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Nixon’s back

Oh, no? Well, listen here, missy. Computers may be twice as fast as they were in 1973, but the average voter is as drunk and stupid as ever. The only one who’s changed is me. I‘ve become more bitter and, let’s face it, crazy over the years. And when I‘m swept into office, I‘ll sell our children’s organs to zoos for meat, and I‘ll go into people’s houses at night and wreck up the place! “ Richard Nixon (3004)

So scheint es sicher, dass Richard Nixon das Böse schlechthin, vielleicht sogar der Leibhaftige selbst ist. Der Mann mit der guten republikanischen Wirkung verkörperte wohl wie kaum ein zweiter den Typus des Machtpolitikers der über Leichen geht, selbst wenn er sie suchen muss wie einst Jiří Štajner den dritten Zweikampf auf dem Weg zum Torschuss. Aber was sagt uns dies über das bedingslose Grundeinkommen?

Es scheinen zwei völlig verschiedene Themen zu sein; der republikanische Satan im Kellergewölbe des Watergate und die quasi sozialistische Idee des Grundeinkommens liegen dann doch so fern voneinander wie ein Friteuse und ein Schokoriegel. Doch in dieser völlig anderen Thematik wurden wir einst durch den Gaumen der ästhetischen Engländer Lügen gestraft, es scheint sich nicht immer alles zu widersprechen was sich auf den ersten Blick gegenseitig aufzulösen scheint.

So spielt die Zeit entweder ein Spiel der geschmacklosesten Art und Weise indem sie uns weismachen will, dass Richard Nixon nix anderes war als ein Kommunist in einem republikanischen Körper oder die selektive Wahrnehmung der Geschichte hat diesem Politiker der Fairness übler mitgespielt als bisher ans Tagelicht gekommen ist.

Nixons bedingungsloses Grundeinkommen

Die USA standen 1970 vor der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Präsident Nixons Plan hätte das Land grundlegend verändert, schreibt Leser C. Johann.

Als der frisch gewählte Präsident Richard Nixon 1969 in das Weiße Haus einzog, blickten seine Landsleute auf ein Jahrzehnt voller Enttäuschungen zurück. Vietnamkrieg, Attentate und Rassenunruhen stellten das Selbstverständnis der Supermacht auf eine schwere Probe. Als fundamentales Problem wurden die rasant wachsenden Zahlen der Sozialhilfeempfänger gesehen. Die Innenstädte waren zu Ghettos geworden für Minderheiten, die abhängig von staatlicher Hilfe ohnmächtig den Zerfall ihrer Familien erleiden mussten. Als nun auch die Löhne der Arbeiter stagnierten, wuchs bei diesen die begründete Angst vor dem Leben als „working poor“: Armut trotz Arbeit.

Nixons Family Assistance Plan (FAP) basierte auf dem Steuersystem. Dank eines komplexen Systems variabler Steuerraten sollte der Anreiz, trotz Grundeinkommen weiter arbeiten zu gehen, erhalten bleiben. Der Plan war bereits seit einigen Jahren von Experten der Demokraten ausgearbeitet worden. Hätte ihn ein Demokratischer Präsident vorgeschlagen, wäre er als größte sozialpolitische Errungenschaft des 20. Jahrhunderts gefeiert worden.

Der Republikaner Nixon aber symbolisierte in den Augen liberaler Demokraten den Feind. Daher blieb ihr Enthusiasmus, ihrer Klientel den FAP zu erklären, gering. Im Gegenteil, immer wieder wurde er absichtlich falsch dargestellt. Die von der Regierung vorgesehene Grundsicherung sei zu niedrig, behaupteten Kritiker: Dabei sah der Plan lediglich vor, einen bundesweit einheitlichen Grundsockel bereitzustellen, der von einzelstaatlichen Sozialhilfen und Erwerbseinkommen aufgestockt werden sollte.

Nachdem das Repräsentantenhaus den FAP mit großer Mehrheit verabschiedet hatte, versandete der Gesetzesvorschlag im Senat. Den Senatoren lag mehr an öffentlicher Aufmerksamkeit und Wiederwahl, als an der Unterstützung für den Plan des politischen Gegners; selbst wenn dieser ihren erklärten Zielen nahe stand. Die öffentliche Gegnerschaft zu Nixon, der lange vor Watergate Persona non grata der Linken war, versprach diese Aufmerksamkeit.

In der Folge erkannten immer mehr Politiker, dass es aussichtsreicher war, auf polarisierende Symbole statt komplexe Lösungsvorschläge zu setzen. Rasch begriff das auch Ronald Reagan. Als kalifornischer Gouverneur konnte er sich auch dank seiner Gegnerschaft zum FAP bundesweit einen Namen machen.

Seine Komplexität und Nixons Politikverständnis ließen den FAP 1970 scheitern. Die Visionen und Versprechen seiner beiden Vorgänger, John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson, hatten die Grenzen des politisch Machbaren immer mehr verwischt. Nixons nüchterner Ton bei der Bewerbung des FAP war nichts im Vergleich zur Verve von Mondflug-Versprechen und Kriegserklärungen gegen die Armut. Vielleicht erinnert sich auch deswegen heute keiner mehr daran.


http://www.zeit.de/wissen/geschichte/2011-09/Leserartikel-geschichte-usa

Ist Nixon somit nichts anderes als missverstanden oder ist dies nur ein neuer Schachzug des Bilzebubs der seine Rückkehr durch die Hintertür der Zeit vorbereiten will und C. Johann niemand anderes als Nixons guter Freund Morbo, der medial nicht ruhen wird bis Richard Milhous Nixon die Rückkehr in sein ihm zustehendes Amt geschafft hat.

Berühmte letzte Worte

Mein lieber …… , zu sterben ist nicht das Schlechteste was einem passieren kann. Ich bin nun schon drei Tage tot und ich habe tatsächlich meinen Frieden gefunden. Du hast mal gesagt mein Leben hängt an einem seidenen Faden. Nun fürchte ich aber, dass es dein Leben ist, was an besagtem Faden hängt, denn es wird immer ein paar Leute geben, die darauf aus sind deinen Lebensfaden zu kappen, aber dir macht das ja nichts aus. Ich habe fast das Gefühl du brauchst das. Das ist im Übrigen auch der Unterschied zwischen uns. Ich habe immer versucht jeder Form von Ärger aus dem Weg zu gehen, während du den Trouble nicht nur suchst, sondern offenbar auch das Unheil anzuziehen scheinst.

Du hast ziemlich hoch gespielt mein Freund und du bist auch nicht leise dabei gewesen. Ich will damit sagen, man weiß inzwischen, dass du Jemand bist.

Du wirst nicht mehr allzuviel Zeit finden um deine komischen Spielchen zu spielen. Das Leben wird etwas härter für dich werden, aber du wirst es meistern, davon bin ich überzeugt. Bis; tja; bis eines Tages eine neuer …… auftaucht und den Wunsch verspürt aus dir einen Helden zu machen, damit du in die Geschichte eingehst. Du wirst dahinter kommen, dass sie einzige Möglichkeit wieder unter zutauchen, der Tod ist.

Du weißt es selbst mein Junge. Der Westen war mal riesig, grenzenlos und verlassen. Er war so groß, dass man in einem Menschenleben einen Mann den man kannte, nie ein zweites Mal traf. Aber plötzlich kamst du und ich habe das Gefühl plötzlich wurden die riesigen Prärien klein, übervölkert und ich finde man traf jede Person die man kannte zu jeder Stunde wieder.

Vergiß aber eins nicht, dass du heute so leben kannst wie du lebst, verdankst du auch der Zeit, wo ein Pistolenschuss noch jedes Problem lösen konnte und damals waren Leute wie ich hier. Inzwischen ist das Land größer geworden und damit ist auch die Gewalt gewachsen und hat sich organisiert. Wenn man nachdenkt kommt man dann zu dem Schluss, dass Leute wie ich gehen müssen. Vielleicht bin ich müde geworden, aber es ist nicht wahr, dass die Jahre weise machen, sie machen alt. Ich hoffe, dass du noch ein oder zwei Leute triffst, die die gleiche Blutgruppe haben wie du.

Naja, was soll ich noch sagen? Freundschaft scheint mit der Entfernung zu wachsen und eine Trennung verbindet nur noch mehr. Du bist zwar ein Junge, der mitten im Leben steht, aber trotzdem ein Tip, solltest du mal bei einem Babier sein, vergewissere dich mein Junge, dass in dem Kittel auch immer der Richtige steckt.

Ich bin froh, fast erleichtert, weil ich weiß, dass du bleibst. Vielleicht sehen wir uns nochmal irgendwann, irgendwo wieder. Bleib gesund mein lieber Junge.

Jack Beauregard (1973)

„Some men just want to watch the world burn“

Because some men aren‘t looking for anything logical, like money. They can‘t be bought, bullied, reasoned or negotiated with. Some men just want to watch the world burn. “, Alfred Pennyworth

Der Hype hat sich gelegt, „The Dark Knight“ lief vor drei Jahren in den Kinos und die neue Metamorphose aus Blockbuster-Popcorn-Kino und Charakterkino hatte ihren vorläufigen Höhepunkt dank Christopher Nolan erreicht. Doch wurde letztendlich weniger der Blockbuster gehypt und mit Lob überschüttet, sondern vor allem der kurz nach Dreharbeiten suizidal gestorbene Heath Ledger in seiner Rolle als Joker.

Es war Zeit sich den Film noch einmal mit genügend Abstand anzuschauen und die Rolle des Jokers, der Chararakter bzw. die Auslegung der Persönlichkeit des Jokers bleiben ein beeindruckender Teil der Comicfilmgeschichte. Der Joker, den ich am ehesten als einen sadistischen, nihilistischen Anarchisten bezeichnen würde, überzeugt als der Freak, den die Menschheit sich selbst zuzuschreiben hat. Denn der „Agent of Chaos“ glaubt in der Tat nicht an vieles, aber an ein pessimistisches Menschenbild und einen menschlichen Egoismus, welche er sich zu nutze macht um ihnen den Spiegel vor zu halten.

So hat der eigentlich doch so planlose Joker immer einen „joker“ im Ärmel.

The Joker: Until their spirit breaks completely. Until they get a good look at the real Harvey Dent and all the heroic things he’s done. You didn‘t think I‘d risk losing the battle for Gotham’s soul in a fistfight with you? No. You need an ace in the hole. Mine’s Harvey.
Batman: What did you do?
The Joker: I took Gotham’s white knight and I brought him down to our level. It wasn‘t hard. You see, madness, as you know, is like gravity. All it takes is a little push!

In „The Dark Knight“ gelingt es Heath Ledger der Figur des Jokers den Status des ihm zustehenden „Super-Villains“ das nötige Chaos einzuverleiben. Der Joker ist nicht der „große Verbrecher“, weil er die größten Pläne hat, nein er ist unberechenbar, da er nicht anderes will als die Menschheit untergehen und sich gegenseitig zerfleischend zu sehen. Wie er es in seinem finalen Experiment beweisen will und bei aller filmischen und auch comicbedachten „Harmoniesucht“, würde das Experiment in der Wirklichkeit dem Joker mehr in die Karten spielen.

Tonight you‘re all gonna be part of a social experiment. Through the magic of diesel fuel and ammonium nitrate, I‘m ready right now to blow you all sky high. Anyone attempts to get off their boat, you all die. Each of you has a remote… to blow up the other boat. At midnight, I blow you all up. If, however, one of you presses the button, I‘ll let that boat live. So, who’s it going to be: Harvey Dent’s most wanted scumbag collection, or the sweet and innocent civilians? You choose… oh, and you might want to decide quickly, because the people on the other boat might not be so noble.

Er fordert dabei kein Lösegeld oder bringt irgendwelche andere geartete kriminelle Energie auf, der Joker spielt ein Spiel gegen den Glauben an die Menschheit, den er Stück für Stück, Mensch für Mensch demontieren will. „Because you were the best of us! He wanted to prove that even someone as good as you could fall. “, so Batman zu Harvey Two Face Dent. Aus der Perspektive des Jokers klingt das dann ganz anders:

Two-Face: It was your men, your plan!
The Joker: Do I really look like a guy with a plan? You know what I am? I‘m a dog chasing cars. I wouldn‘t know what to do with one if I caught it. You know, I just… do things. The mob has plans, the cops have plans, Gordon’s got plans. You know, they‘re schemers. Schemers trying to control their little worlds. I‘m not a schemer. I try to show the schemers how pathetic their attempts to control things really are. So, when I say… Ah, come here.
[takes Dent’s hand into his own]
The Joker: When I say that you and your girlfriend was nothing personal, you know that I‘m telling the truth. It’s the schemers that put you where you are. You were a schemer, you had plans, and look where that got you.
[Dent tries to grab the Joker]
The Joker: I just did what I do best. I took your little plan and I turned it on itself. Look what I did to this city with a few drums of gas and a couple of bullets. Hmmm? You know… You know what I‘ve noticed? Nobody panics when things go „according to plan.“ Even if the plan is horrifying! If, tomorrow, I tell the press that, like, a gang banger will get shot, or a truckload of soldiers will be blown up, nobody panics, because it’s all „part of the plan.“ But when I say that one little old mayor will die, well then everyone loses their minds!
[Joker hands Two-Face a gun and points it at himself]
The Joker: Introduce a little anarchy. Upset the established order, and everything becomes chaos. I‘m an agent of chaos. Oh, and you know the thing about chaos? It’s fair!

Was den Joker aber zu diesem Botschafter des totalen Chaos gemacht hat, wird in „The Dark Knight“ offen gelassen, dass er einfach nur wahnsinnig ist wirkt zu einfach, der Charakter zu perfide, zu reflektiert in seinem Handeln. Der Joker muss auf grausame Weise seinen Glauben in die Menschheit verloren haben, dies könnte sich natürlich aus einem grausamen Akt des Vaters gründen.

Wanna know how I got these scars? My father was… a drinker. And a fiend. And one night he goes off crazier than usual. Mommy gets the kitchen knife to defend herself. He doesn‘t like that. Not-one-bit. So – me watching – he takes the knife to her, laughing while he does it! Turns to me, and he says, „why so serious, son?“ Comes at me with the knife… „Why so serious?“ He sticks the blade in my mouth… „Let’s put a smile on that face!“

oder aber auch auf eine zurückgewiesene und pathologische Liebe zurückzuführen seien

Hey! Look at me. So I had a wife, beautiful, like you, who tells me I worry too much. Who tells me I ought to smile more. Who gambles and gets in deep with the sharks… Look at me! One day, they carve her face. And we have no money for surgeries. She can‘t take it. I just want to see her smile again, hm? I just want her to know that I don‘t care about the scars. So… I stick a razor in my mouth and do this to myself. And you know what? She can‘t stand the sight of me! She leaves. Now I see the funny side. Now I‘m always smiling!

Was auch immer biographisch zu diesem Joker führte, es waren Jonathan und Christopher Nolan, die diese Facetten des Jokers im Drehbuch zu „The Dark Knight“ herausgearbeitet haben und es war letztendlich Heath Ledger, der sie gegen die Erwartung von vielen, der sie in einer grandiosen Form umgesetzt hat. So wirkt der Joker oft wie das pure Böse und auf der anderen Seite wieder wie ein trotteliger, fast symphatischer am Leben gescheiteter „Aussteiger“. Es ist traurig, dass Heath Ledger sich das Leben genommen hat, nicht zuletzt, weil mit ihm ein Schauspieler mit allergrößtem Potential verloren gegangen ist, aber mit der Rolle des Jokers hat er es geschafft einen Mythos zu hinterlassen; war er am Ende so in der Rolle gefangen, dass er das Leben nicht mehr für lebenswert hielt oder war es nicht mehr als ein Zufall, dass dieser destruktivste Charakter zeitlich vor Ledgers Selbstmord sein Leben bestimmte? Man wird es nie erfahren, doch hat das Kinopublikum erfahren zu welch außergewöhnlichen Leistungen Heath Ledger als Schauspieler in der Lage war, auch wenn man gerne noch weitere solcher beeindruckenden Darbietungen hätte sehen wollen.

RIP Heath Ledger 1979 – 2008