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And Still … He’s Doing What He Does Best

12 Fight Winning Streak; 8th Title Defense, 21 Siege insgesamt: 9 durch (T)KO, 5 durch Submission – Eine Niederlage durch eine diskutable Disqualifizierung und wieder siegt er dort, wo es die wenigsten erwartet haben:

Jon Jones: Not Quiet Human!

Das war schon mal sein Motto, aber es trifft mehr und mehr auf ihn zu. Jon Jones schlägt Daniel Cormier in einer Weise, die die wenigsten erwartet haben. Er kontrolliert ihn am Käfig, in der vierten Runde zeigt er gar zwei Double Leg Takedowns hintereinander, die selbst von Experten als unmöglich eingestuft worden. Ich mutmaßte, dass DC ihn im Ringen überlegen sein würde, weil davon alle ausgingen, die Daniel Cormier zuvor in seinen dominierenden Auftritten verfolgen konnten. Da Jon Jones es in der Vergangenheit nur allzu oft demonstrierte seine Gegner da zu schlagen, wo sie am besten sind, ließ man sich maximal noch dazu hinreißen Jones zuzugestehen nicht am Boden gehalten zu werden oder gar Takedowns zu verteidigen. Genau diese optimistisch gemeinten Vorhersagen erfüllte der Champion beeindruckend und mit einer, für den Kampf unbedeutenden Ausnahme in der letzten Runde. Allerdings muss man Cormier genauso zugestehen, dass er Jones insbesondere in der 2. Runde, aber, wenn auch nicht besser als Jones, sogar die gesamten ersten 3 Runden zusetzte und vor allem immer wieder harte Uppercuts im Infight lieferte.

Aber wie gesagt, setzte der Champion, der als Bester aller Zeiten in die Geschichte des MMA Sports eingehen will, noch einen drauf und kontrollierte DC im Ringerbereich. Jon Jones besiegte erneut einen Gegner, der ihm im Vorfeld als ebenbürtig vorgestellt wurde und entfacht nun genau diese Diskussion, ob er nun Anderson Silva als Bester aller Zeiten abgelöst habe und der Tenor ist gespalten, aber eigentlich nur in der Hinsicht, ob man nicht noch ein wenig für diese Aussage warten solle.

Angst macht dann Jon`s Aussage in der Pressekonferenz, dass 2015 sein Jahr sein werde, er hungrig darauf ist sich weiter zu entwickeln und eben nicht wie es ihm in der Vergangenheit vorgeworfen wurde, erst einmal eine Pause einzulegen, sondern direkt zurück ins Training zu gehen (im Link Minute 25:25).

Die letzten drei Titelverteidigungen gingen über die Zeit und kamen zu einer Punktentscheidung, es ist also etwas her, dass Jones eine Titelverteidigung vorzeitig beenden konnte. Es war der Erstrunden K.O. gegen Chael Sonnen im April 2013, doch eine derartige Ansage und die Tatsache, dass seinen letzten Gegner allesamt eine Siegeschance eingeräumt wurde, geben Zuversicht, dass es immer noch nicht der beste Jon Jones war, den wir im Octagon gesehen haben. Und vielleicht sollten wir deswegen, aus Respekt zum zukünftigen Jon „Bones“ Jones, auch noch mit der Aussage warten, dass er der beste Mixed-Martial-Artist aller Zeiten ist. Der nächste Gegner wird am 24. Januar ermittelt wenn Alexander Gustafsson auf Anthony Johnson trifft, ab dann wird sich einer der Beiden Gedanken machen müssen, wie das Unmögliche möglich gemacht werden könnte.

Ein MMA Ausblick auf das frühe Jahr 2015

The Time is Now“ heißt es gerade in der UFC und das Jahr beginnt mit dem vielversprechenden Nachzügler aus 2014 Jones vs. Cormier. Hinzu kommt das Comeback der Legende Anderson Silva (gegen Nick Diaz), sowie der Mittelgewichtsweltmeisterschaftskampf von Champion Weidman gegen eine weitere Legende des Sports Vitor Belfort. Auch die scheinbar unbesiegbare Ronda Rousey bekommt mit Cat Zingano endlich eine Gegnerin von der man sagt, dass sie Paroli bieten könne.

Aber von Vorne oder im Sinne des Gewichtes fangen wir mal von Unten an. Was könnte das Jahr 2015 den UFC bieten und was davon steht bereits fest?

Im Flyweight scheint der Champion Demetrious Johnson kaum gefährdet, selbst renommierte Gegner wie Joseph Benavidez wurden vom Weltmeister beeindruckend gestoppt. In der Vergangenheit schien es nur ein Mann zu sein, der DJ gefährlich werden konnte und das war Ultimate Fighter Gewinner John Dodson (nicht zufällig Sieger im Finale der Show gegen den aktuellen Bantamweight Champion TJ Dillashaw). Es gibt in dieser Gewichtsklasse sicherlich noch andere verdiente Kämpfer, wie z.B. Ian McCall, aber als ernsthafte Konkurrenz zum Champion gehen sie aktuell zumindest nicht durch.

Die Bantamweight Devision wiederum verspricht ein wesentlich aufregenderes Jahr. Der Champion ist zurück: Dominick Cruz meldete sich Ende 2014 mit einem beeindruckenden Finish über Takeya Mizugaki zurück (dieser war zuvor nie durch KO gestoppt worden und Cruz wiederum auch eigentlich nicht für seine Finishing-Qualitäten bekannt).

Dominick Cruz musste seinen Titel 2014 endgültig aufgrund von Verletzungen abgeben und damit wurde der Interims-Champion Renan Barao kampflos zum neuen Champion. Jeder wartete damals nur auf die Rückkehr von Cruz und den entsprechenden Titelfight, insbesondere weil Barao durch die Bantam Devision pflügte und alle Gegner vorzeitig belehrte, dass er ein wahrer Champion und nicht nur ein zwischenzeitlicher Weltmeister war. Dies dauerte bis zum 24. Mai 2014, als TJ Dillashaw für Raphael Assuncao im Kampf um die Weltmeisterschaft einsprang und das Unmögliche wahr machte als er Barao nicht nur besiegte, sondern 5 Runden dominierte und auch in der letzten Runde den TKO holte.

Renan Barao sollte dann seinen Rückkampf ohne Umwege bekommen, musste aber aufgrund von gesundheitlichen Problemen beim „Weight-Cut“ kurzfristig absagen. Renan Barao konnte nun im letzten Event 2014 zeigen, dass er wieder da ist, allerdings war seine Leistung gegen Mitch Gagnon nicht so überzeugend, wie sie vielleicht hätte sein können, auch wenn er den Kampf in der 3. Runde per Submission beendete.

Was erwartet uns nun 2015? Dana White hat Cruz als Nummer Eins Herausforderer bestätigt und dem Dominator einen Titleshot zugesagt. Dieser Kampf könnte ein Highlight des kommenden Jahres werden, denn beide kämpfen letztendlich doch sehr ähnlich und ich bin gespannt, wer dann am Ende der Bessere sein wird. Natürlich wird Barao nicht zu vergessen sein, der sich dann den Sieger vornehmen wollen wird, wobei je nach Kampfverlauf ein direktes Rematch auch nicht unbedingt auszuschließen ist. Der Kampf wird wohl noch im ersten Viertel 2015 stattfinden.

Die Featherweight Devision. Hier machte vor allem Einer von sich reden, der irische Superstar Connor McGregor. Er besiegte Dustin Poirier in beeindruckender Manier mit einem KO in der ersten Runde und zeigte damit endgültig, dass mit ihm zu rechnen ist. Allerdings teile ich nicht die Meinung, dass ihm nach seinem Kampf im Januar gegen Dennis Siver im Falle eines Sieges der Titleshot zusteht. UFC Präsident Dana White, dem auch die Show-Fähigkeiten von Trash-Talker McGregor gefallen, sieht den Iren als nächsten Titelkandidaten, da alle anderen dem Champion Jose Aldo bereits durch mindestens eine Niederlage Tribut gezollt hätten. Das ist sicherlich auch richtig, doch hat McGregor in meinen Augen trotzdem noch nicht bewiesen, dass er der No. 1 Contender ist. So fehlt ein Kampf gegen einen guten Ringer und ich finde ein Kampf gegen Ricardo Lamas oder sogar Chad Mendes (der 2014 in einem unglaublichen Kampf knapp gegen Aldo verlor) würde erst wirklich Aufschluss geben, wie gut McGregor wirklich ist.

Derzeit ist der ehemalige Lightweight-Champion Frankie Edgar mit seiner dominanten Vorstellung gegen den bis dato siegesverwöhnten Cub Swanson für mich der Nummer Eins Herausforderer und sollte eine vielleicht dann auch letzte Chance auf den Titel bekommen.
So oder so ist dies eine unglaublich spannende Gewichtsklasse, wobei Jose Aldo mit seiner Überlegenheit durchaus in der Lage wäre dennoch Langeweile zu versprühen.

Was uns zur Lightweight Devision führt. Denn ich erinnere mich an eine Zusage Jose Aldos an einen Superfight gegen Lightweight Champion Anthony Pettis nach seinem Sieg gegen Lamas im Frühjahr 2014. Nun hatte McGregor eine neue Dynamik ins Federgewicht gebracht und das Thema war verschwunden, aber es ist durchaus vorstellbar, dass es 2015 zurück auf die Agenda kommt, vor allem wenn Aldo McGregor seine Grenzen aufzeigen sollte.

Aber bleiben wir innerhalb des Leichtgewichtes. Hier hat den nächsten Titleshot Rafael dos Anjos zugesagt bekommen, der 2014 mit Siegen über den ehemaligen Champion Benson Henderson (beeindruckend mit einen KO in der ersten Runde) und jüngst über Nate Diaz diesen Anspruch anmeldete. Es gibt aber in dieser Gewichtsklasse vor allem einen anderen Kämpfer der unaufhaltsam seinen Titelanspruch demonstriert; Cowboy Donald Cerrone. Der Dauerbrenner (4 Kämpfe 2014) tritt auch gleich im ersten Event 2015 gegen Miles Jury an und würde im Falle eines Sieges der einen „6 Fight Winning Streak“ bedeuten würde seine herausragende Stellung im Lightweight weiter unterstreichen. Ein weiterer Faktor könnte der zuletzt verletzte Khabib Nurmagomedov sein und auch die Rolle des ehemaligen Champions Smooth Benson Henderson wird 2015 wohl neu definiert.

Nun kommen wir zur Welterweight Devision. Hier kann es als nächsten Titlekampf eigentlich nur einen Kampf geben: Champion Robbie Lawler gegen den inoffiziellen Nachfolger GSP’s Rory McDonald. Nachdem Johny Hendricks seinen Titel direkt im Rematch gegen Lawler wieder abgeben musste und im selbigen Kampf Überzeugung und Leidenschaft missen lassen hat (auch wenn der Kampf meiner Ansicht nach Punkten trotzdem an Hendricks hätte gehen müssen, eine starke erste und letzte Minute macht die Kontrolle und die durchaus gelandeten Kombos nicht wett) wird er sich erst einmal wieder beweisen müssen. Lawler und McDonald kämpften schon einmal im November 2013 gegeneinnander, aber die damalige Split Decision spricht keineswegs gegen eine Neuauflage.

Aber auch nach McDonald gibt es durchaus weitere ernst zu nehmende Wettbewerber um eine Titelchance. So wird Tyron Woodley bei UFC 183 am letzten Tag des Januars gegen Kelvin Gastelum zeigen, welche Rolle er im Titelrennen spielen könnte. Gastelum selbst könnte sich mit diesem Kampf gegen einen Top 5 Kämpfer auf die Agenda bringen und seine letzten Auftritte versprechen einen fantastischen Co-Mainevent am 31. Januar.

Matt Brown hat erst gegen den nun amtierenden Champion verloren und auch wenn er sein Kämpferherz abermals unter Beweis stellte, war Lawler doch so überlegen, dass ein Titleshot gegen ihn erst mal in der Warteschleife sein dürfte. 2 weitere gestandene Kämpfer dürfen 2015 natürlich nicht außen vor gelassen werden: Carlos Condit, für mich einer der komplettesten Kämpfer der Gewichtsklasse, wird sicherlich wieder ein Wort mitsprechen wollen und die Rückkehr der Legende George St. Pierres kann man nach den Aussagen Dana Whites („er sei wieder im Training“) wohl auch noch 2015 erwarten. Hier wäre ein Rematch mit Johny Hendricks eine Chance für beide wieder ganz oben mit dabei zu sein und das letzte Resultat würde die entsprechende Schärfe ins Spiel bringen.

Wo wir schon bei UFC 183 waren, dies ist der Augenblick des Comebacks der wohl größten Legende der UFC: Anderson Silva. Nach etwas mehr als einem Jahr und im stolzen Alter von noch 39 Jahren kehrt „The Spider“ in den Ring zurück. Den Unterschenkelbruch hat er überwunden, das fortgeschrittene Alter, hat Randy Couture schon bewiesen, muss kein Zeichen schwindender Qualität sein. Sein Gegner im Mainevent wird Nick Diaz sein, der hoffentlich den schwachen Auftritt seines kleinen Bruders Nate vergessen macht. Dieser Kampf bietet 2 ausgezeichnete Striker und könnte einer der spektakulärsten Kämpfe 2015 werden.

Und dabei war noch gar nicht vom Champion im Mittelgewicht Chris Weidman die Rede. Dieser wird bei UFC 184 Ende Februar seinen Titel gegen niemand geringeres als Vitor Belfort riskieren. Auch dieser Kampf verspricht einiges und wird zeigen wie gut der ungeschlagene Weltmeister ist, denn der überaus erfahrene Belfort brachte schon Jon Jones an den Rand einer Niederlage als er diesen in einem Armbar hatte. Aber das Mittelgewicht bietet noch so viele weitere Prüfungen für den Champion, wenn er es bleiben sollte. Jiu-Jitsu Experte Jacare Douza z.B. oder auch Yoel Romero und das gute daran, beide werden am gleichen Tag wie Weidman vs Belfort untereinander ausmachen, wer die Nase vorne hat. Nicht zu vergessen ist natürlich Luke Rockhold, der in jüngster Vergangenheit fantastisch aussah und einen Sieg gegen den auf 2 gesetzten Jacare bereits seit längerem in der Tasche hat. Des Weiteren Lyoto Machida, der sicherlich einen neuen Anlauf nehmen wird nach seiner am Ende knapp verpassten letzten Chance gegen Weidman.

„The Time is almost NOW!“ wenn wir die Sphären des Halbschwergewichts betreten und dem möglichen Kampf des Jahrhunderts Jones vs Cormier gleich zu Beginn des Jahres am 3. Januar entgegen fiebern. Ich habe mich bereits ausführlich mit dem Kampf beschäftigt als dieser ursprünglich im September letzten Jahres stattfinden sollte. Es bleibt dabei es ist die Chance einer Legende noch größer zu werden oder aber der ungeschlagene Herausforderer das vielleicht Unmögliche wahr zu machen, Cormier glaubt an sich (“I have been waiting for the man that is my equal for so long. Please be that guy, Jon Jones.“) und das ist zumindest nicht unbegründet.

Aber das Leichtschwergewicht kann derzeit noch mit einigen anderen Kalibern aufwarten. Zwei der Größten treffen am bereits am 24. Januar aufeinander, wenn Alexander „The Mauler“ Gustafsson gegen Anthony „Rumble“ Johnson ins Octagon steigt und diese beiden in einem Nummer Eins Herausforderer Match ihr präzises bzw. mächtiges Boxen aufeinander prallen lassen. Die derzeit vier besten Leichtschwergewichtler kommen also geballt im Januar. Damit wird aber nicht Schluss sein. Cormiers ursprünglich erster Leichtgewichtstest und nicht weniger als der ehemalige Champion, Ultimate Fighter Gewinner und 5 Runden gegen Jones Überlebende Sugar Rashad Evans wird nach seiner Verletzung seine Rückkehr feiern. Es war sehr schade, dass Rashad nicht gegen DC antreten konnte, denn einerseits war dies sein Kampf um ins Titelrennen zurück zu kommen und andererseits hätten wir sonst ein wenig mehr Wissen, wie gut Cormier wirklich sein kann. Er wird am 22. Februar gegen den letzten Gegner Jon Jones‘ antreten, Glover Teixeira. Auch dieser konnte von Jon Jones nicht vorzeitig gestoppt werden, auch wenn er dadurch noch mehr Prügel einsteckte und Jon Jones seine Unberechenbarkeit (niemand hatte erwartet, dass er sich auf einen Infight mit Teixeira einlässt) unter Beweis stellte. Und zu guter Letzt werden Ryan Bader und Phil Davis das Verfolgerfeld komplettieren was am selben Abend des Gustafsson/Johnson Fights stattfinden wird.

Nun kommen wir zum Schwergewicht. Wie ich finde derzeit eine wenig spektakuläre Gewichtsklasse. Nach der Velasquez – Dos Santos Trilogie ist etwas die Luft raus, da Cain Velasquez seinem ärgsten Rivalen die Grenzen deutlich aufgezeigt hat. Junior Dos Santos könnte sich derzeit dann aber mehr über die Verletzung von Velasquez freuen als der Interimschampion Fabricio Werdum, da er nur so wieder die Chance auf einen Titel bekommt. Dos Santos überzeugte mich gegen Stipe Miocic nicht, es wird aber wohl für einen Kampf um den Interimstitel gegen Werdum reichen und danach wird Cain gegen den Inhaber dieses Pausenhalters antreten, was kurioserweise zu einem eigentlich undenkbaren 4. Teil Velasquez gegen Dos Santos führen könnte. Bedenkt man die vergangene Einseitigkeit kein Kampf der begeistern wird, dann doch lieber Travis Browne, der sieht zumindest gefährlicher aus. Aber im Ernst Werdum ist sicherlich gerade der Kämpfer hinter Velasquez und könnte den kriselnden Dos Santos durchaus besiegen und dann gäbe es 2015 doch noch einen Schwergewichtstitelkampf mit entsprechender Erwartungshaltung.

Am Ende noch zu den Frauen. Ronda Rousey wird bestimmt auch das Jahr 2015 im Bantamgewicht dominieren. Der Kampf mit Cat Zingano wird gepusht und ich will Zingano auch gar nicht schmälern, aber Rousey ist einfach beeindruckend und scheint unschlagbar, so dass es am Ende nur die Frage sein wird, hat sie ihr Repertoire noch etwas erweitert und geht der Kampf über die erste Runde hinaus. Miesha Tate war eine der Wenigen, die es über die erste Runde hinaus schaffte und daher wird ihr Kampf gegen Sara McMann bei UFC 183 sicherlich auch ein lohnenswerter Kampf. Das neue Strawweightgewicht wurde mit einer würdigen Königin durch die letzte Ultimate Fighter Staffel gekrönt und nun wird man gespannt sein, wer Carla Esparza das Wasser reichen kann. Mich hatte Rose Namajunas begeistert, denn ihr Stil war etwas besonderes: Vielfältig, unorthodox und blitzschnell, aber es sollte nicht reichen, gegen die im Finale im wahrsten Sinne des Wortes bärenstarke Esparza, ich freue mich aber schon die noch junge Namajunas (22) bei ihrer Entwicklung als vielversprechende Mixed Martial Artist zuschauen zu können.

Zum Schluss noch ein kleines Hirngespinst für den Fall einer erfolgreichen Rückkehr Anderson Silvas: Wie wäre es eigentlich, wenn dieser seinen Mittelgewichtstitel gar nicht zurück haben will (seinen eigenen Rekord erfolgreicher Titelverteidigungen wird er sicherlich nicht mehr brechen können) und stattdessen eine Gewichtsklasse höher mal reinschaut. Wäre nicht das erste Mal und ein Superfight zwischen Silva und Jones ließe sich bestimmt verkaufen. Es spricht eine große Konkurrenz in beiden Gewichtsklassen dagegen, da diese genug interessante Kämpfe möglich macht, die Idee ist aber natürlich nicht neu, nur die Vorzeichen sprechen aus Sicht von Anderson Silva mehr als je zuvor dafür, denn so könnte er seine Legende damit endgültig manifestieren indem er nicht nur Weltmeister in 2 unterschiedlichen Gewichtsklassen wird (wie zuvor nur BJ Penn, Randy Couture), sondern die direkte Konkurrenz um den Besten aller Zeiten mit Jon Jones besiegt.

Jon „Bones“ Jones vs. Daniel Cormier

Update: Der Kampf ist aufgrund einer Verletzung von Jon Jones auf Januar verschoben. 2 Verletzung kosten damit 2 potentielle Kämpfe des Jahres 2014. Schade Hier zum Artikel über den stattgefundenen Kampf.

Im September letzten Jahres stellte Alexander „The Mauler“ Gustafsson den bis jetzt jüngsten und längst amtierendsten Lightheavyweight Champion Jon Jones vor seine wohl größte Aufgabe. Erstmals besaß Jones keinen Reichweitenvorteil und tat sich mit dem Schweden nicht nur schwer, sondern verlor neben zwei Runden auch ein Teil seiner Gesundheit. So sah der Champion nach dem Kampf, den er allerdings nach Punkten gewann, wesentlich gezeichneter aus, als der Herausforderer. Das Jones trotzdem 3 der 5 Runden gewann sollte spätestens bei einer zweiten Sichtung des Kampfes deutlich gewesen sein. Nun wartete das lang ersehnte Rückmatch der beiden exakt ein Jahr später. Jones hatte inzwischen Glover Teixera in die Schranken gewiesen indem er ihn da schlug, wo bei Teixera ein vermeintlicher Vorteil vermutet worden war: im Infight. Gustafsson hingegen hatte Jimi Manuwa mit einem TKO in der zweiten Runde richtig in der UFC willkommen geheißen.

Alles wartete seit dem auf das Rematch, was endgültig zeigen sollte, ob Gustafsson den inzwischen mit 7 Titelverteidigungen von Rekord zu Rekord eilenden Ausnahme-Mixed-Martial-Artist wirklich gefährden kann. Dieses Rematch war einem jedoch trotzdem ein Dorn im Auge, Daniel Cormier. Er rührte für sich und den Fight die Werbetrommel wo und wann er nur konnte. Der vor kurzem aus dem Schwergewicht heruntergekommene Trainingspartner von Heavyweight-Champion Cain Velasquez betonte immer wieder, dass er es wäre, der den Champ stoppen könne und das es deswegen eigentlich nur einen nächsten Titelkampf geben könne und zwar DC gegen Jones.

Jetzt ist es soweit. Es passierte das einzige, was Cormier seinen Wunsch erfüllen konnte. Gustafsson verletzte sich in der Vorbereitung zum Titelkampf und Daniel Cormier wird nun seinen Platz einnehmen und seinen ersten Titelkampf in der UFC bestreiten.

Ich persönlich erwarte mir von diesem Kampf mehr als vom ursprünglichen Rückkampf, da ich der Meinung bin, dass Jones sich im zweiten Anlauf besser auf die Reichweitenkonstellation einstellen kann und der Kampf deutlicher ausgehen wird, als der erste. Cormier hingegen bringt eine ganz andere Qualität ins Octoagon. Sein überlegenes Ringen, welches ihn schon mal in den Bereich der Weltspitze gebracht hatte (2 facher Olympiateilnehmer und 3. Bei den Weltmeisterschaften). Jon Jones kommt ebenfalls aus dem Ringen (griechisch-römisch), hat aber inzwischen soviel mehr zu bieten mit seinen (Spinning) Elbows, verschiedensten Kicks und einem starken Submission-Game.

Cormier wird aber wohl der erste sein, der Jones im Ringen realtiv eindeutig überlegen sein müsste. So hatte Cormier mit Dan Henderson überhaupt keine Probleme seine Takedowns nach seinem Willen durchzusetzen und beherrschte Hendo nach Belieben. Nun ist Hendo kein Jon Jones (mehr), aber bei besten Willen kein schlechter Ringer oder Fallobst. Es ist wahrscheinlich, dass DC Jones zu Boden bringen wird. Eine entscheidende Frage ist, ob er Jones am Boden auch kontrollieren wird. Ich könnte mir vorstellen, dass Jones zumindest nach einem Großteil der Takedowns wieder schnell den Weg in den Stand finden könnte. Sollte Cormier dies verhindern können, dann hätte Cormier zumindest die Grundlage für einen Punktsieg geschaffen.

Es gibt aber noch zwei weitere entscheidende Faktoren in diesem Kampf. Erstens der Kampf geht über 5 Runden. Kann Cormier seine Physis wirklich über einen ganzen 5 Runden Kampf ausspielen und Jones mit seinem Ringen erdrücken? Oder kommt es vielleicht darauf an auf diese Weise die ersten 3 Runden zu gewinnen und dann in einem Survivalmode den Rest des Kampfes zu überstehen?

Zweitens sollte man nicht vergessen, dass Jon Jones viele seiner Kämpfe mit Submissions beendet hat. Wir wissen nicht, wie Jones agieren wird, wenn er auf den Rücken gelegt wird, aber ich glaube nicht, dass dies ungefährlich für Cormier ist. Spätestens wenn die Kräfte schwinden, könnte Jones vielleicht sogar einen Kampf in dem er zu diesem Zeitpunkt hinten liegt durch einen Submission-Technik zu seinen Gunsten entscheiden.

Es gibt einige Fragezeichen im Vorfeld dieses Kampfes. Und genau das macht diesen Kampf aus, denn auch wenn für mich Jones Favorit bleibt, Cormier wird ihm einen Kampf liefern, den Jones nicht kontrollieren wird. Jones hatte in der Vergangenheit immer wieder für Aufsehen gesorgt, da er den einen oder anderen Gegner da schlug, wo diese bis dato am besten gewesen waren. Im Falle Cormiers würde das heißen, Jones setzt die Takedowns und würde dann sein gefürchtetes Ground and Pound mit seinen Ellbogen loslassen, was wir schon länger nicht mehr von ihm gesehen haben, ihn aber zu Beginn seiner Karriere so stark machte.

Das kann ich mir aber nicht vorstellen. Allein die Größenverhältnisse setzen DC in optimale Position seine Takedowns umzusetzen. Die Qualität des Ringens macht dies umso wahrscheinlicher. Was Jones aber dennoch zuzutrauen ist, dass er die Takedowns von Cormier abwehrt. Und das wäre eben auch eine Sensation, wenn Jones in der Lage sein sollte anhand seiner Takedown-Defense zu bestimmen wo der Kampf stattfindet und im Standup dürfte Cormier klare Nachteile gegen Jones haben.

Ich glaube aber nicht, dass Jones wirklich eine konsequente Takedown-Defense umsetzen können wird. Ich halte Cormiers Ringen für zu stark, die unterschiedlichen Körperschwerpunkte kommen ebenfalls Cormier zu Gute, so dass man erstmals sehen könnte wie sich Jones auf dem Rücken anstellt. Kommt er schnell wieder hoch, arbeitet er an Submissions (ein Triangel würde sich aufgrund der langen Beine anbieten) oder kann er gar nur das schlimmste Ground and Pound verhindern.

Es wird ein spannender Kampf am 27. September. Cormier könnte durchaus nach Punkten gewinnen, da er die Voraussetzungen hat Jones zu kontrollieren. Einen Knockout oder eine Aufgabe hingegen sehe ich nur für Jon Jones möglich, der leichter Favorit ist, aber auch nicht mehr. Daniel Cormier hat alles um neuer Champion werden zu können, auch gegen den derzeit besten Pound for Pound Fighter des Planeten.

The Legends keep on falling

Vor UFC 173 hatte der Hype um Renan Barao seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht, auch deswegen, da im Gegensatz zu Jon Jones, Jose Aldo die Anerkennung vergleichsweise gering war.

Renan Barao war bis zum vergangenen Samstag seit 34 Kämpfen ungeschlagen, nur sein Profi-Debut hatte der Brasilianer verloren und seit dem er Mitte 2012 den (Interim-)UFC Titel im Bantam-Gewicht gewonnen hatte, seine Titelkämpfe stets mit KO oder Submission beendet.

Vor dem Kampf hatte sich UFC Präsident Dana White für die Anerkennung des 27-jährigen Ausnahmesportlers ausgesprochen und ihn als Pound-for-Pound besten Fighter des Planeten ins Spiel gebracht, da er in der jüngeren Vergangenheit seine Kämpfe zusätzlich zu seiner außergewöhnlichen Siegesserie nicht zu einer Entscheidung kommen lassen hatte. Ganz nach dem Geschmack des Präsidenten, dessen Satz: „Don’t leave it in the Hand of the Judges“ manchmal gar den ganzen Sport zu überlagern droht (Angesichts katastrophaler Fehlentscheidungen in MMA, aber auch aus dem Boxen bekannt, nicht ganz zu Unrecht).

So sind Jon Jones (Light-Heavyweight Champion), Jose Aldo (Featherweight Champion), Renan Barao, Demetrious Johnson (Flyweight Champion) die Nachfolger einstiger Legenden wie Anderson Silva (Middleweight) oder GSP (Welterweight). Warum der Name Cain Valesquez (Heavyweight Champion) in der Diskussion um die derzeit besten MMA Kämpfer in diesen Aufzählungen oft ausgelassen wird, erschließt sich mir nicht.* Die alten Legenden haben dann 2013 die Tiefpunkte ihrer Karriere erleben müssen. Anderson Silva verlor seinen Titel an Chris Weidman und war zuvor unbesiegt in seiner Karriere gewesen. Der Rückkampf dieses umstrittenen Kampfes (Silva spielte Weidman vor angeschlagen zu sein um dann wirklich den Knockoutpunch zu erhalten) brachte dann nicht nur keinen Aufschluss wer der definitiv bessere war, der Bruch des Unterschenkels von Anderson Silva gefährdet sicherlich auch die Karriere des nicht mehr jüngsten MMA-Artists in der UFC (39 Jahre).

Zwischen diesen beiden anderen Kämpfen erregte ein weiterer Jahrhundertkampf die Gemüter. George St. Pierre (GSP) trat zu seiner 9. Titelverteidigung in Folge gegen Johny Hendricks an. Dieser Kampf geht wohl als eine der umstrittensten Entscheidungen in die Geschichte der UFC , vielleicht sogar des Kampfsports im Allgemeinen ein. Johny Hendricks wurde seines Titelgewinnes nach Ansicht der meisten Experten beraubt und GSP trat nach dem Kampf aus privaten Problemen vorerst vom Sport zurück.

Nun stand am vergangenen Wochenende eine wenig spektakulär erwartete Titelverteidigung von Renan Barao gegen TJ Dillashaw an. Dillashaw, Trainigsmitglied bei Team Alpha-Male und damit Trainingspartner von Urijah Faber (der gerade erst gegen Barao verloren hatte), war über die Fernseh Show „The Ultimate Fighter“ in die UFC gekommen und hatte dort jüngst für Aufmerksamkeit gesorgt. Faber brachte ihn nach seiner verlorenen Titelchance selbst ins Spiel. Bei Wettquoten 8:1 gegen Dillashaw versprach das eigentlich Highlight des Abends Dan Henderson gegen Daniel Cormier zu sein (DC unterstrich seinen Anspruch auf einen Titleshot gegen Jon Jones).

Doch es kam alles anders als erwartet. Joe Rogan (UFC Kommentator) verriet im Vorfeld des Kampfes, dass man bei Team Alpha-Male eine Kardioschwäche bei Barao sehe und daher die Championship-Rounds den Kampf zu Gunsten von Dillashaw entscheiden sollten. Jeder erwartete also, dass Dillashaw den Angriffssturm Baraos überstehen versuchen würde.

TJ Dillashaw dachte aber gar nicht daran den Kampf dem Champion zu überlassen. Äußerst schnell auf den Beinen wechselte der Herausforderer fast permanent seinen Winkel zum Gegner und bestach durch präzises und schnelles Striking. Eine Overhand-Right in der ersten Runde führte zum Knockdown des Champions und dieser schaffte es noch irgendwie im Kampf zu bleiben und sich in die Rundenpause zu flüchten. Der Kampf setzte sich dann unter den umgekehrten Vorzeichen fort und Dillashaw beherrschte den Kampf fast nach Belieben. In der fünften Runde beendete Dillashaw den Kampf mit einer erneuten Schlagkombination und nachfolgenden Ground and Pound, so dass der Ringrichter den Kampf stoppte. TJ Dillashaw hatte alle, aber auch wirklich alle überrascht und konnte am 24.05.2014 Geschichte in der UFC für den überraschendsten Titelgewinn seit Matt Serra gegen GSP sorgen.

Man kann gespannt auf einen Rückkampf sein bedenkt man, dass vielleicht auch Barao seinen Gegner wie alle anderen unterschätzt hatte. Dillashaw, der eigentlich mehr für seine Ringerqualitäten bekannt war, zeigte eines der feinsten Strikings im MMA, etwas was Renan Barao eigentlich für sich selbst beansprucht. Der Schaden den Barao durch den Niederschlag in der ersten Runde erlitten hat, muss eben auch mit einbezogen werden, wenn die Karten demnächst neu gemischt werden. Aber der Auftritt von TJ Dillashaw kann bei einer 5-ründigen Dominanz über einen der besten Pound-for-Pound Fighter auf der Welt nicht unterschätzt werden und vielleicht hat Dillashaw erst jetzt sein wahres Potential bewahrt. Joe Rogan nannte dessen Auftritt als langjähriger Begleiter des professionellen MMA Sportes, „The Best Perfomance I’ve ever seen!“

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*Klar hatte Valesquez jetzt erst 2 Titelverteidigungen nachdem er den Titel von Junior Dos Santos zurück gewinnen konnte, doch die Dominanz mit der er Junior zweifach die Grenzen aufzeigte und in Anbetracht der Situation, dass dieser ebenso zu den Ausnahmetalenten seiner Gewichtsklasse zählt, spricht für ihn. Da Daniel Cormier nun den Weg weg von seinem Trainingspartner Valesquez zu den Light Heavyweights erfolgreich bestreitet, sehe ich niemanden, der den Champion gefährden könnte.