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Nixon’s back

Oh, no? Well, listen here, missy. Computers may be twice as fast as they were in 1973, but the average voter is as drunk and stupid as ever. The only one who’s changed is me. I‘ve become more bitter and, let’s face it, crazy over the years. And when I‘m swept into office, I‘ll sell our children’s organs to zoos for meat, and I‘ll go into people’s houses at night and wreck up the place! “ Richard Nixon (3004)

So scheint es sicher, dass Richard Nixon das Böse schlechthin, vielleicht sogar der Leibhaftige selbst ist. Der Mann mit der guten republikanischen Wirkung verkörperte wohl wie kaum ein zweiter den Typus des Machtpolitikers der über Leichen geht, selbst wenn er sie suchen muss wie einst Jiří Štajner den dritten Zweikampf auf dem Weg zum Torschuss. Aber was sagt uns dies über das bedingslose Grundeinkommen?

Es scheinen zwei völlig verschiedene Themen zu sein; der republikanische Satan im Kellergewölbe des Watergate und die quasi sozialistische Idee des Grundeinkommens liegen dann doch so fern voneinander wie ein Friteuse und ein Schokoriegel. Doch in dieser völlig anderen Thematik wurden wir einst durch den Gaumen der ästhetischen Engländer Lügen gestraft, es scheint sich nicht immer alles zu widersprechen was sich auf den ersten Blick gegenseitig aufzulösen scheint.

So spielt die Zeit entweder ein Spiel der geschmacklosesten Art und Weise indem sie uns weismachen will, dass Richard Nixon nix anderes war als ein Kommunist in einem republikanischen Körper oder die selektive Wahrnehmung der Geschichte hat diesem Politiker der Fairness übler mitgespielt als bisher ans Tagelicht gekommen ist.

Nixons bedingungsloses Grundeinkommen

Die USA standen 1970 vor der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Präsident Nixons Plan hätte das Land grundlegend verändert, schreibt Leser C. Johann.

Als der frisch gewählte Präsident Richard Nixon 1969 in das Weiße Haus einzog, blickten seine Landsleute auf ein Jahrzehnt voller Enttäuschungen zurück. Vietnamkrieg, Attentate und Rassenunruhen stellten das Selbstverständnis der Supermacht auf eine schwere Probe. Als fundamentales Problem wurden die rasant wachsenden Zahlen der Sozialhilfeempfänger gesehen. Die Innenstädte waren zu Ghettos geworden für Minderheiten, die abhängig von staatlicher Hilfe ohnmächtig den Zerfall ihrer Familien erleiden mussten. Als nun auch die Löhne der Arbeiter stagnierten, wuchs bei diesen die begründete Angst vor dem Leben als „working poor“: Armut trotz Arbeit.

Nixons Family Assistance Plan (FAP) basierte auf dem Steuersystem. Dank eines komplexen Systems variabler Steuerraten sollte der Anreiz, trotz Grundeinkommen weiter arbeiten zu gehen, erhalten bleiben. Der Plan war bereits seit einigen Jahren von Experten der Demokraten ausgearbeitet worden. Hätte ihn ein Demokratischer Präsident vorgeschlagen, wäre er als größte sozialpolitische Errungenschaft des 20. Jahrhunderts gefeiert worden.

Der Republikaner Nixon aber symbolisierte in den Augen liberaler Demokraten den Feind. Daher blieb ihr Enthusiasmus, ihrer Klientel den FAP zu erklären, gering. Im Gegenteil, immer wieder wurde er absichtlich falsch dargestellt. Die von der Regierung vorgesehene Grundsicherung sei zu niedrig, behaupteten Kritiker: Dabei sah der Plan lediglich vor, einen bundesweit einheitlichen Grundsockel bereitzustellen, der von einzelstaatlichen Sozialhilfen und Erwerbseinkommen aufgestockt werden sollte.

Nachdem das Repräsentantenhaus den FAP mit großer Mehrheit verabschiedet hatte, versandete der Gesetzesvorschlag im Senat. Den Senatoren lag mehr an öffentlicher Aufmerksamkeit und Wiederwahl, als an der Unterstützung für den Plan des politischen Gegners; selbst wenn dieser ihren erklärten Zielen nahe stand. Die öffentliche Gegnerschaft zu Nixon, der lange vor Watergate Persona non grata der Linken war, versprach diese Aufmerksamkeit.

In der Folge erkannten immer mehr Politiker, dass es aussichtsreicher war, auf polarisierende Symbole statt komplexe Lösungsvorschläge zu setzen. Rasch begriff das auch Ronald Reagan. Als kalifornischer Gouverneur konnte er sich auch dank seiner Gegnerschaft zum FAP bundesweit einen Namen machen.

Seine Komplexität und Nixons Politikverständnis ließen den FAP 1970 scheitern. Die Visionen und Versprechen seiner beiden Vorgänger, John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson, hatten die Grenzen des politisch Machbaren immer mehr verwischt. Nixons nüchterner Ton bei der Bewerbung des FAP war nichts im Vergleich zur Verve von Mondflug-Versprechen und Kriegserklärungen gegen die Armut. Vielleicht erinnert sich auch deswegen heute keiner mehr daran.


http://www.zeit.de/wissen/geschichte/2011-09/Leserartikel-geschichte-usa

Ist Nixon somit nichts anderes als missverstanden oder ist dies nur ein neuer Schachzug des Bilzebubs der seine Rückkehr durch die Hintertür der Zeit vorbereiten will und C. Johann niemand anderes als Nixons guter Freund Morbo, der medial nicht ruhen wird bis Richard Milhous Nixon die Rückkehr in sein ihm zustehendes Amt geschafft hat.

Berühmte letzte Worte

Mein lieber …… , zu sterben ist nicht das Schlechteste was einem passieren kann. Ich bin nun schon drei Tage tot und ich habe tatsächlich meinen Frieden gefunden. Du hast mal gesagt mein Leben hängt an einem seidenen Faden. Nun fürchte ich aber, dass es dein Leben ist, was an besagtem Faden hängt, denn es wird immer ein paar Leute geben, die darauf aus sind deinen Lebensfaden zu kappen, aber dir macht das ja nichts aus. Ich habe fast das Gefühl du brauchst das. Das ist im Übrigen auch der Unterschied zwischen uns. Ich habe immer versucht jeder Form von Ärger aus dem Weg zu gehen, während du den Trouble nicht nur suchst, sondern offenbar auch das Unheil anzuziehen scheinst.

Du hast ziemlich hoch gespielt mein Freund und du bist auch nicht leise dabei gewesen. Ich will damit sagen, man weiß inzwischen, dass du Jemand bist.

Du wirst nicht mehr allzuviel Zeit finden um deine komischen Spielchen zu spielen. Das Leben wird etwas härter für dich werden, aber du wirst es meistern, davon bin ich überzeugt. Bis; tja; bis eines Tages eine neuer …… auftaucht und den Wunsch verspürt aus dir einen Helden zu machen, damit du in die Geschichte eingehst. Du wirst dahinter kommen, dass sie einzige Möglichkeit wieder unter zutauchen, der Tod ist.

Du weißt es selbst mein Junge. Der Westen war mal riesig, grenzenlos und verlassen. Er war so groß, dass man in einem Menschenleben einen Mann den man kannte, nie ein zweites Mal traf. Aber plötzlich kamst du und ich habe das Gefühl plötzlich wurden die riesigen Prärien klein, übervölkert und ich finde man traf jede Person die man kannte zu jeder Stunde wieder.

Vergiß aber eins nicht, dass du heute so leben kannst wie du lebst, verdankst du auch der Zeit, wo ein Pistolenschuss noch jedes Problem lösen konnte und damals waren Leute wie ich hier. Inzwischen ist das Land größer geworden und damit ist auch die Gewalt gewachsen und hat sich organisiert. Wenn man nachdenkt kommt man dann zu dem Schluss, dass Leute wie ich gehen müssen. Vielleicht bin ich müde geworden, aber es ist nicht wahr, dass die Jahre weise machen, sie machen alt. Ich hoffe, dass du noch ein oder zwei Leute triffst, die die gleiche Blutgruppe haben wie du.

Naja, was soll ich noch sagen? Freundschaft scheint mit der Entfernung zu wachsen und eine Trennung verbindet nur noch mehr. Du bist zwar ein Junge, der mitten im Leben steht, aber trotzdem ein Tip, solltest du mal bei einem Babier sein, vergewissere dich mein Junge, dass in dem Kittel auch immer der Richtige steckt.

Ich bin froh, fast erleichtert, weil ich weiß, dass du bleibst. Vielleicht sehen wir uns nochmal irgendwann, irgendwo wieder. Bleib gesund mein lieber Junge.

Jack Beauregard (1973)

„Some men just want to watch the world burn“

Because some men aren‘t looking for anything logical, like money. They can‘t be bought, bullied, reasoned or negotiated with. Some men just want to watch the world burn. “, Alfred Pennyworth

Der Hype hat sich gelegt, „The Dark Knight“ lief vor drei Jahren in den Kinos und die neue Metamorphose aus Blockbuster-Popcorn-Kino und Charakterkino hatte ihren vorläufigen Höhepunkt dank Christopher Nolan erreicht. Doch wurde letztendlich weniger der Blockbuster gehypt und mit Lob überschüttet, sondern vor allem der kurz nach Dreharbeiten suizidal gestorbene Heath Ledger in seiner Rolle als Joker.

Es war Zeit sich den Film noch einmal mit genügend Abstand anzuschauen und die Rolle des Jokers, der Chararakter bzw. die Auslegung der Persönlichkeit des Jokers bleiben ein beeindruckender Teil der Comicfilmgeschichte. Der Joker, den ich am ehesten als einen sadistischen, nihilistischen Anarchisten bezeichnen würde, überzeugt als der Freak, den die Menschheit sich selbst zuzuschreiben hat. Denn der „Agent of Chaos“ glaubt in der Tat nicht an vieles, aber an ein pessimistisches Menschenbild und einen menschlichen Egoismus, welche er sich zu nutze macht um ihnen den Spiegel vor zu halten.

So hat der eigentlich doch so planlose Joker immer einen „joker“ im Ärmel.

The Joker: Until their spirit breaks completely. Until they get a good look at the real Harvey Dent and all the heroic things he’s done. You didn‘t think I‘d risk losing the battle for Gotham’s soul in a fistfight with you? No. You need an ace in the hole. Mine’s Harvey.
Batman: What did you do?
The Joker: I took Gotham’s white knight and I brought him down to our level. It wasn‘t hard. You see, madness, as you know, is like gravity. All it takes is a little push!

In „The Dark Knight“ gelingt es Heath Ledger der Figur des Jokers den Status des ihm zustehenden „Super-Villains“ das nötige Chaos einzuverleiben. Der Joker ist nicht der „große Verbrecher“, weil er die größten Pläne hat, nein er ist unberechenbar, da er nicht anderes will als die Menschheit untergehen und sich gegenseitig zerfleischend zu sehen. Wie er es in seinem finalen Experiment beweisen will und bei aller filmischen und auch comicbedachten „Harmoniesucht“, würde das Experiment in der Wirklichkeit dem Joker mehr in die Karten spielen.

Tonight you‘re all gonna be part of a social experiment. Through the magic of diesel fuel and ammonium nitrate, I‘m ready right now to blow you all sky high. Anyone attempts to get off their boat, you all die. Each of you has a remote… to blow up the other boat. At midnight, I blow you all up. If, however, one of you presses the button, I‘ll let that boat live. So, who’s it going to be: Harvey Dent’s most wanted scumbag collection, or the sweet and innocent civilians? You choose… oh, and you might want to decide quickly, because the people on the other boat might not be so noble.

Er fordert dabei kein Lösegeld oder bringt irgendwelche andere geartete kriminelle Energie auf, der Joker spielt ein Spiel gegen den Glauben an die Menschheit, den er Stück für Stück, Mensch für Mensch demontieren will. „Because you were the best of us! He wanted to prove that even someone as good as you could fall. “, so Batman zu Harvey Two Face Dent. Aus der Perspektive des Jokers klingt das dann ganz anders:

Two-Face: It was your men, your plan!
The Joker: Do I really look like a guy with a plan? You know what I am? I‘m a dog chasing cars. I wouldn‘t know what to do with one if I caught it. You know, I just… do things. The mob has plans, the cops have plans, Gordon’s got plans. You know, they‘re schemers. Schemers trying to control their little worlds. I‘m not a schemer. I try to show the schemers how pathetic their attempts to control things really are. So, when I say… Ah, come here.
[takes Dent’s hand into his own]
The Joker: When I say that you and your girlfriend was nothing personal, you know that I‘m telling the truth. It’s the schemers that put you where you are. You were a schemer, you had plans, and look where that got you.
[Dent tries to grab the Joker]
The Joker: I just did what I do best. I took your little plan and I turned it on itself. Look what I did to this city with a few drums of gas and a couple of bullets. Hmmm? You know… You know what I‘ve noticed? Nobody panics when things go „according to plan.“ Even if the plan is horrifying! If, tomorrow, I tell the press that, like, a gang banger will get shot, or a truckload of soldiers will be blown up, nobody panics, because it’s all „part of the plan.“ But when I say that one little old mayor will die, well then everyone loses their minds!
[Joker hands Two-Face a gun and points it at himself]
The Joker: Introduce a little anarchy. Upset the established order, and everything becomes chaos. I‘m an agent of chaos. Oh, and you know the thing about chaos? It’s fair!

Was den Joker aber zu diesem Botschafter des totalen Chaos gemacht hat, wird in „The Dark Knight“ offen gelassen, dass er einfach nur wahnsinnig ist wirkt zu einfach, der Charakter zu perfide, zu reflektiert in seinem Handeln. Der Joker muss auf grausame Weise seinen Glauben in die Menschheit verloren haben, dies könnte sich natürlich aus einem grausamen Akt des Vaters gründen.

Wanna know how I got these scars? My father was… a drinker. And a fiend. And one night he goes off crazier than usual. Mommy gets the kitchen knife to defend herself. He doesn‘t like that. Not-one-bit. So – me watching – he takes the knife to her, laughing while he does it! Turns to me, and he says, „why so serious, son?“ Comes at me with the knife… „Why so serious?“ He sticks the blade in my mouth… „Let’s put a smile on that face!“

oder aber auch auf eine zurückgewiesene und pathologische Liebe zurückzuführen seien

Hey! Look at me. So I had a wife, beautiful, like you, who tells me I worry too much. Who tells me I ought to smile more. Who gambles and gets in deep with the sharks… Look at me! One day, they carve her face. And we have no money for surgeries. She can‘t take it. I just want to see her smile again, hm? I just want her to know that I don‘t care about the scars. So… I stick a razor in my mouth and do this to myself. And you know what? She can‘t stand the sight of me! She leaves. Now I see the funny side. Now I‘m always smiling!

Was auch immer biographisch zu diesem Joker führte, es waren Jonathan und Christopher Nolan, die diese Facetten des Jokers im Drehbuch zu „The Dark Knight“ herausgearbeitet haben und es war letztendlich Heath Ledger, der sie gegen die Erwartung von vielen, der sie in einer grandiosen Form umgesetzt hat. So wirkt der Joker oft wie das pure Böse und auf der anderen Seite wieder wie ein trotteliger, fast symphatischer am Leben gescheiteter „Aussteiger“. Es ist traurig, dass Heath Ledger sich das Leben genommen hat, nicht zuletzt, weil mit ihm ein Schauspieler mit allergrößtem Potential verloren gegangen ist, aber mit der Rolle des Jokers hat er es geschafft einen Mythos zu hinterlassen; war er am Ende so in der Rolle gefangen, dass er das Leben nicht mehr für lebenswert hielt oder war es nicht mehr als ein Zufall, dass dieser destruktivste Charakter zeitlich vor Ledgers Selbstmord sein Leben bestimmte? Man wird es nie erfahren, doch hat das Kinopublikum erfahren zu welch außergewöhnlichen Leistungen Heath Ledger als Schauspieler in der Lage war, auch wenn man gerne noch weitere solcher beeindruckenden Darbietungen hätte sehen wollen.

RIP Heath Ledger 1979 – 2008

Schön is es

Bin gerade auf Bonusmaterial zu „Unlike U“ gestoßen. Jazzy Jeff hatte den Film bereits schmackhaft machen können und sollte auch recht behalten, dass dieser Film über die Trainwriting Szene in Berlin definitiv lohnenswert ist. Mir als nicht so vertrauten Person was Sprüher angeht hat der Film aufgezeigt wie verdammt gut Graffitis aussehen können.

Der Film zeigt aber auch die Subkultur, die hinter diesen Bildern steckt. Welche Opfer es bedeutet (nachts) malen zu gehen, welche Risiken damit verbunden sind und warum diese Leute all das was eigentlich dagegen spricht auf sich nehmen und wenn dabei so schöne Pieces heraus kommen wie oben gezeigt, kann niemand ernsthaft behaupten, dass ihm oder ihr die biedere Fassade des Alltags wirklich besser gefällt. Graffiti ist eine der inklusivsten Formen der Kunst, da sie aufgrund des öffentlichen Charakters auch diejenigen erreicht, die damit vielleicht erstmal gar nichts zu tun haben (wollen). Und wie einer der Protagonisten aus „Unlike U“ es formuliert, „[…] es wurde einfach umgedreht, die Kunst kommt zu dir“ (Poet/GFA) bzw. sinngemäß ein anderer Künstler „Für mich sind die hässlichen Werbetafeln Vandalismus“.

„Always on the run! No sleep til Brooklyn!“

Anfang Februar kommt endlicht eine neue Graffiti Doku auf den Leinwand, die das Potential besitzen könnte neue Maßstäbe zu setzen. „Unlike U“ heißt das Werk von Henrik Regel und Björn Birg. Über sieben Jahre beschäftigten sich die beiden Filmemacher mit der Thematik und erarbeiteten sich so das Vertrauen der Szene, die man durchaus als geschlossene Gesellschaft beschreiben könnte. Und so wirkt es zumindest im Trailer, dass sie hier ein liebevolles und detailliertes Portrait einer Szene geschaffen haben könnten, das so wohl noch nie gesehen wurde.
Warum macht man das, wenn man es doch niemanden erzählen kann? Worin besteht der Kick? Warum kriminalisiert (bzw. wird kriminalisiert) man sich, obwohl man keinen öffentlichen Ruhm oder Geld dafür bekommt? Vielleicht hat SKIM recht und letztendlich ist es nur die Liebe zur Farbe, die jemanden dazu bewegt, soziale Ausgrenzung, Paranoia oder Schlafentzug auf sich zu nehmen, um Züge zu „gestalten“, die ja doch sofort wieder aus den Verkehr genommen werden.
Der Film verspricht auf jeden Fall viel und ist wohl nicht nur was für Kenner der Berliner Sprüher Szene.

The Fighter

„Luck is what happens, when preperation meets opportunity“ *Irish Thunder: The Hard Life & Times of Micky Ward

„Irish“ Micky Ward, gespielt von Mark Wahlberg ist ein Boxer aus dem überschaubaren Lowell, Massachusetts. Zeit seines Lebes steht er im Schatten seines älteren Halbbruders Dicky Eklund (Christian Bale). Dicky hatte einst seinen großen Kampf gegen Sugar Ray Leonard, indem er den großen Sugar Ray sogar auf dem Boden hatte. Die glorreichen Zeiten Dicky’s sind allerdings vorbei, seine heutigen Aufgaben bestehen darin, seine Termine als Trainer seines Bruders nicht allzu unpünktlich wahrzunehmen und seine Cracksucht vor seiner Mutter (Melissa Leo; u.a. bekannt aus den David Simon Produktionen: Homicide und Treme) zu verbergen. Dass er gleichzeitig an der HBO Doku: High on Crack Street: Lost Lives in Lowell mitwirkt, zeigt welchen Überblick Dicky in seinem Leben noch hat. Die Geschichte von „The Fighter“ dreht sich nun um die Entwicklung Micky Ward’s, der trotz widrigster Umstände seine Karriere als Profi – Boxer vorran zu bringen versucht, wozu in erster Linie die Hemmnisse seiner eigenen Familie überwunden werden müssen, dessen White Trash Kontext von der Mutter über den Bruder zu den Schwestern nicht zu leugnen ist.

Vor allem Christian Bale gelingt es in der Rolle des Dicky Eklund einmal mehr zu überzeugen. Nach Rollen wie in „The Dark Knight“ oder „Public Enemies“ bietet ihm der Charakter des Dicky Eklund endlich wieder eine Plattform seine schauspielerisches Potential in seiner ganzen Physis und Tiefe zu nutzen. Ebenfalls herausstellen muss man Melissa Leo, welche in der Rolle der Mutter von Dicky und Micky ihre bisherigen Charaktere vergessen lässt und es ihr gelingt die egoistische White Trash Mutter in einer grausam widerlichen Authentizität auf die Leinwand zu bringen. Dies gelingt der „Gang“ der Schwestern der beiden Brüder im Übrigen vielleicht sogar noch besser.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Bale und Leo für ihre Nebenrollen für den Golden Globe nominiert wurden. Auch dass Amy Adams als Freundin Micky Ward’s in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin Drama“ in Konkurrenz zu Melissa Leo tritt ist nachvollziehbar, die Nominierung Mark Wahlbergs hingegen nicht unbedingt. Er scheint innerhalb des Schauspielensembles von „The Fighter“ immer etwas blasser. Doch vielleicht ist dies auch am Ende der Unterschied zwischen den Golden Globe – Gewinnern und Nominierten, denn schlecht spielt Mark Wahlberg sicherlich nicht, aber eben auch nicht so herausragend, wie in aller erster Linie Christian Bale, der bei den bestehenden Konkurrenten (Jeremy Renner; The Town, Michael Douglas; Wall Street, Andrew Garfield; The Social Network – Ausnahme vielleicht: Geoffrey Rush für The King’s Speech) seine erste Golden Globe Nominierung auch gleich in eine Trophäe umsetzen sollte.

Alles in allem ist „The Fighter“ ein guter Box-Film, der gerade durch die schauspielerischen Leistungen überzeugt, trotz den inhaltlichen Parallelen (zwei Brüder, wahre Geschichte, große Boxer) gelingt es ihm allerdings nicht an ein Meisterwerk, wie Scorseses „Raging Bull“ heranzureichen, welcher den Maßstab aber auch höher kaum setzen konnte.

Hier noch der Link zur HBO Doku: High on Crack Street: Lost Lives in Lowell.

Mr. Nobody

Wenn Zeit keine Rolle spielt, wenn man alle Entscheidungen treffen kann, hat die einzelne Entscheidung eine Bedeutung?

Nemo Nobody (Jared Leto) erinnert sich an sein Leben. Er ist ein alter Mann, der nie existierte. Wer ist Mr. Nobody?

In einer Zukunft, in der er der letzte Sterbliche ist, resümiert er sein Leben. Doch seine Geschichten sind widersprüchlich. So scheiden sich die Eltern des jungen Nemo, bleibt er beim Vater oder entschließt er sich der Mutter zu folgen. Nemo verliebt sich, doch hat er sich in Anna oder Elise verliebt? Sich doch für Jean entschieden? Hat er diese Entscheidung niemals getroffen und daher jede, eine oder gar keine dieser Möglichkeiten gelebt?

„Mr. Nobody“ erzählt eine Lebensgeschichte und doch viele Verschiedene. Der Film springt dabei durch die einzelnen Schicksale Nemo Nobodys und verbindet sie doch zu einem großen Ganzen. So fließt der Zuschauer durch das Leben des Mr. Nobody und erfährt seine Schmerzen, seine Sehnsüchte. Dabei entfacht der Film ein athmosphärisches Feuerwerk der Wärme. Dies gelingt „Mr. Nobody“, indem er das Leben des Hauptprotagonisten in einen visuellen Mantel der Extraklasse hüllt. Ein Zoom aus dem Himmel, ein Zeitraffer am Bahnhof oder die vielen Szenen der Revisionen von Zeit, in denen alles still zu stehen scheint, obwohl die Zeit rückwärts läuft.

Diese visuelle Dynamik wird durch einzelne Musikthemata nicht nur unterstützt, sondern intensiviert. Das eigentliche Chaos der Geschichte verwandelt sich in einen Strom des Lebens.

Es gelingt dem belgischen Regisseur Jaco Van Dormael eine Geschichte der Liebe, Zuneigung und Verzweiflung auf eine einzigartige Weise zu erzählen und auch zu Ende zubringen. Die Atmosphäre erinnert an „Eternal Sunshine of a spotless Mind“ und man könnte auf den Gedanken kommen, wenn Charlie Kaufmann sich dem „Butterfly Effect“ angenommen hätte, wäre ein ähnliches Werk herausgekommen.
Die Darsteller überzeugen; Jared Leto (Requiem for a Dream) bietet in seinen einzelnen Versionen des Nemo Nobody eine notwendige Charakterstringenz und vermittelt die emotionalen Dimensionen Nemos. Die größte Überraschung findet sich jedoch in der Darbietung Diane Krugers, die in der Rolle der Anna, Nemos Sehnsucht authentisch bündeln kann.
In besonderer Weise kann Sarah Polley in der Rolle der manisch depressiven Elise überzeugen, in welcher es ihr gelingt die Verzweiflung und innere Zerissenheit ihres Charakters in eindrucksvoller Weise darzustellen.

„Mr. Nobody“ ist schönes, originelles Erzählkino, welches nicht nur durch einen interessanten Plot und seine Schauspieler überzeugt, sondern es schafft durch eine Symbiose der Geschichte mit einer audiovisuellen Welt den Zuschauer nachhaltig zu beeindrucken.

DC Universe

Der nun kürzlich erschienene Batman Animation Film „Under the Red Hood“ zeigt einmal mehr, dass die Plattform der Animationsfilme gerade im Bezug auf das Comic Genre geradezu optimale Voraussetzungen bietet. Natürlich hat im Bereich der „Comic Book Adaptations“ Christopher Nolans „The Dark Knight“, aber auch andere Filme, wie „Sin City“ oder „Watchmen“, für eine neue Qualität in der Umsetzung von Comics gesorgt, allerdings bieten Animationsfilme, aufgrund der „technischen“ (nichts ist unmöglich darzustellen) Möglichkeiten, die passenderen Voraussetzungen und binden meist größere Teile des DC Universums ein (also nicht nur Superman + Batman, sondern z.B. auch den Flash, Green Lantern, Green Arrow, den Martian Manhunter, Hawkgirl uvm.)

Insbesondere in der Serie „Justce League (Unlimited)“ wird der Kampf zwischen Gut und Böse comic-relevant umgesetzt. In dieser Art der Umsetzung sind vorrangig die außergewöhnlichen und übernatürlichen Kämpfe im Fokus, doch gelingt es „Justice League“, sowie auch „The Batman“ oder „Superman“ interessante Plots (z.T. über Mehrteiler oder ganze Staffeln) aufzubauen. Die Charakterentwicklung gelingt allerdings nicht zuletzt aufgrund des „menschlichen Antlitzes“ den Realverfilmungen besser.

Neben diesen Serien sind in den vergangenen Jahren mehrere zum Teil sehr gute Animationsfilme herausgebracht worden. Vor allem die beiden Justice League Filme „The New Frontier“ und „Crisis on Two Earths“ konnten überzeugen. Hinter den meisten dieser DC Produktionen steckt Bruce W. Timm, der mit dem zu Beginn genannten „Batman Under the Red Hood“ vielleicht nochmal eine Steigerung initiieren konnte, denn so düster und auch brutal kannte man die Filme zuvor nicht. So erinnert der Joker doch ein wenig an die Interpretation Heath Ledgers, was mir persönlich sehr gut gefällt, da ich der klassischen Jokervariante noch nie so viel abgewinnen konnte.

Wer also etwas mit dem Comic Genre anfangen kann, sollte sich die Animationsfilme nicht entgehen lassen, in diesem Jahr folgt nach „Crisis on Two Earths“ und „Under the Red Hood“ noch ein weiterer Animationsfilm, „Superman/Batman: Apocalypse“ (28 September 2010), dessen Trailer ebenfalls vielversprechend aussieht.

Moon

Moon, ein Film, der ein spannendes und kontroverses Thema als Grundlage bietet, dieses allerdings nicht direkt thematisiert.

Sam Bell (Sam Rockwell) arbeitet auf dem Mond. Er besitzt einen 3 Jahresvertrag für die Sicherstellung und Bedienung einer Station, die für ca. 3/4 des Energiebedarfes der Erde verantwortlich ist. Sam Bell ist die einzige Person, die auf dieser Station arbeitet. Ihm zur Seite steht ein Computer, GERTY (Stimme von Kevin Spacy), der darauf programmiert ist dem „einsamen Wächter“ der Raumstation in allen Belangen zur Seite zu stehen. Die mehrjährige Einsamkeit der Hauptfigur scheint zunächst als Thema des Filmes den Mittelpunkt zu bilden. Auch wenn die Einsamkeit nie aus dem Fokus verschwindet, entwickelt „Moon“ doch schnell eine andere Ebene als Sam Bell in einem Mondfahrzeug verunglückt und daraufhin von „sich selbst“ geborgen und gerettet wird.

Die sterile Optik der Mondstation, sowie GERTY als allgegenwärtige Computerstimme wecken bereits nach den ersten Minuten und der Betrachtung des Trailers Assoziationen zu Kubricks Klassiker „2001 – A Space Odyssey“. Allerdings beschränken sich diese Assoziationen letztendlich auf die Atmosphäre, da der HAL 9000 von deutlichen anderem Charakter als GERTY ist.

So legt „Moon“ seinen Schwerpunkt eben nicht auf den Überlebenswillen einer „Maschine“. „Moon“ transferiert diese Problematik auf das Thema der Klonproblematik, in dessen Kontext das Recht auf Selbsterkenntnis und eigenes Leben zwar nicht im moralischen Sinne thematisiert wird, aber anhand des Plots und vor allem der dualen Charakterentwicklung dem Zuschauer als Diskussionsanstoss hinterlassen wird. So antwortet Sam auf eine Anmerkung GERTY’s am Ende des Filmes „ We‘re not programmed, we‘re people“, welches als einzige direkte Aussage zurückbleibt. Auf diese Weise wird der problematische Zeigefinger nicht erhoben und die Stellungnahme bezüglich des Themas auf einem Minimum belassen.

„Moon“ überzeugt durch einen herrvoragenden Sam Rockwell, der einmal mehr sein schauspielerisches Potential abrufen kann, sowie eine dichte, beklemmende Atmosphäre in der die Thematik des Filmes reift, es aber letztendlich dem Zuschauer überlässt in welcher Intensität er/sie über die Problematik nachdenken oder diskutieren möchte.

Soul Kitchen

Der etwas andere Fatih Akin Film.

Wer auf der Suche nach einem Film mit überraschendem Plot und ernshafter Thematik ist, wird bei „Soul Kitchen“ nicht fündig. Wer hingegen Lust auf eine unterhaltsame Komödie mit absurden, gar überzeichneten Charakteren hat, sollte sich „Soul Kichen“ nicht entgehen lassen.

Der Film handelt in Hamburg und dreht sich um das „alternative“ Etablissement Soul Kitchen und dessen Besitzer Zinos Kazantsakis. Dieser, in der Küche äußerst unbegabte, Restaurantbesitzer stolpert im Laufe des Films, in der klassischen Weise einer Schneeballkomödie, von einer Katastrophe in die Nächste. Stets zur Seite dabei steht ihm sein Bruder Illias (Moritz Bleibtreu), welcher ihn tatkräftig bei der Kastatrophensuche unterstützt.

Dass der Plot dabei mehr als vorhersehbar voranschreitet, scheint kein Fehler des Films bzw. des Aufbaus zu sein, es ist beabsichtigt, da „Soul Kitchen“ seine Qualität aus anderen Bereichen bezieht, nämlich aus den gelungenen Charakteren, deren Dialogen, sowie z.T. völlig überdreht inszenierten Situationen. So sind Birol Ünel (Gegen die Wand) als cholerischer und eigentlich wahnsinniger Koch, aber auch die Rolle des Finanzamtes und des Kapitäns nur drei Beispiele, die „Soul Kitchen“ zu einer Komödie „ohne Rückgrat“ machen.

„Soul Kitchen“ bedient sich keiner politischen oder gesellschaftlichen Problematiken, wie dies bei Akin’s „Gegen die Wand“ oder „Auf der anderen Seite“ der Fall war. Vielleicht wird noch die Gentrifizierung Hamburgs thematisiert, dies allerdings höchstens implizit durch die Kurzauftritte Udo Kiers. „Soul Kitchen“ versucht eine Komödie der absurden Art zu sein und es gelingt ihr auch genau dies und darüber hinaus auch nichts mehr zu sein. Die Atzigkeit und das Unglück der Charaktere schaffen es dabei immer wieder den Zuschauer zum Lachen zu bringen und dies in einer Frequenz, dass sich „Soul Kitchen“ nicht vor Klassikern wie „Bang Boom Bang“ und „The Big Lebowski“ verstecken muss, auch wenn der Film nicht ganz an diese heranreicht. (so kann man überraschender Weise sagen, „Bang Boom Bang“ sei der seriösere Film)

Alles in allem ist Fatih Akin mit „Soul Kitchen“ eine äußerst unterhaltsame Komödie gelungen, die mit einem guten Soundtrack und ihren durchweg absurden Charakteren jeden Filmabend bereichern kann.

Die Fremde

„Die Fremde“ ist ein Film, der klischeehaft gesagt unter die Haut geht. Ein Film, welcher in die intimsten Sphären einer türkischen Familie vordringt und dort die Dauer des Filmes über verweilt.

Die Geschichte ist einfach erzählt, eine Ehefrau (Sibel Kekilli) verlässt ihren gewalttätigen Mann und flieht mit ihrem Sohn von Istanbul zurück zu ihrer Familie nach Berlin. Ihre Familie kann jedoch nicht aktzeptieren, dass ihre Tochter/Schwester sich von ihrem Ehemann trennen will und ihr Enkel ohne Vater aufwachsen soll, egal was dies für Mutter und Sohn bedeuten würde. Schließlich beginnt der Kampf einer Frau um ihren Sohn, ihre Unabhängigkeit, aber auch um ihre Aktzeptanz in ihrer sich von ihr abgewendeten Familie.

Der Film von Regisseurin Feo Aladag schafft es wie kein Film dieser Thematik zuvor, die Ängste aller Seiten zu vermitteln. Dies gelingt ihr unter anderem durch die sehr intime, authentische Atmospäre, die z.B. dadurch erreicht wird, dass die jeweiligen Wohnungen kaum verlassen werden (besonders in der ersten Filmhälfte), so entsteht schon fast der Eindruck eines Theaterstückes oder einer Dokumentation. Auch der authentische Umgang mit der Sprache, also das Verhältnis zwischen dem Gebrauch der türkischen zur deutschen Sprache trägt zu weiterem Realismus bei. Der Zuschauer wird direkt mit der Familiensituation konfrontiert, auch wenn der Fokus immer auf Umay und Cem bleibt, also auf Mutter und Sohn, werden einem die weiteren Familiencharaktere geradezu auf familiäre Weise näher gebracht.

So entwickelt sich schnell ein Unverständnis bezüglich des Verhaltens der Familie gegenüber Umay, doch zeigt der Film im gleichen Moment die Beweggründe für ihre Handlungen. Die Familie muss sich entscheiden zwischen ihrer Ehre und ihrer Tochter. Diese Ehre, dieser Gesichtsverlust, welcher gesellschaftliche Isolation und Scham für die Familie bedeutet, relativiert ihr Handeln zwar nicht, zeigt aber die Verzweiflung die sie in einer solchen Situation nicht zu Gunsten ihrer Tochter bewältigen können, obwohl sie die Liebe zu ihrer Tochter nicht zu verlieren scheinen. (Sinngemäß: „… du hast Schande über unsere Familie gebracht, aber komm doch wenigsten wieder zu uns zurück“, so der Vater in einer Szene zu sich selbst)

Der Film bietet wenig bis gar keine positiven Momente, der beschriebene Lebensweg von Umay zeichnet sich durch einen verzweifelten Kampf aus, den sie nicht gewinnen kann, auch wenn man es ihr immer wieder wünscht.

Wenn man diesen Film in einen Vergleich setzen müsste, dann liegt, nicht nur wegen derselben Hauptdarstellerin, „Gegen die Wand“ auf der Hand. „Die Fremde“ jedoch hinterlässt den intensiveren und auch authentischeren Eindruck, wo „Gegen die Wand“ unterhaltsam ist, lässt einen „Die Fremde“ kurz auf- oder durchatmen (was durchaus selten der Fall ist), in Szenen in denen „Gegen die Wand“ den Zuschauer in seinen Bann zieht, schafft es die Fremde, dass sich dem Zuschauer der Magen umdreht.

Im Endeffekt ist „Die Fremde“ der seriösere Film, welcher die Probleme einer türkischen Frau, aber auch einer türkischen Familie, die sich aus ihren kulturellen Traditionen und Rollenbildern nicht befreien kann, beeindruckend darstellt, was vor allem an den überragenden schauspielerischen Leistungen liegt, den man irgendwie nicht glauben kann, dass nicht auch ein Teil ihres Lebens in den Charakteren verarbeitet ist.
Ein äußerst bedrückender, aber absolut sehenswerter Film.

Film Noir

Ein Genre was jeder kennt und wenigen was sagt.

Einer seiner bekanntesten Protagonisten ist sicherlich die
Detektivfigur Philip Marlowe und damit auch Humphrey Bogart.

Aber was macht nun den oder eher einen Film Noir aus?
Ist es sein zeitlicher Entstehungskontext? Darf er nur in Schwarz Weiss gefilmt sein? Muss es eine Kriminalgeschichte sein?

Diese Fragen stehen im Hintergrund der bevorstehenden Filmzeitreise in die 40er und 50er Jahre des vergangenen Jahrtausends. (und damit der neuen Unterkategorie „Film Noir“)

Eine kleine, oberflächliche Recherche bezüglich dieses Themas ergab, dass die oben gestellten Fragen in den seltensten Fällen eindeutig beantwortet werden können. Es stellt sich letztendlich sogar die Frage, ob es sich beim Film Noir überhaupt um ein eigenes Film Genre handelt oder ob es nicht nur eine Stilrichtung darstellt.

Man spricht allerdings von einer klassischen Ära, die mit dem „Maltesischen Falken“ (1941) beginnt und mit der Romanverfilmung „Touch of Evil“(1958) von Orson Welles eine Ende zugesprochen bekommt. Diese klassische Phase scheint mir die beständigste Phase zu sein, da dem „Neo Noir“ aufgrund des Maßstabs, dass ein Stilmittel schon ausreiche, zu verschiedene Filme zugeordnet werden können. Ob meine Einschätzung sich bestätigt, dass Curtis Hanson mit „L.A. Confidential“ wirklich ein legitimer neuer Film Noir gelungen ist, wird sich nach Sichtung der klassischen Ära herausstellen.

Es existiert auch die Ansicht, dass anhand des Zeitkontextes, sowie dem damit verbundenen Rahmen von Historie, der Film Noir abgeschlossen sei und dieses Genre nicht wiederbelebt werden könne. Das Genre ist aber nicht nur durch seine Unbestimmtheit interessant zu betrachten, sondern bietet neben der zu erwartenden Stilart auch Regielegenden wie Billy Wilder, Alfred Hitchcock, den erwähnten Orson Welles, John Huston oder Stanley Kubrick.

Franky`s Video Power

Peter Thorwarth kreierte Ende des vergangenen Jahrtausends eine Komödie die den Maßstab an deutsche Filme langfristig prägen sollte und als ein Klassiker über die Grenzen von Billmerich bis Unna hinaus verstanden werden muss.

Lässt man Fatih Akin Filme außen vor, gelang es keiner mir bekannten deutschen Produktion, in puncto Plot, Charakterzeichnug, Charme (nicht immer positiver) und Witz ein solch abgerundetes Gesamtergebnis zu erzielen.

Zwar äußert Peter Thorwarth im Audiokommentar, er sei größtenteils von Quentin Tarantino beeinflusst, doch drängt sich bei öfterer Betrachtung der Vergleich zum Dude unwiderstehlich auf.

So fallen ähnliche Schicksale bezüglich eines 4 türigen 1973 Ford Torino mit braunen Rostsprenklern und einem Ford Taunus (Baujahr 1973; Zufall?) auf. Auch die beiden Hauptcharaktere weisen die ein oder andere Parallele auf, sie gelten beide nicht als die fleißigsten (Wat weiß ich denn, wie faul der ist) und versuchen das Ganze einfach mal entspannter zu sehen.

Ich möchte hier allerdings keine Plagiats – Vorwürfe erheben, schließlich bildet Bang Boom Bang anhand der Ruhrpottmetropole Unna ein paar ganz spezielle Arten von Menschen ab, deren Darstellung gerade in puncto Atzigkeit (Diether Krebs, es war sein letzter und bester Film) wohl lange nicht bei zu kommen ist. Davon gehe ich aus.

bbb

Schade, dass es Peter Thorwarth nicht gelungen ist das Niveau seiner Produktionen kontinuierlich aufrecht zu erhalten, tat er sich doch mit der Reinkarnation Karl-Heinz Grabowskis keinen Gefallen und zeigte im Fall von „Goldene Zeiten“ sogar selbst, dass Bang Boom Bang nicht einfach kopiert werden kann und manch einer besser zu Hause geblieben wäre.



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Aber letztenendes is Ratte doch auchn Kollege und wir alle sind mal mehr, mal weniger was am planen dran. Und falls es mal nichts zu tun gibt, wartet die nächste Videothek gleich die Strasse runter.

New York, I love you

New York, I love you

Verschiedene Autoren, verschiedene Regisseure [u.a. Fatih Akin, Allen Hughes (Menace II Society, From Hell) und Natalie Portman (zweite Regiearbeit, nach dem Kurzfilm Eve)] kombinieren ihre Ideen und Vorstellungen New Yorker Lebens und Charaktere zu einem Gesamtbild einer facettenreichen Großstadt.

Der Film beleuchtet seine Figuren in bedeutenden und unbedeutenden Momenten ihres Lebens und zeigt dabei, wie sie durch New York geprägt werden und sie selber wiederum das Bild von New York ausmachen. Mit einem warmen melancholischen Unterton, hervorgerufen durch die Handlung, sowie den Soundtrack hat der Zuschauer das Gefühl dem Alltag in New York ein wenig näher zu sein und vermittelt somit eine gewisse Sehnsucht zum Big Apple.

Dabei funktioniert das Konzept des zerstückelten Entstehungsprinzips kurioser Weise als Ganzes und man ist versucht zu glauben die Facetten der Stadt anhand der einzelnen Episoden kennengelernt zu haben.

Der herausragend besetzte Cast schafft es durch authentische Darstellungen der einzelnen Charaktere den zum Teil alltäglichen Situationen einen Glanz zu verleihen, die einen manchmal schmunzeln, manchmal lachen lassen und fast immer die Möglichkeit geben, sich in dem einen oder anderen Aspekt, sei es ein Bild, eine Figur oder eine Situation als solche, zu verlieren.