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Bildgewaltig, Kryptisch, Wirr – Nick Cave is back!

Nick Cave & The Bad Seeds sind zurück. „Push the Sky away“ heisst Cave’s neues Album und steht in der ruhigen Tradition seines von mir bewunderten Doppel-Albums “ The Abattoir Blues & The Lyre of Orpheus“.

Dem Künstler mit der dunklen Stimme wird oft nachgesagt ein Meister der Melancholie zu sein. Dieses Urteil ist mir irgendwie zu einseitig oder zu wenig. Vielleicht liegt es daran, dass ich erst spät zu seiner Musik fand und somit selbst der kommerzielle Erfolg seiner „Murder Ballads“ weitestgehend an mir vorbei lief. Ich fand zu Nick Cave mit dem angesprochenen Doppelalbum und ging dann nur einen Schritt zurück auf die „Nocturama“. So sind Songs wie „Wonderful Life“, „Bring it on“ (beide Nocturama), „There She Goes, My Beautiful World“, „Nature Boy“ (beide Abattoir Blues) oder „Supernaturally“ (The Lyre of Orpheus) zumindest musikalisch und weitergehend atmosphärisch keinesfalls schwere melancholische Kost. Natürlich machen Cave’s Songs eine Art unruhige Ruhe aus, die eine Stimmung beim Hörer initiiert, die durchaus als melancholisch beschrieben werden kann, doch fehlt den dazugehörigen Texte (soweit ich sie verstehe) eine dementsprechende Aussage. Neben seinen sprachlich gemalten Bildern, erzählt Nick Cave eher Geschichten, deren Verlauf und Charaktere aber oft von einem dunklen Schleier eingehüllt zu sein scheinen und diese Undurchsichtigkeit, diese Mystik macht aus meiner Perspektive die melancholische Stimmung in Nick Cave’s Musik aus.

Cave’s Poesie ist dann dabei oft wirr und (für mich) nicht klar zu verstehen, doch spiegelt sich im Kern seiner Geschichten, seiner Musik, seiner Sprachbilder oft eine Art Dialektik wieder, welche im Rahmen von Sex und Verzweiflung , Liebe und Wut, Leidenschaft und Lethargie zu einem emotionalen Chaos führt, welches durch die Lyrics und Tempowechsel seiner Musik verstärkt den Zuhörer in seinen Bann zieht.

„Push the Sky away“ schafft es dann wieder diese Atmosphäre zu schaffen, die die beiden vorletzten Alben für mich so außergewöhnlich gemacht haben. Das letzte Album „Dig!!! Lazarus, Dig!!!“ schaffte es nicht mich zu packen, auch wenn ich diesem Album vielleicht zu wenig Chancen gegeben hatte. Das neue Album schafft es auf Anhieb die melancholische Aufbruchsstimmung meiner favorisierten Nick Cave Alben wiederzugeben. Es sind die ruhigen, von Streichern begleiteten Lieder die sich auf „Push the Sky away“ wiederfinden, es fehlt dahingehend das Schmettern eines „There She Goes, My Beautiful World“, doch auch wenn das neue Album nicht die Vielseitigkeit des 2005er Doppelalbums erreichen kann, schafft es „Push the Sky away“ geradezu eine Nostalgie zu besagtem Album zu entflammen und Lieblingsstückevon mir, wie „Easy Money“ ( „The Lyre of Orpheus“) neu aufleben zu lassen.

Hier die erste Auskopplung und bisher auch mein Favorit auf dem Album

Und nichts gegen die Version des legendären Johnny Cash, aber das Original sollte nicht vergessen werden.


Nick Cave – The Mercy Seat von belair

Das Bang Boom Bang Quiz

1. Wie lautet Keeks eigentlicher Vorname?
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2. Wohin bringen die vermeintlichen Rumänen den Tresor und wer war es wirklich?
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3. Mit was für einem Geldschein will Melanie in der Vereinskneipe bezahlen?
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4. Wie lautet das Kennzeichnen des umgebauten Mercedes Coupe?
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5. Wieviel Falschgeld mischt Keek unter die zu investierende Summe?
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6. Wie heisst der Orthopäde der Andis Knie untersucht hat?
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7. Bei wem will Mark den neuen Z3 bestellen?
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8. Welche Nummer steht auf dem Schlüssel?
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9. Wie heisst der Freund von Werner Kampmann, der Schlucke wegen seiner „Spanner-Geschichte“ vertreten hat.
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10. Wieviel Geld setzt Hilmi auf „Horst“?
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11. Was verbindet Schlucke mit Andi aus dessen Kindheit?
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12. Wieviel Geld haben Keek und Kalle bei ihrem Bankraub erbeutet?
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13. Wie heisst der Polizist, der die Fahndung nach Karl Heinz Grabowski leitet und in welcher Beziehung steht der Schauspieler zum Regisseur des Films?
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14. Für wie lange hat Andi den Führerschein verloren?
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15. Welche Nummer trägt der Eierhahn und welcher Name steht auf seinem Trikot?
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16. Wo ist Luigi aufgehalten worden?
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17. Wie heisst Action-Andi mit vollständigem bürgerlichen Namen und wo ist dieser ein einziges mal im Film zu erkennen?
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18. Wieviel „Stück“ war Andi neulich zu schnell und warum waren die Polizisten feige?
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19. Wie heissen die Frauen, die Franky Keek im Stadion vorstellt?
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20. Nach welcher Zeit denkt und hofft Keek, dass man den Daumen wieder annähen kann und woher hat er diese Information?
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Die Antworten können als Kommentar gepostet werden und werden bei Zeiten aufgelöst, sollte sie niemand vollständig richtig beantworten können.

Auch zusätzliche Fragen sind gern gesehen.

Ein Stück Musikgeschichte

Wynton Marsalis hat es schon getan und Eric Clapton auch. Beide Künstler haben sich ihren Platz in den Annalen der Musikhistorie erspielt. Nun war die Zeit gekommen sich zusammen zu tun und der Auflistung der zeitlosen musikalischen Unterhaltung ein neuen Teil hinzuzufügen. In Kollaboration dieser beiden Virtuosen mit Mitgliedern des „Jazz at Lincoln Center Orchestra“ gelingt ihnen das spielerisch. Das Album mit dem autoexplorativen Namen „Wynton Marsalis and Eric Clapton play the blues“ setzt sich aus Mitschnitten von Konzerten zusammen, die zwischen dem 7. und 9 April diesen Jahres in der ehrwürdigen Frederick P. Rose Hall im Lincoln Center, New York gespielt wurden.
Beide Musiker hatten schon ihre Erfahrung im Duett mit Legenden gesammelt. „Riding with the King“ von Clapton und B.B. King kann getrost als Maß aller Dinge im Blues Genre bezeichnet werden. „Two Men with the Blues“, das Duett-Album von Willie Nelson und Wynton Marsalis ist wahrscheinlich das meist gehörte Jazz Album der letzten 2 1/2 Jahre. Die Leichtigkeit mit der der Jazzvirtuose Marsalis und der Countrysänger Willie Neslon harmonieren, zeugt von einer tiefen inneren Verbundenheit der Musik gegenüber.
Nun wurde der nächste Schritt erreicht. Marsalis stellte eine Band zusammen die sich wie das who´s who des Jazz liest Dan Nimmer (piano), Carlos Henriquez (bass), Ali Jackson (drums), Marcus Printup (trumpet), Victor Goines (clarinet), Chris Crenshaw (trombone, vocals), Don Vappie (banjo) und Chris Stainton (keyboard) bieten ihr ganzes Können auf und stehen den beiden Protagonisten in nichts nach.
Die Songauswahl traf Eric Clapton (bis auf „Layla“, dieses Stück wurde auf Wunsch von Carlos Henriquez ausgewählt. Niemals vorher gab es eine schönere Version von „Layla“.). Angefangen bei Louis Armstrongs „Ice Cream“ über W.C. Handys „Joe Turners Blues“ bis zu „Careless Love“ wirkt die Setlist wie ein Spaziergang durch die Musikgeschichte und zeugt von Claptons Kenntnis und Liebe zur Musik die weit über den Blues hinausreicht. Sie reicht von den zwanziger Jahren, die goldenen Zeiten des New Orleans Jazz, des Boogie Woogies über den immer schon im Zentrum mitschwingenden Blues bis zu Swing, Rock und Rythm and Blues. Jedes dieser Stücke ist ein Teil dessen, ohne das die heutige Musik nicht ansatzweise denkbar wäre. Das musikalische Arrangement dieser Stücke hat Wynton Marsalis übernommen. In beeindruckender Art und Weise schafft er es diesen Oeuvren gleichermaßen die herzerfrischende Leichtigkeit des kreolischen Jazz als auch die gedankenverlorene Schwere des Blues zu verleihen. Noch niemals klang eine Jazz´n Blues Platte so anmutig und erfrischend zugleich.
Ein besonderes Highlight hält das Ende der Platte bereit. In dem besten Song („just a closer walk“) auf dem Album überrascht Taj Mahal mit einem Gastaufrtitt. Zum Abschluss überschlagen sich die drei Titanen noch einmal in einer atemberaubenden Interpretation von „Corinne, Corinna“.

Person of Interest

Am Horizont des Unterhaltungsfernsehens braut sich etwas zusammen und die Beteiligten versprechen außergewöhlichen Serienkonsum. Jonathan Nolan (Prestige, The Dark Knight), Bruder von Christopher Nolan und Schöpfer der Memento zu Grunde liegenden Kurzgeschichte, die seinem Bruder den Durchbruch ermöglichte, hat seinen Weg in die TV-Landschaft gefunden. Vergegenwärtigt man sich, dass die besten Werke Christopher Nolans auf die geschriebene Mittäterschaft seines jüngeren Bruders zurück zu führen sind, dann kann man nur gespannt sein auf die ersten Schritte Jonathan Nolans als Creator der neuen Serie „Person of Interest“ (Premiere 22.09.2011 auf CBS).

So ist es dann auch kein geringerer als J.J. Abrams (Alias, Lost), der mit all seiner Serienerfahrung als ausführender Produzent diesem Projekt bei Seite steht. Es ist von „Person of Interest“ sicherlich keine Revolution der Serienlandschaft zu erwarten, die irgendwie mit The Wire, den Sopranos oder Brotherhood konkurrieren kann oder will. Was den Faktor Unterhaltung angeht, könnte dieses Projekt aber dann doch mit den Großen der Branche mindestens mithalten können. Auch die schauspielerische Besetzung mit Jim Cavaziel (Der schmale Grat, Die Passion Christi), Michael Emerson (Benjamin Linus bei Lost) oder Kevin Chapman (Brotherhood, Rescue Me, Sons of Anarchy, Mystic River) trüben die Erwartungen in keinster Weise. Für wen die Tiefe eines David Simon (Homicide, The Wire, The Corner, Generation Kill, Treme) nicht eine absolute Voraussetzung für vollkommenes Fernsehvergnügen sein muss, kann die Vorfreude auf einen vielleicht neuen Meilenstein auf den Spuren von Lost u.ä. Serien in den kommenden zwei Wochen bis zum Start der Serie auskosten.

Nixon’s back

Oh, no? Well, listen here, missy. Computers may be twice as fast as they were in 1973, but the average voter is as drunk and stupid as ever. The only one who’s changed is me. I‘ve become more bitter and, let’s face it, crazy over the years. And when I‘m swept into office, I‘ll sell our children’s organs to zoos for meat, and I‘ll go into people’s houses at night and wreck up the place! “ Richard Nixon (3004)

So scheint es sicher, dass Richard Nixon das Böse schlechthin, vielleicht sogar der Leibhaftige selbst ist. Der Mann mit der guten republikanischen Wirkung verkörperte wohl wie kaum ein zweiter den Typus des Machtpolitikers der über Leichen geht, selbst wenn er sie suchen muss wie einst Jiří Štajner den dritten Zweikampf auf dem Weg zum Torschuss. Aber was sagt uns dies über das bedingslose Grundeinkommen?

Es scheinen zwei völlig verschiedene Themen zu sein; der republikanische Satan im Kellergewölbe des Watergate und die quasi sozialistische Idee des Grundeinkommens liegen dann doch so fern voneinander wie ein Friteuse und ein Schokoriegel. Doch in dieser völlig anderen Thematik wurden wir einst durch den Gaumen der ästhetischen Engländer Lügen gestraft, es scheint sich nicht immer alles zu widersprechen was sich auf den ersten Blick gegenseitig aufzulösen scheint.

So spielt die Zeit entweder ein Spiel der geschmacklosesten Art und Weise indem sie uns weismachen will, dass Richard Nixon nix anderes war als ein Kommunist in einem republikanischen Körper oder die selektive Wahrnehmung der Geschichte hat diesem Politiker der Fairness übler mitgespielt als bisher ans Tagelicht gekommen ist.

Nixons bedingungsloses Grundeinkommen

Die USA standen 1970 vor der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Präsident Nixons Plan hätte das Land grundlegend verändert, schreibt Leser C. Johann.

Als der frisch gewählte Präsident Richard Nixon 1969 in das Weiße Haus einzog, blickten seine Landsleute auf ein Jahrzehnt voller Enttäuschungen zurück. Vietnamkrieg, Attentate und Rassenunruhen stellten das Selbstverständnis der Supermacht auf eine schwere Probe. Als fundamentales Problem wurden die rasant wachsenden Zahlen der Sozialhilfeempfänger gesehen. Die Innenstädte waren zu Ghettos geworden für Minderheiten, die abhängig von staatlicher Hilfe ohnmächtig den Zerfall ihrer Familien erleiden mussten. Als nun auch die Löhne der Arbeiter stagnierten, wuchs bei diesen die begründete Angst vor dem Leben als „working poor“: Armut trotz Arbeit.

Nixons Family Assistance Plan (FAP) basierte auf dem Steuersystem. Dank eines komplexen Systems variabler Steuerraten sollte der Anreiz, trotz Grundeinkommen weiter arbeiten zu gehen, erhalten bleiben. Der Plan war bereits seit einigen Jahren von Experten der Demokraten ausgearbeitet worden. Hätte ihn ein Demokratischer Präsident vorgeschlagen, wäre er als größte sozialpolitische Errungenschaft des 20. Jahrhunderts gefeiert worden.

Der Republikaner Nixon aber symbolisierte in den Augen liberaler Demokraten den Feind. Daher blieb ihr Enthusiasmus, ihrer Klientel den FAP zu erklären, gering. Im Gegenteil, immer wieder wurde er absichtlich falsch dargestellt. Die von der Regierung vorgesehene Grundsicherung sei zu niedrig, behaupteten Kritiker: Dabei sah der Plan lediglich vor, einen bundesweit einheitlichen Grundsockel bereitzustellen, der von einzelstaatlichen Sozialhilfen und Erwerbseinkommen aufgestockt werden sollte.

Nachdem das Repräsentantenhaus den FAP mit großer Mehrheit verabschiedet hatte, versandete der Gesetzesvorschlag im Senat. Den Senatoren lag mehr an öffentlicher Aufmerksamkeit und Wiederwahl, als an der Unterstützung für den Plan des politischen Gegners; selbst wenn dieser ihren erklärten Zielen nahe stand. Die öffentliche Gegnerschaft zu Nixon, der lange vor Watergate Persona non grata der Linken war, versprach diese Aufmerksamkeit.

In der Folge erkannten immer mehr Politiker, dass es aussichtsreicher war, auf polarisierende Symbole statt komplexe Lösungsvorschläge zu setzen. Rasch begriff das auch Ronald Reagan. Als kalifornischer Gouverneur konnte er sich auch dank seiner Gegnerschaft zum FAP bundesweit einen Namen machen.

Seine Komplexität und Nixons Politikverständnis ließen den FAP 1970 scheitern. Die Visionen und Versprechen seiner beiden Vorgänger, John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson, hatten die Grenzen des politisch Machbaren immer mehr verwischt. Nixons nüchterner Ton bei der Bewerbung des FAP war nichts im Vergleich zur Verve von Mondflug-Versprechen und Kriegserklärungen gegen die Armut. Vielleicht erinnert sich auch deswegen heute keiner mehr daran.


http://www.zeit.de/wissen/geschichte/2011-09/Leserartikel-geschichte-usa

Ist Nixon somit nichts anderes als missverstanden oder ist dies nur ein neuer Schachzug des Bilzebubs der seine Rückkehr durch die Hintertür der Zeit vorbereiten will und C. Johann niemand anderes als Nixons guter Freund Morbo, der medial nicht ruhen wird bis Richard Milhous Nixon die Rückkehr in sein ihm zustehendes Amt geschafft hat.

Berühmte letzte Worte

Mein lieber …… , zu sterben ist nicht das Schlechteste was einem passieren kann. Ich bin nun schon drei Tage tot und ich habe tatsächlich meinen Frieden gefunden. Du hast mal gesagt mein Leben hängt an einem seidenen Faden. Nun fürchte ich aber, dass es dein Leben ist, was an besagtem Faden hängt, denn es wird immer ein paar Leute geben, die darauf aus sind deinen Lebensfaden zu kappen, aber dir macht das ja nichts aus. Ich habe fast das Gefühl du brauchst das. Das ist im Übrigen auch der Unterschied zwischen uns. Ich habe immer versucht jeder Form von Ärger aus dem Weg zu gehen, während du den Trouble nicht nur suchst, sondern offenbar auch das Unheil anzuziehen scheinst.

Du hast ziemlich hoch gespielt mein Freund und du bist auch nicht leise dabei gewesen. Ich will damit sagen, man weiß inzwischen, dass du Jemand bist.

Du wirst nicht mehr allzuviel Zeit finden um deine komischen Spielchen zu spielen. Das Leben wird etwas härter für dich werden, aber du wirst es meistern, davon bin ich überzeugt. Bis; tja; bis eines Tages eine neuer …… auftaucht und den Wunsch verspürt aus dir einen Helden zu machen, damit du in die Geschichte eingehst. Du wirst dahinter kommen, dass sie einzige Möglichkeit wieder unter zutauchen, der Tod ist.

Du weißt es selbst mein Junge. Der Westen war mal riesig, grenzenlos und verlassen. Er war so groß, dass man in einem Menschenleben einen Mann den man kannte, nie ein zweites Mal traf. Aber plötzlich kamst du und ich habe das Gefühl plötzlich wurden die riesigen Prärien klein, übervölkert und ich finde man traf jede Person die man kannte zu jeder Stunde wieder.

Vergiß aber eins nicht, dass du heute so leben kannst wie du lebst, verdankst du auch der Zeit, wo ein Pistolenschuss noch jedes Problem lösen konnte und damals waren Leute wie ich hier. Inzwischen ist das Land größer geworden und damit ist auch die Gewalt gewachsen und hat sich organisiert. Wenn man nachdenkt kommt man dann zu dem Schluss, dass Leute wie ich gehen müssen. Vielleicht bin ich müde geworden, aber es ist nicht wahr, dass die Jahre weise machen, sie machen alt. Ich hoffe, dass du noch ein oder zwei Leute triffst, die die gleiche Blutgruppe haben wie du.

Naja, was soll ich noch sagen? Freundschaft scheint mit der Entfernung zu wachsen und eine Trennung verbindet nur noch mehr. Du bist zwar ein Junge, der mitten im Leben steht, aber trotzdem ein Tip, solltest du mal bei einem Babier sein, vergewissere dich mein Junge, dass in dem Kittel auch immer der Richtige steckt.

Ich bin froh, fast erleichtert, weil ich weiß, dass du bleibst. Vielleicht sehen wir uns nochmal irgendwann, irgendwo wieder. Bleib gesund mein lieber Junge.

Jack Beauregard (1973)

This is how they do it on Treme

Behind DC Comics – Behind The Batman

Batman Year One wird am 18.10.2011 veröffentlicht und scheint ein weiteres düsteres Kapitel der DC Animated – Verfilmungen zu werden.


Batman Year One: Trailer 2011 von JenovaDurango

Hier ein ein Blick hinter die Kulissen, der verdeutlicht mit welcher Hingabe an der Verfilmung der Frank Miller Vorlage gearbeitet wurde.


Batman Year One von wildiniz

Im November folgt dann auch eine Bruce W. Timm produzierte Animated Series auf Cartoon Network, nämlich Green Lantern. Der kurze Teaser wirkt allerdings weniger vielversprechend, aber vielleicht täuscht der kindergerechte erste Eindruck auch, Cartoon Networks letzte große Animated Series „Star Wars The Clone Wars“ konnte schließlich überzeugen.

„Some men just want to watch the world burn“

Because some men aren‘t looking for anything logical, like money. They can‘t be bought, bullied, reasoned or negotiated with. Some men just want to watch the world burn. “, Alfred Pennyworth

Der Hype hat sich gelegt, „The Dark Knight“ lief vor drei Jahren in den Kinos und die neue Metamorphose aus Blockbuster-Popcorn-Kino und Charakterkino hatte ihren vorläufigen Höhepunkt dank Christopher Nolan erreicht. Doch wurde letztendlich weniger der Blockbuster gehypt und mit Lob überschüttet, sondern vor allem der kurz nach Dreharbeiten suizidal gestorbene Heath Ledger in seiner Rolle als Joker.

Es war Zeit sich den Film noch einmal mit genügend Abstand anzuschauen und die Rolle des Jokers, der Chararakter bzw. die Auslegung der Persönlichkeit des Jokers bleiben ein beeindruckender Teil der Comicfilmgeschichte. Der Joker, den ich am ehesten als einen sadistischen, nihilistischen Anarchisten bezeichnen würde, überzeugt als der Freak, den die Menschheit sich selbst zuzuschreiben hat. Denn der „Agent of Chaos“ glaubt in der Tat nicht an vieles, aber an ein pessimistisches Menschenbild und einen menschlichen Egoismus, welche er sich zu nutze macht um ihnen den Spiegel vor zu halten.

So hat der eigentlich doch so planlose Joker immer einen „joker“ im Ärmel.

The Joker: Until their spirit breaks completely. Until they get a good look at the real Harvey Dent and all the heroic things he’s done. You didn‘t think I‘d risk losing the battle for Gotham’s soul in a fistfight with you? No. You need an ace in the hole. Mine’s Harvey.
Batman: What did you do?
The Joker: I took Gotham’s white knight and I brought him down to our level. It wasn‘t hard. You see, madness, as you know, is like gravity. All it takes is a little push!

In „The Dark Knight“ gelingt es Heath Ledger der Figur des Jokers den Status des ihm zustehenden „Super-Villains“ das nötige Chaos einzuverleiben. Der Joker ist nicht der „große Verbrecher“, weil er die größten Pläne hat, nein er ist unberechenbar, da er nicht anderes will als die Menschheit untergehen und sich gegenseitig zerfleischend zu sehen. Wie er es in seinem finalen Experiment beweisen will und bei aller filmischen und auch comicbedachten „Harmoniesucht“, würde das Experiment in der Wirklichkeit dem Joker mehr in die Karten spielen.

Tonight you‘re all gonna be part of a social experiment. Through the magic of diesel fuel and ammonium nitrate, I‘m ready right now to blow you all sky high. Anyone attempts to get off their boat, you all die. Each of you has a remote… to blow up the other boat. At midnight, I blow you all up. If, however, one of you presses the button, I‘ll let that boat live. So, who’s it going to be: Harvey Dent’s most wanted scumbag collection, or the sweet and innocent civilians? You choose… oh, and you might want to decide quickly, because the people on the other boat might not be so noble.

Er fordert dabei kein Lösegeld oder bringt irgendwelche andere geartete kriminelle Energie auf, der Joker spielt ein Spiel gegen den Glauben an die Menschheit, den er Stück für Stück, Mensch für Mensch demontieren will. „Because you were the best of us! He wanted to prove that even someone as good as you could fall. “, so Batman zu Harvey Two Face Dent. Aus der Perspektive des Jokers klingt das dann ganz anders:

Two-Face: It was your men, your plan!
The Joker: Do I really look like a guy with a plan? You know what I am? I‘m a dog chasing cars. I wouldn‘t know what to do with one if I caught it. You know, I just… do things. The mob has plans, the cops have plans, Gordon’s got plans. You know, they‘re schemers. Schemers trying to control their little worlds. I‘m not a schemer. I try to show the schemers how pathetic their attempts to control things really are. So, when I say… Ah, come here.
[takes Dent’s hand into his own]
The Joker: When I say that you and your girlfriend was nothing personal, you know that I‘m telling the truth. It’s the schemers that put you where you are. You were a schemer, you had plans, and look where that got you.
[Dent tries to grab the Joker]
The Joker: I just did what I do best. I took your little plan and I turned it on itself. Look what I did to this city with a few drums of gas and a couple of bullets. Hmmm? You know… You know what I‘ve noticed? Nobody panics when things go „according to plan.“ Even if the plan is horrifying! If, tomorrow, I tell the press that, like, a gang banger will get shot, or a truckload of soldiers will be blown up, nobody panics, because it’s all „part of the plan.“ But when I say that one little old mayor will die, well then everyone loses their minds!
[Joker hands Two-Face a gun and points it at himself]
The Joker: Introduce a little anarchy. Upset the established order, and everything becomes chaos. I‘m an agent of chaos. Oh, and you know the thing about chaos? It’s fair!

Was den Joker aber zu diesem Botschafter des totalen Chaos gemacht hat, wird in „The Dark Knight“ offen gelassen, dass er einfach nur wahnsinnig ist wirkt zu einfach, der Charakter zu perfide, zu reflektiert in seinem Handeln. Der Joker muss auf grausame Weise seinen Glauben in die Menschheit verloren haben, dies könnte sich natürlich aus einem grausamen Akt des Vaters gründen.

Wanna know how I got these scars? My father was… a drinker. And a fiend. And one night he goes off crazier than usual. Mommy gets the kitchen knife to defend herself. He doesn‘t like that. Not-one-bit. So – me watching – he takes the knife to her, laughing while he does it! Turns to me, and he says, „why so serious, son?“ Comes at me with the knife… „Why so serious?“ He sticks the blade in my mouth… „Let’s put a smile on that face!“

oder aber auch auf eine zurückgewiesene und pathologische Liebe zurückzuführen seien

Hey! Look at me. So I had a wife, beautiful, like you, who tells me I worry too much. Who tells me I ought to smile more. Who gambles and gets in deep with the sharks… Look at me! One day, they carve her face. And we have no money for surgeries. She can‘t take it. I just want to see her smile again, hm? I just want her to know that I don‘t care about the scars. So… I stick a razor in my mouth and do this to myself. And you know what? She can‘t stand the sight of me! She leaves. Now I see the funny side. Now I‘m always smiling!

Was auch immer biographisch zu diesem Joker führte, es waren Jonathan und Christopher Nolan, die diese Facetten des Jokers im Drehbuch zu „The Dark Knight“ herausgearbeitet haben und es war letztendlich Heath Ledger, der sie gegen die Erwartung von vielen, der sie in einer grandiosen Form umgesetzt hat. So wirkt der Joker oft wie das pure Böse und auf der anderen Seite wieder wie ein trotteliger, fast symphatischer am Leben gescheiteter „Aussteiger“. Es ist traurig, dass Heath Ledger sich das Leben genommen hat, nicht zuletzt, weil mit ihm ein Schauspieler mit allergrößtem Potential verloren gegangen ist, aber mit der Rolle des Jokers hat er es geschafft einen Mythos zu hinterlassen; war er am Ende so in der Rolle gefangen, dass er das Leben nicht mehr für lebenswert hielt oder war es nicht mehr als ein Zufall, dass dieser destruktivste Charakter zeitlich vor Ledgers Selbstmord sein Leben bestimmte? Man wird es nie erfahren, doch hat das Kinopublikum erfahren zu welch außergewöhnlichen Leistungen Heath Ledger als Schauspieler in der Lage war, auch wenn man gerne noch weitere solcher beeindruckenden Darbietungen hätte sehen wollen.

RIP Heath Ledger 1979 – 2008

This City won`t ever drown

Eine schöne Liebeserklärung an New Orleans.

Steve Earle – This City

Da wäre noch eins…

wenn sie nichts dagegen haben, hätte ich da noch eine Frage, „I just wanna tie up loose ends“.

Peter Falk ist am Donnerstag Abend verstorben. Er wird als Inspector Columbo für immer unsterblich bleiben. Er zeigte mit dieser Rolle, dass eine Krimiserie keine Pistolen braucht und durch Charme und Köpfchen im Trenchcoatmantel eines trottelig wirkenden Polizisten der Mordkomission eine Legende geschaffen werden konnte, die in seiner Originalität und in seiner detektivischen Qualität sich selbst vor einem Sherlock Holmes nicht verstecken brauchte.

Selten gab es einen sympathischeren fürs Fernsehen erschaffenen Charakter, Peter Falk spielte Inspector Columbo von 1971 – 2003 in dreizehn Staffeln mit Folgen in Spielfilmlänge.
Ich persönlich verbinde mit Inspector Columbo meine erste Faszination vom Fernsehen als Kind. Waren meine Eltern abends aus dem Haus, war es Inspector Columbo den ich mir oft anschaute und meist nicht zu Ende sehen konnte, da meine Eltern zurück kamen und ich wieder in meinem Zimmer verschwinden musste; zumindest wusste ich immer wer der Mörder gewesen ist. Peter Falk hat eine Fernseh – Ära geprägt und ich bin glücklich einen Teil davon mitbekommen zu haben.

RIP – Peter Falk 1927 – 2011

Wenn Fernsehen zur Politik wird

David Simon, ehemaliger Journalist und Polizeireporter für die Baltimore Sun ist nicht nur „der Gründer“ für eine neue Qualität gesellschafts- und systemkritischen Fernsehens (Homicide, The Wire, Treme, Generation Kill, The Corner), sondern auch ein Vertreter kritischen Politikengagements.

So outete sich jüngst der Generalbundesanwalt der USA Eric Holder als Fan von „The Wire“ und forderte David Simon und Ed Burns auf die Serie fortzusetzen oder einen Film zu produzieren.

Do another season of ‘The Wire,’” Holder said. “That’s actually at a minimum… If you don’t do a season, do a movie,” he continued. “I want another season or I want a movie. I have a lot of power Mr. Burns and Mr. Simon.”

http://dailycaller.com/2011/06/10/wire-co-creator-to-holder-reconsider-drug-war/

Dabei könnte man vermuten, dass Holder die Aussage „The Wires“ irgendwie mißverstanden hat, so ist „The Wire“ eine kritische Dimension des „War on Drugs“ immanent. („Greggs: Winning the war on drugs, one brutality case at a time. Carver : This isn‘t a war. Wars end.“; in „The Wire“). In der dritten Staffel kreiert „The Wire“ unter der Federführung Major Colvins Hamsterdam, eine Zone legalisierten Drogenverkaufes als Reaktion der von oben kommenden politischen Weisungen. David Simon greift mit „The Wire“ immer wieder die US-Drogenpolitik an und zeigt auf, dass diese Politik viel mehr eine fadenscheinige Symptombekämpfung ist (Statistiken als Zielvorstellungen polizeilicher Arbeit), als eine Bekämpfung der Ursachen für Drogenhandel oder Konsum.

Vor diesem Hintergrund wird die Antwort Simons auf die Anfrage Holds geradezu erwartungsgemäß, doch glänzt sie doch mit einer erfrischenden Direktheit gegenüber der „nettgemeinten“ Anfrage des Generalbundesanwaltes.

The Attorney-General’s kind remarks are noted and appreciated,“ he wrote. „I‘ve spoken to Ed Burns and we are prepared to go to work on season six of The Wire if the Department of Justice is equally ready to reconsider and address its continuing prosecution of our misguided, destructive and dehumanising drug prohibition.“

Simon further claimed that the government’s current anti-drug policies are „nothing more or less than a war on our underclass“.“

http://www.digitalspy.co.uk/ustv/news/a323351/the-wire-creator-hits-out-at-attorney-general.html

Es ist schade, dass „The Wire“ ein Ende haben musste, welches ganz nebenbei eines der zufriedenstellensten Enden in der Serienlandschaft war, doch ist es eben auch ein abgeschlossenes Gesellschaftsepos, was keiner Veränderung oder Erweiterung mehr bedarf, so gerne man auch wieder die Strassen von Baltimore durch die Brille von David Simon betrachten würde.

Schön is es

Bin gerade auf Bonusmaterial zu „Unlike U“ gestoßen. Jazzy Jeff hatte den Film bereits schmackhaft machen können und sollte auch recht behalten, dass dieser Film über die Trainwriting Szene in Berlin definitiv lohnenswert ist. Mir als nicht so vertrauten Person was Sprüher angeht hat der Film aufgezeigt wie verdammt gut Graffitis aussehen können.

Der Film zeigt aber auch die Subkultur, die hinter diesen Bildern steckt. Welche Opfer es bedeutet (nachts) malen zu gehen, welche Risiken damit verbunden sind und warum diese Leute all das was eigentlich dagegen spricht auf sich nehmen und wenn dabei so schöne Pieces heraus kommen wie oben gezeigt, kann niemand ernsthaft behaupten, dass ihm oder ihr die biedere Fassade des Alltags wirklich besser gefällt. Graffiti ist eine der inklusivsten Formen der Kunst, da sie aufgrund des öffentlichen Charakters auch diejenigen erreicht, die damit vielleicht erstmal gar nichts zu tun haben (wollen). Und wie einer der Protagonisten aus „Unlike U“ es formuliert, „[…] es wurde einfach umgedreht, die Kunst kommt zu dir“ (Poet/GFA) bzw. sinngemäß ein anderer Künstler „Für mich sind die hässlichen Werbetafeln Vandalismus“.

The Wire Prequels

HBO hat drei Prequels zu „The Wire“ veröffentlicht, schade, dass sie sie so kurz sind, aber lohnen tut es sich trotzdem.

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Omar kommt! Schon früh weiß der kleine Little, wen man ausrauben sollte und wie man sich durchsetzt.

Prop Joe hat das Prinzip des Business schon früh verstanden.