Beiträge von Farb

Stumpf is Trumpf

Hier mal das neue Video von Dendemann. Is ne eins, wenn das Lied auch ziemlich nervig is.
(Und Frankie und Matze: auf jeden Fall bis zum Ende gucken – wird euch gefallen!)

Schutzmasken für alle Israelis

Die israelische Regierung wird ab Anfang Februar die gesamte Bevölkerung Israels mit ABC-Schutzmasken versorgen. Vor einigen Wochen wurde das Nahbereichs-Raketenabwehrsystem “Iron-Dome” laut Verteidigungsminister Ehud Barak erfolgreich getestet. Diese und andere Maßnahmen zeigen, dass sich Israel auf den Ernstfall vorbereitet. Die Angst vor Raketenangriffen von Hamas und Hisbullah ist nach wie vor groß. Als schwerwiegendste Bedrohung aber wird Iran empfunden. Laut neuesten Analysen nicht zu unrecht: So soll das iranische Atomprogramm spätestens im Jahr 2015 genug Plutonium für die Herstellung von Nuklearwaffen abwerfen. Mittelstreckenraketen, die bis nach Tel Aviv reichen, befinden sich derzeit im Test. “Die israelische Angst vor einem nuklearen Holocaust ,einem zweiten Holocaust, ist überwältigend” erklärte ein israelischer Iran-Experte der Zeitschrift Zenith.
Der vollständige und sehr lesenswerte Artikel über die Situation in Israel unter:

http://www.zenithonline.de/kultur/gesellschaft/?article=669&pageb=1&cHash=63bb21278a

Sturmhoch über Hamburg

Die Kirchtürme wanken im Takt krachender Donnerschläge. Grelle Blitze durchziehen den pechschwarzen Hamburger Himmel. Die Elbe füllt sich mit unbeschreiblichen Wassermassen, spült die steinernen Deiche fort, als wären sie Schutzwälle aus Sand. Vögel fallen leblos zu Boden, der Wind peitscht Äste und Totenkopfflaggen rücksichtslos über den dreckigen Fischmarkt. Selbst der Kiez ist menschenleer und an dem mit hölzernen Latten verschlagenen Eingang der Ritze prangert eine rautenförmige Tafel. Mit zittriger Hand hat hier jemand geschrieben, in blau weiss rotem Likör: “Heute geschlossen. Sturmhoch im Anmarsch….Dibdibdibbep”

Die Republik ist verunsichert. Droht ihr jetzt der Untergang? Sturmexperte Eric Meijer, der das Hoch noch aus Eindhoven kennt: “Er ist nicht Daisy, er ist auch nicht Pizza“ Meijer beugt sich nach vorne und kühlt sich das kontraktierende Gesicht mit Wasser “Er ist Ruud.” Nervös ergänzt Meijer: “Er wird Deutschland in Schutt und Asche legen. Wie vorher England und Spanien.“

In der Tat jagt die Bilanz von Ruud jeder noch so professionellen Sturmabwehr den Schreck bis ins Mark: In den Jahren 2003 und 2006 hatte er in England und Spanien den mit Abstand tödlichsten Zug zum Tor. In insgesamt 218 Versuchen fielen dem Kraftprotz 141 Tore zum Opfer.
Der Bremer SA-Chef Mertesacker über Ruud: “Er ist eine Killermaschine. Er wird so lange wüten bis es nichts mehr zu wüten gibt”

Die Experten sind sich einig. Ruud wird kommen. Aus Hamburg. Ein Feuersturm über das ganze Land.

Während in der Hansestadt die Helfer die Ruinen des zerfallenen Millerntors beiseite räumen, sitzt einige Kilometer südlich ein schmieriger Peruaner in einem niedlichen Cafe am Fluss. Lässig nippt er an seinem Latte Machiato. Er lehnt sich zurück und steckt seine Sonnenbrille ins ölerne Haar. Dann greift er sich den um die Schulter gebundenen orangegrünen Strickpulli und flüstert: “Ziehen wir uns warm an. Es wird windig”.

Anne Frank und die Hisbollah

Im Libanon lernen Kinder aus Schulbüchern, in denen Auszüge des berühmten Tagebuchs der Anne Frank abgedruckt sind – Für die Hisbollah ein “krimineller Akt”. Nach Auffassung der Partei Gottes verstößt die Bücher gegen ein libanesisches Gesetz, dass den Import israelischer Waren und die Zusammenarbeit mit israelischen Institutionen verbietet. Dass die Tagebucheinträge selbstredend vor der Gründung Israels verfasst wurden, scheint die islamistischen Retter der Jugend nicht zu stören.
Besorgt um die zukünftige Kampfbereitschaft der Kinder, spricht die Hisbollah von einem “schamlosen Gesetzesbruch und einen Schritt in Richtung einer Normalisierung des Verhältnisses mit Israel”.
In der Tat könnten libanesische Kinder ja so etwas kontraproduktives wie Mitgefühl entwickeln, sollten sie die “theatralische, mitreißende und emotionsgeladene Darstellung der Judenverfolgung” lesen.

Vollständiger Artikel unter:
http://www.alsharq.de/2009/12/wie-du-mir-so-ich-dir.html

Alter Wein in neuen Schläuchen

Die libanesisch-schiitische Hizbollah hat ein neues politisches Manifest. Parteichef Hassan Nasrallah präsentierte das Papier am Montag der Öffentlichkeit. Große Überraschungen beinhaltet dies indes nicht. Bezüglich Israels bleibt alles beim Alten, wenn Nasrallah auf der Vorstellung des Manifests auch großherzig verkündete: „Das Problem ist nicht, dass sie Juden sind, sondern dass sie Palästina übernommen haben.“
An der grundlegenden Ablehnung der Existenz Israels ändert dies nichts. So stellte Nasrallah unmissverständlich klar:

„We categorically reject any compromise with Israel or recognizing its legitimacy. This position is definitive, even if everyone recognizes Israel.“

Was dies konkret bedeutet, lässt sich im Manifest der Hizbollah nachlesen:

„The history of the Arab-Israeli conflict proves that armed struggle and military resistance is the best way of ending the occupation. The method of negotiations has proven that the Zionist entity becomes more boastful and more belligerent, and that it has no intention of reaching an accord“

Ein freundlicher Wink gen Teheran darf selbstverständlich auch nicht fehlen, muss man seinen Geldgeber doch bei Laune halten:

„In this context, Hezbollah considers Iran as a central state in the Muslim world, since it is the State that dropped through its revolution the Shah’s regime and its American-Israeli projects, and it’s also the state that supported the resistance movements in our region, and stood with courage and determination at the side of the Arab and Islamic causes and especially the Palestinian one.“

Der vollständige antisemitische Erguss unter:
http://www.almanar.com.lb/NewsSite/NewsDetails.aspx?id=113379&language=en

Die Decke auf den Kopf

Rudi, Franz und ich leben seit vorgestern in ständiger Angst. Unser beliebter Trinkpalast in der Geismar Landstraße droht einzustürzen. Gottes Zorn oder Klimawandel?

Es ist ein ganz normaler Montag im November, 13.00 Uhr: Die Vögel zwitschern nicht und die Sonne scheint nicht. Wochenanfangsmigräne. Behäbig puhlt sich Arbeitnehmerpräsident Franz aus den Federn, um einen lange verschleppten Auftrag Rudis in die Tat umzusetzen: Anruf beim Vermieter, der Beuler ist schrott.
“Können Sie jemanden vorbeischicken?” fragt Franz nüchtern. “Wo wohnen sie denn?” krächzt die korpulente Sekretärin, die abgebissene Salamischnitte (Graubrot) neben den Hörer legend. “Geismar Landstrasse” antwortet Franz, immer noch nüchtern, aber jetzt mit Kippe. “Mmmmmhhh. Nein. Da schicken wir niemanden mehr hin. Der ganze Innenhof ist mit Wasser unterspült. Das Haus kann jeden Moment abrutschen und ist akut einsturzgefährdet. Bis Februar müssen Sie ausgezogen sein.”
Franz, jetzt nicht mehr ganz nüchtern, aber immer noch mit Kippe: “Ähhhh? Achso, ehrlich gesagt falle ich jetzt aus allen Wolken.”. Sekretärin, noch nicht ganz satt: “Wir auch”.

Nun ist es also soweit. Eine Ära geht zu Ende. Tiefe Trauer überkommt uns. Und das Schlimmste: Die Ohnmacht, die Hilflosigkeit. Wäre es der Russe gewesen, oder eine Katjuscha der Hamas – wir hätten gekämpft. Tapfer, stolz und frei (nach Savas): “Russen und Hamas, hol ich runter mit der Flag”.
Aber so… es ist furchtbar. Bilder der Erinnerung ziehen am geistigen Auge vorbei, gehüllt in einen Schleier der Wehmut und des Nichtwissens. Fragen tauchen auf, mit jeder Anekdote. Ein Beispiel:
April 2009, Tag des fast vergessenen DFB-Pokalhalbfinals HSV gegen Bremen, 21.00 Uhr: Einige Altbekannte haben sich bereits ordentlich einen hinter die Binde gegossen. Allen voran der lange Hannes und der nicht ganz so lange Frankie. Während Hannes sich bereits auf dem Weg nach Hause seiner Innereien entledigt, wankt Frankie im Eingang zu Rudis Zimmer. Er ist aufgebracht. Und er ist laut: “Saaaaaaannnnnnnkkkkkktttppppaaaauuuullllläääääääää” schallt es im Sekundentakt aus seinem Mund und durch den Raum. Spielen tun wohlgemerkt andere, HSV gegen Bremen, aber das erscheint Frankie weniger relevant. Er kommt auf die Idee, seinen Gesang zu untermalen. Mit Volker Racho hämmert er seine Faust gegen Schränke und Wände. Ein einziger Trommelwirbel, eine Kakophonie aus Frankies rauem Gesang, taktvollen Schlägen, klirrenden Gläsern und Bela Rethy. Aber Halt! Über die Erinnerung legt sich ein tiefer Schatten: Was wäre wenn Frankies Bizeps kräftiger gewesen wäre? Wären wir alle unter den Trümmern begraben? Trümmersäufer? Furchtbare Gedanken.
Und zahllose Fragen, Fragen wie diese: Hätte Franz den Montecassino bestiegen, wenn er gewusst hätte, das jede Erschütterung zu einem tödlichen Steinschlag hätte führen können? Hätte Rudi die Flippers bis zum Anschlag aufgedreht, wenn er um die schwäche des Gemäuers gewusst hätte?

Die quälenste aller Fragen aber dreht sich wie so oft um das Warum. Wie konnte das passieren, in Schland, dem Land der Eichen und Backsteine? In der Türkei, nun gut, aber in einem zivilisierten Land wie dem Unsrigen?
Aus meiner Sicht gibt es hier nur zwei mögliche Erklärungen. Die eine religiöser Natur, die andere nur mit der Kenntnis der groben Physik zu verstehen.
Es erscheint mir durchaus möglich das Gottes Wut überschäumte, als er bemerkte, dass Franz, der Arbeitnehmerpräsident und Heiland der Atheisten, in sein Zimmer einzog. Kraft seiner Allmacht, taten sich unterirdische Gräben auf, der Herr der Welten füllte sie mit Wasser und ließ die Mauern zerbarsten. Als sich vor einem halben Jahr der Keller mit Unreinem füllte, hätte dies Warnung genug sein müssen. Aber Franz weigerte sich vehement, die Stimme Gottes zu erhören und den Pfad der Tugend zu beschreiten. Nun hat der Barmherzige sein unbarmherziges Urteil gefällt. Der Tag des Gerichts ist gekommen – die WG versinkt im Höllenfeuer.

Die zweite Möglichkeit wird den Wissenschaftlern unter uns Erklärung genug sein. Wie die Pole, schmelzen auch die Parkplätze und Häuser. Da Flüsse bekanntermaßen bergab fließen, von der Quelle ins Meer, hat sich das Gletscherwasser vom Nordpol seinen Weg bis unter unser Haus gebahnt. Da es durch den Golfstrom nun immer wärmer wird, friert das Wasser nicht mehr – das Fundament wird weich, das Haus fluide. Es kommt zur sogenannten klimatischen Dekonstruktion eigentlich unfragiler Atomverbindungen – auf Deutsch: Das Haus stürzt ein. Die Decke auf den Kopf.