den Bereich der Weltspitze gebracht hatte (2 facher Olympiateilnehmer und 3. Bei den Weltmeisterschaften). Jon Jones kommt ebenfalls aus dem Ringen (griechisch-römisch), hat aber inzwischen soviel mehr zu bieten mit seinen (Spinning) Elbows, verschiedensten Kicks und einem starken Submission-Game.

Cormier wird aber wohl der erste sein, der Jones im Ringen realtiv eindeutig überlegen sein müsste. So hatte Cormier mit Dan Henderson überhaupt keine Probleme seine Takedowns nach seinem Willen durchzusetzen und beherrschte Hendo nach Belieben. Nun ist Hendo kein Jon Jones (mehr), aber bei besten Willen kein schlechter Ringer oder Fallobst. Es ist wahrscheinlich, dass DC Jones zu Boden bringen wird. Eine entscheidende Frage ist, ob er Jones am Boden auch kontrollieren wird. Ich könnte mir vorstellen, dass Jones zumindest nach einem Großteil der Takedowns wieder schnell den Weg in den Stand finden könnte. Sollte Cormier dies verhindern können, dann hätte Cormier zumindest die Grundlage für einen Punktsieg geschaffen.

Es gibt aber noch zwei weitere entscheidende Faktoren in diesem Kampf. Erstens der Kampf geht über 5 Runden. Kann Cormier seine Physis wirklich über einen ganzen 5 Runden Kampf ausspielen und Jones mit seinem Ringen erdrücken? Oder kommt es vielleicht darauf an auf diese Weise die ersten 3 Runden zu gewinnen und dann in einem Survivalmode den Rest des Kampfes zu überstehen?

Zweitens sollte man nicht vergessen, dass Jon Jones viele seiner Kämpfe mit Submissions beendet hat. Wir wissen nicht, wie Jones agieren wird, wenn er auf den Rücken gelegt wird, aber ich glaube nicht, dass dies ungefährlich für Cormier ist. Spätestens wenn die Kräfte schwinden, könnte Jones vielleicht sogar einen Kampf in dem er zu diesem Zeitpunkt hinten liegt durch einen Submission-Technik zu seinen Gunsten entscheiden.

Es gibt einige Fragezeichen im Vorfeld dieses Kampfes. Und genau das macht diesen Kampf aus, denn auch wenn für mich Jones Favorit bleibt, Cormier wird ihm einen Kampf liefern, den Jones nicht kontrollieren wird. Jones hatte in der Vergangenheit immer wieder für Aufsehen gesorgt, da er den einen oder anderen Gegner da schlug, wo diese bis dato am besten gewesen waren. Im Falle Cormiers würde das heißen, Jones setzt die Takedowns und würde dann sein gefürchtetes Ground and Pound mit seinen Ellbogen loslassen, was wir schon länger nicht mehr von ihm gesehen haben, ihn aber zu Beginn seiner Karriere so stark machte.

Das kann ich mir aber nicht vorstellen. Allein die Größenverhältnisse setzen DC in optimale Position seine Takedowns umzusetzen. Die Qualität des Ringens macht dies umso wahrscheinlicher. Was Jones aber dennoch zuzutrauen ist, dass er die Takedowns von Cormier abwehrt. Und das wäre eben auch eine Sensation, wenn Jones in der Lage sein sollte anhand seiner Takedown-Defense zu bestimmen wo der Kampf stattfindet und im Standup dürfte Cormier klare Nachteile gegen Jones haben.

Ich glaube aber nicht, dass Jones wirklich eine konsequente Takedown-Defense umsetzen können wird. Ich halte Cormiers Ringen für zu stark, die unterschiedlichen Körperschwerpunkte kommen ebenfalls Cormier zu Gute, so dass man erstmals sehen könnte wie sich Jones auf dem Rücken anstellt. Kommt er schnell wieder hoch, arbeitet er an Submissions (ein Triangel würde sich aufgrund der langen Beine anbieten) oder kann er gar nur das schlimmste Ground and Pound verhindern.

Es wird ein spannender Kampf am 27. September. Cormier könnte durchaus nach Punkten gewinnen, da er die Voraussetzungen hat Jones zu kontrollieren. Einen Knockout oder eine Aufgabe hingegen sehe ich nur für Jon Jones möglich, der leichter Favorit ist, aber auch nicht mehr. Daniel Cormier hat alles um neuer Champion werden zu können, auch gegen den derzeit besten Pound for Pound Fighter des Planeten.


1 Antwort auf „Jon „Bones“ Jones vs. Daniel Cormier“


  1. 1 Ein MMA Ausblick auf das frühe Jahr 2015 « Bröckelhaus Pingback am 02. Januar 2015 um 19:41 Uhr

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