Ein MMA Ausblick auf das frühe Jahr 2015

The Time is Now“ heißt es gerade in der UFC und das Jahr beginnt mit dem vielversprechenden Nachzügler aus 2014 Jones vs. Cormier. Hinzu kommt das Comeback der Legende Anderson Silva (gegen Nick Diaz), sowie der Mittelgewichtsweltmeisterschaftskampf von Champion Weidman gegen eine weitere Legende des Sports Vitor Belfort. Auch die scheinbar unbesiegbare Ronda Rousey bekommt mit Cat Zingano endlich eine Gegnerin von der man sagt, dass sie Paroli bieten könne.

Aber von Vorne oder im Sinne des Gewichtes fangen wir mal von Unten an. Was könnte das Jahr 2015 den UFC bieten und was davon steht bereits fest?

Im Flyweight scheint der Champion Demetrious Johnson kaum gefährdet, selbst renommierte Gegner wie Joseph Benavidez wurden vom Weltmeister beeindruckend gestoppt. In der Vergangenheit schien es nur ein Mann zu sein, der DJ gefährlich werden konnte und das war Ultimate Fighter Gewinner John Dodson (nicht zufällig Sieger im Finale der Show gegen den aktuellen Bantamweight Champion TJ Dillashaw). Es gibt in dieser Gewichtsklasse sicherlich noch andere verdiente Kämpfer, wie z.B. Ian McCall, aber als ernsthafte Konkurrenz zum Champion gehen sie aktuell zumindest nicht durch.

Die Bantamweight Devision wiederum verspricht ein wesentlich aufregenderes Jahr. Der Champion ist zurück: Dominick Cruz meldete sich Ende 2014 mit einem beeindruckenden Finish über Takeya Mizugaki zurück (dieser war zuvor nie durch KO gestoppt worden und Cruz wiederum auch eigentlich nicht für seine Finishing-Qualitäten bekannt).

Dominick Cruz musste seinen Titel 2014 endgültig aufgrund von Verletzungen abgeben und damit wurde der Interims-Champion Renan Barao kampflos zum neuen Champion. Jeder wartete damals nur auf die Rückkehr von Cruz und den entsprechenden Titelfight, insbesondere weil Barao durch die Bantam Devision pflügte und alle Gegner vorzeitig belehrte, dass er ein wahrer Champion und nicht nur ein zwischenzeitlicher Weltmeister war. Dies dauerte bis zum 24. Mai 2014, als TJ Dillashaw für Raphael Assuncao im Kampf um die Weltmeisterschaft einsprang und das Unmögliche wahr machte als er Barao nicht nur besiegte, sondern 5 Runden dominierte und auch in der letzten Runde den TKO holte.

Renan Barao sollte dann seinen Rückkampf ohne Umwege bekommen, musste aber aufgrund von gesundheitlichen Problemen beim „Weight-Cut“ kurzfristig absagen. Renan Barao konnte nun im letzten Event 2014 zeigen, dass er wieder da ist, allerdings war seine Leistung gegen Mitch Gagnon nicht so überzeugend, wie sie vielleicht hätte sein können, auch wenn er den Kampf in der 3. Runde per Submission beendete.

Was erwartet uns nun 2015? Dana White hat Cruz als Nummer Eins Herausforderer bestätigt und dem Dominator einen Titleshot zugesagt. Dieser Kampf könnte ein Highlight des kommenden Jahres werden, denn beide kämpfen letztendlich doch sehr ähnlich und ich bin gespannt, wer dann am Ende der Bessere sein wird. Natürlich wird Barao nicht zu vergessen sein, der sich dann den Sieger vornehmen wollen wird, wobei je nach Kampfverlauf ein direktes Rematch auch nicht unbedingt auszuschließen ist. Der Kampf wird wohl noch im ersten Viertel 2015 stattfinden.

Die Featherweight Devision. Hier machte vor allem Einer von sich reden, der irische Superstar Connor McGregor. Er besiegte Dustin Poirier in beeindruckender Manier mit einem KO in der ersten Runde und zeigte damit endgültig, dass mit ihm zu rechnen ist. Allerdings teile ich nicht die Meinung, dass ihm nach seinem Kampf im Januar gegen Dennis Siver im Falle eines Sieges der Titleshot zusteht. UFC Präsident Dana White, dem auch die Show-Fähigkeiten von Trash-Talker McGregor gefallen, sieht den Iren als nächsten Titelkandidaten, da alle anderen dem Champion Jose Aldo bereits durch mindestens eine Niederlage Tribut gezollt hätten. Das ist sicherlich auch richtig, doch hat McGregor in meinen Augen trotzdem noch nicht bewiesen, dass er der No. 1 Contender ist. So fehlt ein Kampf gegen einen guten Ringer und ich finde ein Kampf gegen Ricardo Lamas oder sogar Chad Mendes (der 2014 in einem unglaublichen Kampf knapp gegen Aldo verlor) würde erst wirklich Aufschluss geben, wie gut McGregor wirklich ist.

Derzeit ist der ehemalige Lightweight-Champion Frankie Edgar mit seiner dominanten Vorstellung gegen den bis dato siegesverwöhnten Cub Swanson für mich der Nummer Eins Herausforderer und sollte eine vielleicht dann auch letzte Chance auf den Titel bekommen.
So oder so ist dies eine unglaublich spannende Gewichtsklasse, wobei Jose Aldo mit seiner Überlegenheit durchaus in der Lage wäre dennoch Langeweile zu versprühen.

Was uns zur Lightweight Devision führt. Denn ich erinnere mich an eine Zusage Jose Aldos an einen Superfight gegen Lightweight Champion Anthony Pettis nach seinem Sieg gegen Lamas im Frühjahr 2014. Nun hatte McGregor eine neue Dynamik ins Federgewicht gebracht und das Thema war verschwunden, aber es ist durchaus vorstellbar, dass es 2015 zurück auf die Agenda kommt, vor allem wenn Aldo McGregor seine Grenzen aufzeigen sollte.

Aber bleiben wir innerhalb des Leichtgewichtes. Hier hat den nächsten Titleshot Rafael dos Anjos zugesagt bekommen, der 2014 mit Siegen über den ehemaligen Champion Benson Henderson (beeindruckend mit einen KO in der ersten Runde) und jüngst über Nate Diaz diesen Anspruch anmeldete. Es gibt aber in dieser Gewichtsklasse vor allem einen anderen Kämpfer der unaufhaltsam seinen Titelanspruch demonstriert; Cowboy Donald Cerrone. Der Dauerbrenner (4 Kämpfe 2014) tritt auch gleich im ersten Event 2015 gegen Miles Jury an und würde im Falle eines Sieges der einen „6 Fight Winning Streak“ bedeuten würde seine herausragende Stellung im Lightweight weiter unterstreichen. Ein weiterer Faktor könnte der zuletzt verletzte Khabib Nurmagomedov sein und auch die Rolle des ehemaligen Champions Smooth Benson Henderson wird 2015 wohl neu definiert.

Nun kommen wir zur Welterweight Devision. Hier kann es als nächsten Titlekampf eigentlich nur einen Kampf geben: Champion Robbie Lawler gegen den inoffiziellen Nachfolger GSP’s Rory McDonald. Nachdem Johny Hendricks seinen Titel direkt im Rematch gegen Lawler wieder abgeben musste und im selbigen Kampf Überzeugung und Leidenschaft missen lassen hat (auch wenn der Kampf meiner Ansicht nach Punkten trotzdem an Hendricks hätte gehen müssen, eine starke erste und letzte Minute macht die Kontrolle und die durchaus gelandeten Kombos nicht wett) wird er sich erst einmal wieder beweisen müssen. Lawler und McDonald kämpften schon einmal im November 2013 gegeneinnander, aber die damalige Split Decision spricht keineswegs gegen eine Neuauflage.

Aber auch nach McDonald gibt es durchaus weitere ernst zu nehmende Wettbewerber um eine Titelchance. So wird Tyron Woodley bei UFC 183 am letzten Tag des Januars gegen Kelvin Gastelum zeigen, welche Rolle er im Titelrennen spielen könnte. Gastelum selbst könnte sich mit diesem Kampf gegen einen Top 5 Kämpfer auf die Agenda bringen und seine letzten Auftritte versprechen einen fantastischen Co-Mainevent am 31. Januar.

Matt Brown hat erst gegen den nun amtierenden Champion verloren und auch wenn er sein Kämpferherz abermals unter Beweis stellte, war Lawler doch so überlegen, dass ein Titleshot gegen ihn erst mal in der Warteschleife sein dürfte. 2 weitere gestandene Kämpfer dürfen 2015 natürlich nicht außen vor gelassen werden: Carlos Condit, für mich einer der komplettesten Kämpfer der Gewichtsklasse, wird sicherlich wieder ein Wort mitsprechen wollen und die Rückkehr der Legende George St. Pierres kann man nach den Aussagen Dana Whites („er sei wieder im Training“) wohl auch noch 2015 erwarten. Hier wäre ein Rematch mit Johny Hendricks eine Chance für beide wieder ganz oben mit dabei zu sein und das letzte Resultat würde die entsprechende Schärfe ins Spiel bringen.

Wo wir schon bei UFC 183 waren, dies ist der Augenblick des Comebacks der wohl größten Legende der UFC: Anderson Silva. Nach etwas mehr als einem Jahr und im stolzen Alter von noch 39 Jahren kehrt „The Spider“ in den Ring zurück. Den Unterschenkelbruch hat er überwunden, das fortgeschrittene Alter, hat Randy Couture schon bewiesen, muss kein Zeichen schwindender Qualität sein. Sein Gegner im Mainevent wird Nick Diaz sein, der hoffentlich den schwachen Auftritt seines kleinen Bruders Nate vergessen macht. Dieser Kampf bietet 2 ausgezeichnete Striker und könnte einer der spektakulärsten Kämpfe 2015 werden.

Und dabei war noch gar nicht vom Champion im Mittelgewicht Chris Weidman die Rede. Dieser wird bei UFC 184 Ende Februar seinen Titel gegen niemand geringeres als Vitor Belfort riskieren. Auch dieser Kampf verspricht einiges und wird zeigen wie gut der ungeschlagene Weltmeister ist, denn der überaus erfahrene Belfort brachte schon Jon Jones an den Rand einer Niederlage als er diesen in einem Armbar hatte. Aber das Mittelgewicht bietet noch so viele weitere Prüfungen für den Champion, wenn er es bleiben sollte. Jiu-Jitsu Experte Jacare Douza z.B. oder auch Yoel Romero und das gute daran, beide werden am gleichen Tag wie Weidman vs Belfort untereinander ausmachen, wer die Nase vorne hat. Nicht zu vergessen ist natürlich Luke Rockhold, der in jüngster Vergangenheit fantastisch aussah und einen Sieg gegen den auf 2 gesetzten Jacare bereits seit längerem in der Tasche hat. Des Weiteren Lyoto Machida, der sicherlich einen neuen Anlauf nehmen wird nach seiner am Ende knapp verpassten letzten Chance gegen Weidman.

„The Time is almost NOW!“ wenn wir die Sphären des Halbschwergewichts betreten und dem möglichen Kampf des Jahrhunderts Jones vs Cormier gleich zu Beginn des Jahres am 3. Januar entgegen fiebern. Ich habe mich bereits ausführlich mit dem Kampf beschäftigt als dieser ursprünglich im September letzten Jahres stattfinden sollte. Es bleibt dabei es ist die Chance einer Legende noch größer zu werden oder aber der ungeschlagene Herausforderer das vielleicht Unmögliche wahr zu machen, Cormier glaubt an sich (“I have been waiting for the man that is my equal for so long. Please be that guy, Jon Jones.“) und das ist zumindest nicht unbegründet.

Aber das Leichtschwergewicht kann derzeit noch mit einigen anderen Kalibern aufwarten. Zwei der Größten treffen am bereits am 24. Januar aufeinander, wenn Alexander „The Mauler“ Gustafsson gegen Anthony „Rumble“ Johnson ins Octagon steigt und diese beiden in einem Nummer Eins Herausforderer Match ihr präzises bzw. mächtiges Boxen aufeinander prallen lassen. Die derzeit vier besten Leichtschwergewichtler kommen also geballt im Januar. Damit wird aber nicht Schluss sein. Cormiers ursprünglich erster Leichtgewichtstest und nicht weniger als der ehemalige Champion, Ultimate Fighter Gewinner und 5 Runden gegen Jones Überlebende Sugar Rashad Evans wird nach seiner Verletzung seine Rückkehr feiern. Es war sehr schade, dass Rashad nicht gegen DC antreten konnte, denn einerseits war dies sein Kampf um ins Titelrennen zurück zu kommen und andererseits hätten wir sonst ein wenig mehr Wissen, wie gut Cormier wirklich sein kann. Er wird am 22. Februar gegen den letzten Gegner Jon Jones‘ antreten, Glover Teixeira. Auch dieser konnte von Jon Jones nicht vorzeitig gestoppt werden, auch wenn er dadurch noch mehr Prügel einsteckte und Jon Jones seine Unberechenbarkeit (niemand hatte erwartet, dass er sich auf einen Infight mit Teixeira einlässt) unter Beweis stellte. Und zu guter Letzt werden Ryan Bader und Phil Davis das Verfolgerfeld komplettieren was am selben Abend des Gustafsson/Johnson Fights stattfinden wird.

Nun kommen wir zum Schwergewicht. Wie ich finde derzeit eine wenig spektakuläre Gewichtsklasse. Nach der Velasquez – Dos Santos Trilogie ist etwas die Luft raus, da Cain Velasquez seinem ärgsten Rivalen die Grenzen deutlich aufgezeigt hat. Junior Dos Santos könnte sich derzeit dann aber mehr über die Verletzung von Velasquez freuen als der Interimschampion Fabricio Werdum, da er nur so wieder die Chance auf einen Titel bekommt. Dos Santos überzeugte mich gegen Stipe Miocic nicht, es wird aber wohl für einen Kampf um den Interimstitel gegen Werdum reichen und danach wird Cain gegen den Inhaber dieses Pausenhalters antreten, was kurioserweise zu einem eigentlich undenkbaren 4. Teil Velasquez gegen Dos Santos führen könnte. Bedenkt man die vergangene Einseitigkeit kein Kampf der begeistern wird, dann doch lieber Travis Browne, der sieht zumindest gefährlicher aus. Aber im Ernst Werdum ist sicherlich gerade der Kämpfer hinter Velasquez und könnte den kriselnden Dos Santos durchaus besiegen und dann gäbe es 2015 doch noch einen Schwergewichtstitelkampf mit entsprechender Erwartungshaltung.

Am Ende noch zu den Frauen. Ronda Rousey wird bestimmt auch das Jahr 2015 im Bantamgewicht dominieren. Der Kampf mit Cat Zingano wird gepusht und ich will Zingano auch gar nicht schmälern, aber Rousey ist einfach beeindruckend und scheint unschlagbar, so dass es am Ende nur die Frage sein wird, hat sie ihr Repertoire noch etwas erweitert und geht der Kampf über die erste Runde hinaus. Miesha Tate war eine der Wenigen, die es über die erste Runde hinaus schaffte und daher wird ihr Kampf gegen Sara McMann bei UFC 183 sicherlich auch ein lohnenswerter Kampf. Das neue Strawweightgewicht wurde mit einer würdigen Königin durch die letzte Ultimate Fighter Staffel gekrönt und nun wird man gespannt sein, wer Carla Esparza das Wasser reichen kann. Mich hatte Rose Namajunas begeistert, denn ihr Stil war etwas besonderes: Vielfältig, unorthodox und blitzschnell, aber es sollte nicht reichen, gegen die im Finale im wahrsten Sinne des Wortes bärenstarke Esparza, ich freue mich aber schon die noch junge Namajunas (22) bei ihrer Entwicklung als vielversprechende Mixed Martial Artist zuschauen zu können.

Zum Schluss noch ein kleines Hirngespinst für den Fall einer erfolgreichen Rückkehr Anderson Silvas: Wie wäre es eigentlich, wenn dieser seinen Mittelgewichtstitel gar nicht zurück haben will (seinen eigenen Rekord erfolgreicher Titelverteidigungen wird er sicherlich nicht mehr brechen können) und stattdessen eine Gewichtsklasse höher mal reinschaut. Wäre nicht das erste Mal und ein Superfight zwischen Silva und Jones ließe sich bestimmt verkaufen. Es spricht eine große Konkurrenz in beiden Gewichtsklassen dagegen, da diese genug interessante Kämpfe möglich macht, die Idee ist aber natürlich nicht neu, nur die Vorzeichen sprechen aus Sicht von Anderson Silva mehr als je zuvor dafür, denn so könnte er seine Legende damit endgültig manifestieren indem er nicht nur Weltmeister in 2 unterschiedlichen Gewichtsklassen wird (wie zuvor nur BJ Penn, Randy Couture), sondern die direkte Konkurrenz um den Besten aller Zeiten mit Jon Jones besiegt.


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