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And Still … He’s Doing What He Does Best

12 Fight Winning Streak; 8th Title Defense, 21 Siege insgesamt: 9 durch (T)KO, 5 durch Submission – Eine Niederlage durch eine diskutable Disqualifizierung und wieder siegt er dort, wo es die wenigsten erwartet haben:

Jon Jones: Not Quiet Human!

Das war schon mal sein Motto, aber es trifft mehr und mehr auf ihn zu. Jon Jones schlägt Daniel Cormier in einer Weise, die die wenigsten erwartet haben. Er kontrolliert ihn am Käfig, in der vierten Runde zeigt er gar zwei Double Leg Takedowns hintereinander, die selbst von Experten als unmöglich eingestuft worden. Ich mutmaßte, dass DC ihn im Ringen überlegen sein würde, weil davon alle ausgingen, die Daniel Cormier zuvor in seinen dominierenden Auftritten verfolgen konnten. Da Jon Jones es in der Vergangenheit nur allzu oft demonstrierte seine Gegner da zu schlagen, wo sie am besten sind, ließ man sich maximal noch dazu hinreißen Jones zuzugestehen nicht am Boden gehalten zu werden oder gar Takedowns zu verteidigen. Genau diese optimistisch gemeinten Vorhersagen erfüllte der Champion beeindruckend und mit einer, für den Kampf unbedeutenden Ausnahme in der letzten Runde. Allerdings muss man Cormier genauso zugestehen, dass er Jones insbesondere in der 2. Runde, aber, wenn auch nicht besser als Jones, sogar die gesamten ersten 3 Runden zusetzte und vor allem immer wieder harte Uppercuts im Infight lieferte.

Aber wie gesagt, setzte der Champion, der als Bester aller Zeiten in die Geschichte des MMA Sports eingehen will, noch einen drauf und kontrollierte DC im Ringerbereich. Jon Jones besiegte erneut einen Gegner, der ihm im Vorfeld als ebenbürtig vorgestellt wurde und entfacht nun genau diese Diskussion, ob er nun Anderson Silva als Bester aller Zeiten abgelöst habe und der Tenor ist gespalten, aber eigentlich nur in der Hinsicht, ob man nicht noch ein wenig für diese Aussage warten solle.

Angst macht dann Jon`s Aussage in der Pressekonferenz, dass 2015 sein Jahr sein werde, er hungrig darauf ist sich weiter zu entwickeln und eben nicht wie es ihm in der Vergangenheit vorgeworfen wurde, erst einmal eine Pause einzulegen, sondern direkt zurück ins Training zu gehen (im Link Minute 25:25).

Die letzten drei Titelverteidigungen gingen über die Zeit und kamen zu einer Punktentscheidung, es ist also etwas her, dass Jones eine Titelverteidigung vorzeitig beenden konnte. Es war der Erstrunden K.O. gegen Chael Sonnen im April 2013, doch eine derartige Ansage und die Tatsache, dass seinen letzten Gegner allesamt eine Siegeschance eingeräumt wurde, geben Zuversicht, dass es immer noch nicht der beste Jon Jones war, den wir im Octagon gesehen haben. Und vielleicht sollten wir deswegen, aus Respekt zum zukünftigen Jon „Bones“ Jones, auch noch mit der Aussage warten, dass er der beste Mixed-Martial-Artist aller Zeiten ist. Der nächste Gegner wird am 24. Januar ermittelt wenn Alexander Gustafsson auf Anthony Johnson trifft, ab dann wird sich einer der Beiden Gedanken machen müssen, wie das Unmögliche möglich gemacht werden könnte.

Ein MMA Ausblick auf das frühe Jahr 2015

The Time is Now“ heißt es gerade in der UFC und das Jahr beginnt mit dem vielversprechenden Nachzügler aus 2014 Jones vs. Cormier. Hinzu kommt das Comeback der Legende Anderson Silva (gegen Nick Diaz), sowie der Mittelgewichtsweltmeisterschaftskampf von Champion Weidman gegen eine weitere Legende des Sports Vitor Belfort. Auch die scheinbar unbesiegbare Ronda Rousey bekommt mit Cat Zingano endlich eine Gegnerin von der man sagt, dass sie Paroli bieten könne.

Aber von Vorne oder im Sinne des Gewichtes fangen wir mal von Unten an. Was könnte das Jahr 2015 den UFC bieten und was davon steht bereits fest?

Im Flyweight scheint der Champion Demetrious Johnson kaum gefährdet, selbst renommierte Gegner wie Joseph Benavidez wurden vom Weltmeister beeindruckend gestoppt. In der Vergangenheit schien es nur ein Mann zu sein, der DJ gefährlich werden konnte und das war Ultimate Fighter Gewinner John Dodson (nicht zufällig Sieger im Finale der Show gegen den aktuellen Bantamweight Champion TJ Dillashaw). Es gibt in dieser Gewichtsklasse sicherlich noch andere verdiente Kämpfer, wie z.B. Ian McCall, aber als ernsthafte Konkurrenz zum Champion gehen sie aktuell zumindest nicht durch.

Die Bantamweight Devision wiederum verspricht ein wesentlich aufregenderes Jahr. Der Champion ist zurück: Dominick Cruz meldete sich Ende 2014 mit einem beeindruckenden Finish über Takeya Mizugaki zurück (dieser war zuvor nie durch KO gestoppt worden und Cruz wiederum auch eigentlich nicht für seine Finishing-Qualitäten bekannt).

Dominick Cruz musste seinen Titel 2014 endgültig aufgrund von Verletzungen abgeben und damit wurde der Interims-Champion Renan Barao kampflos zum neuen Champion. Jeder wartete damals nur auf die Rückkehr von Cruz und den entsprechenden Titelfight, insbesondere weil Barao durch die Bantam Devision pflügte und alle Gegner vorzeitig belehrte, dass er ein wahrer Champion und nicht nur ein zwischenzeitlicher Weltmeister war. Dies dauerte bis zum 24. Mai 2014, als TJ Dillashaw für Raphael Assuncao im Kampf um die Weltmeisterschaft einsprang und das Unmögliche wahr machte als er Barao nicht nur besiegte, sondern 5 Runden dominierte und auch in der letzten Runde den TKO holte.

Renan Barao sollte dann seinen Rückkampf ohne Umwege bekommen, musste aber aufgrund von gesundheitlichen Problemen beim „Weight-Cut“ kurzfristig absagen. Renan Barao konnte nun im letzten Event 2014 zeigen, dass er wieder da ist, allerdings war seine Leistung gegen Mitch Gagnon nicht so überzeugend, wie sie vielleicht hätte sein können, auch wenn er den Kampf in der 3. Runde per Submission beendete.

Was erwartet uns nun 2015? Dana White hat Cruz als Nummer Eins Herausforderer bestätigt und dem Dominator einen Titleshot zugesagt. Dieser Kampf könnte ein Highlight des kommenden Jahres werden, denn beide kämpfen letztendlich doch sehr ähnlich und ich bin gespannt, wer dann am Ende der Bessere sein wird. Natürlich wird Barao nicht zu vergessen sein, der sich dann den Sieger vornehmen wollen wird, wobei je nach Kampfverlauf ein direktes Rematch auch nicht unbedingt auszuschließen ist. Der Kampf wird wohl noch im ersten Viertel 2015 stattfinden.

Die Featherweight Devision. Hier machte vor allem Einer von sich reden, der irische Superstar Connor McGregor. Er besiegte Dustin Poirier in beeindruckender Manier mit einem KO in der ersten Runde und zeigte damit endgültig, dass mit ihm zu rechnen ist. Allerdings teile ich nicht die Meinung, dass ihm nach seinem Kampf im Januar gegen Dennis Siver im Falle eines Sieges der Titleshot zusteht. UFC Präsident Dana White, dem auch die Show-Fähigkeiten von Trash-Talker McGregor gefallen, sieht den Iren als nächsten Titelkandidaten, da alle anderen dem Champion Jose Aldo bereits durch mindestens eine Niederlage Tribut gezollt hätten. Das ist sicherlich auch richtig, doch hat McGregor in meinen Augen trotzdem noch nicht bewiesen, dass er der No. 1 Contender ist. So fehlt ein Kampf gegen einen guten Ringer und ich finde ein Kampf gegen Ricardo Lamas oder sogar Chad Mendes (der 2014 in einem unglaublichen Kampf knapp gegen Aldo verlor) würde erst wirklich Aufschluss geben, wie gut McGregor wirklich ist.

Derzeit ist der ehemalige Lightweight-Champion Frankie Edgar mit seiner dominanten Vorstellung gegen den bis dato siegesverwöhnten Cub Swanson für mich der Nummer Eins Herausforderer und sollte eine vielleicht dann auch letzte Chance auf den Titel bekommen.
So oder so ist dies eine unglaublich spannende Gewichtsklasse, wobei Jose Aldo mit seiner Überlegenheit durchaus in der Lage wäre dennoch Langeweile zu versprühen.

Was uns zur Lightweight Devision führt. Denn ich erinnere mich an eine Zusage Jose Aldos an einen Superfight gegen Lightweight Champion Anthony Pettis nach seinem Sieg gegen Lamas im Frühjahr 2014. Nun hatte McGregor eine neue Dynamik ins Federgewicht gebracht und das Thema war verschwunden, aber es ist durchaus vorstellbar, dass es 2015 zurück auf die Agenda kommt, vor allem wenn Aldo McGregor seine Grenzen aufzeigen sollte.

Aber bleiben wir innerhalb des Leichtgewichtes. Hier hat den nächsten Titleshot Rafael dos Anjos zugesagt bekommen, der 2014 mit Siegen über den ehemaligen Champion Benson Henderson (beeindruckend mit einen KO in der ersten Runde) und jüngst über Nate Diaz diesen Anspruch anmeldete. Es gibt aber in dieser Gewichtsklasse vor allem einen anderen Kämpfer der unaufhaltsam seinen Titelanspruch demonstriert; Cowboy Donald Cerrone. Der Dauerbrenner (4 Kämpfe 2014) tritt auch gleich im ersten Event 2015 gegen Miles Jury an und würde im Falle eines Sieges der einen „6 Fight Winning Streak“ bedeuten würde seine herausragende Stellung im Lightweight weiter unterstreichen. Ein weiterer Faktor könnte der zuletzt verletzte Khabib Nurmagomedov sein und auch die Rolle des ehemaligen Champions Smooth Benson Henderson wird 2015 wohl neu definiert.

Nun kommen wir zur Welterweight Devision. Hier kann es als nächsten Titlekampf eigentlich nur einen Kampf geben: Champion Robbie Lawler gegen den inoffiziellen Nachfolger GSP’s Rory McDonald. Nachdem Johny Hendricks seinen Titel direkt im Rematch gegen Lawler wieder abgeben musste und im selbigen Kampf Überzeugung und Leidenschaft missen lassen hat (auch wenn der Kampf meiner Ansicht nach Punkten trotzdem an Hendricks hätte gehen müssen, eine starke erste und letzte Minute macht die Kontrolle und die durchaus gelandeten Kombos nicht wett) wird er sich erst einmal wieder beweisen müssen. Lawler und McDonald kämpften schon einmal im November 2013 gegeneinnander, aber die damalige Split Decision spricht keineswegs gegen eine Neuauflage.

Aber auch nach McDonald gibt es durchaus weitere ernst zu nehmende Wettbewerber um eine Titelchance. So wird Tyron Woodley bei UFC 183 am letzten Tag des Januars gegen Kelvin Gastelum zeigen, welche Rolle er im Titelrennen spielen könnte. Gastelum selbst könnte sich mit diesem Kampf gegen einen Top 5 Kämpfer auf die Agenda bringen und seine letzten Auftritte versprechen einen fantastischen Co-Mainevent am 31. Januar.

Matt Brown hat erst gegen den nun amtierenden Champion verloren und auch wenn er sein Kämpferherz abermals unter Beweis stellte, war Lawler doch so überlegen, dass ein Titleshot gegen ihn erst mal in der Warteschleife sein dürfte. 2 weitere gestandene Kämpfer dürfen 2015 natürlich nicht außen vor gelassen werden: Carlos Condit, für mich einer der komplettesten Kämpfer der Gewichtsklasse, wird sicherlich wieder ein Wort mitsprechen wollen und die Rückkehr der Legende George St. Pierres kann man nach den Aussagen Dana Whites („er sei wieder im Training“) wohl auch noch 2015 erwarten. Hier wäre ein Rematch mit Johny Hendricks eine Chance für beide wieder ganz oben mit dabei zu sein und das letzte Resultat würde die entsprechende Schärfe ins Spiel bringen.

Wo wir schon bei UFC 183 waren, dies ist der Augenblick des Comebacks der wohl größten Legende der UFC: Anderson Silva. Nach etwas mehr als einem Jahr und im stolzen Alter von noch 39 Jahren kehrt „The Spider“ in den Ring zurück. Den Unterschenkelbruch hat er überwunden, das fortgeschrittene Alter, hat Randy Couture schon bewiesen, muss kein Zeichen schwindender Qualität sein. Sein Gegner im Mainevent wird Nick Diaz sein, der hoffentlich den schwachen Auftritt seines kleinen Bruders Nate vergessen macht. Dieser Kampf bietet 2 ausgezeichnete Striker und könnte einer der spektakulärsten Kämpfe 2015 werden.

Und dabei war noch gar nicht vom Champion im Mittelgewicht Chris Weidman die Rede. Dieser wird bei UFC 184 Ende Februar seinen Titel gegen niemand geringeres als Vitor Belfort riskieren. Auch dieser Kampf verspricht einiges und wird zeigen wie gut der ungeschlagene Weltmeister ist, denn der überaus erfahrene Belfort brachte schon Jon Jones an den Rand einer Niederlage als er diesen in einem Armbar hatte. Aber das Mittelgewicht bietet noch so viele weitere Prüfungen für den Champion, wenn er es bleiben sollte. Jiu-Jitsu Experte Jacare Douza z.B. oder auch Yoel Romero und das gute daran, beide werden am gleichen Tag wie Weidman vs Belfort untereinander ausmachen, wer die Nase vorne hat. Nicht zu vergessen ist natürlich Luke Rockhold, der in jüngster Vergangenheit fantastisch aussah und einen Sieg gegen den auf 2 gesetzten Jacare bereits seit längerem in der Tasche hat. Des Weiteren Lyoto Machida, der sicherlich einen neuen Anlauf nehmen wird nach seiner am Ende knapp verpassten letzten Chance gegen Weidman.

„The Time is almost NOW!“ wenn wir die Sphären des Halbschwergewichts betreten und dem möglichen Kampf des Jahrhunderts Jones vs Cormier gleich zu Beginn des Jahres am 3. Januar entgegen fiebern. Ich habe mich bereits ausführlich mit dem Kampf beschäftigt als dieser ursprünglich im September letzten Jahres stattfinden sollte. Es bleibt dabei es ist die Chance einer Legende noch größer zu werden oder aber der ungeschlagene Herausforderer das vielleicht Unmögliche wahr zu machen, Cormier glaubt an sich (“I have been waiting for the man that is my equal for so long. Please be that guy, Jon Jones.“) und das ist zumindest nicht unbegründet.

Aber das Leichtschwergewicht kann derzeit noch mit einigen anderen Kalibern aufwarten. Zwei der Größten treffen am bereits am 24. Januar aufeinander, wenn Alexander „The Mauler“ Gustafsson gegen Anthony „Rumble“ Johnson ins Octagon steigt und diese beiden in einem Nummer Eins Herausforderer Match ihr präzises bzw. mächtiges Boxen aufeinander prallen lassen. Die derzeit vier besten Leichtschwergewichtler kommen also geballt im Januar. Damit wird aber nicht Schluss sein. Cormiers ursprünglich erster Leichtgewichtstest und nicht weniger als der ehemalige Champion, Ultimate Fighter Gewinner und 5 Runden gegen Jones Überlebende Sugar Rashad Evans wird nach seiner Verletzung seine Rückkehr feiern. Es war sehr schade, dass Rashad nicht gegen DC antreten konnte, denn einerseits war dies sein Kampf um ins Titelrennen zurück zu kommen und andererseits hätten wir sonst ein wenig mehr Wissen, wie gut Cormier wirklich sein kann. Er wird am 22. Februar gegen den letzten Gegner Jon Jones‘ antreten, Glover Teixeira. Auch dieser konnte von Jon Jones nicht vorzeitig gestoppt werden, auch wenn er dadurch noch mehr Prügel einsteckte und Jon Jones seine Unberechenbarkeit (niemand hatte erwartet, dass er sich auf einen Infight mit Teixeira einlässt) unter Beweis stellte. Und zu guter Letzt werden Ryan Bader und Phil Davis das Verfolgerfeld komplettieren was am selben Abend des Gustafsson/Johnson Fights stattfinden wird.

Nun kommen wir zum Schwergewicht. Wie ich finde derzeit eine wenig spektakuläre Gewichtsklasse. Nach der Velasquez – Dos Santos Trilogie ist etwas die Luft raus, da Cain Velasquez seinem ärgsten Rivalen die Grenzen deutlich aufgezeigt hat. Junior Dos Santos könnte sich derzeit dann aber mehr über die Verletzung von Velasquez freuen als der Interimschampion Fabricio Werdum, da er nur so wieder die Chance auf einen Titel bekommt. Dos Santos überzeugte mich gegen Stipe Miocic nicht, es wird aber wohl für einen Kampf um den Interimstitel gegen Werdum reichen und danach wird Cain gegen den Inhaber dieses Pausenhalters antreten, was kurioserweise zu einem eigentlich undenkbaren 4. Teil Velasquez gegen Dos Santos führen könnte. Bedenkt man die vergangene Einseitigkeit kein Kampf der begeistern wird, dann doch lieber Travis Browne, der sieht zumindest gefährlicher aus. Aber im Ernst Werdum ist sicherlich gerade der Kämpfer hinter Velasquez und könnte den kriselnden Dos Santos durchaus besiegen und dann gäbe es 2015 doch noch einen Schwergewichtstitelkampf mit entsprechender Erwartungshaltung.

Am Ende noch zu den Frauen. Ronda Rousey wird bestimmt auch das Jahr 2015 im Bantamgewicht dominieren. Der Kampf mit Cat Zingano wird gepusht und ich will Zingano auch gar nicht schmälern, aber Rousey ist einfach beeindruckend und scheint unschlagbar, so dass es am Ende nur die Frage sein wird, hat sie ihr Repertoire noch etwas erweitert und geht der Kampf über die erste Runde hinaus. Miesha Tate war eine der Wenigen, die es über die erste Runde hinaus schaffte und daher wird ihr Kampf gegen Sara McMann bei UFC 183 sicherlich auch ein lohnenswerter Kampf. Das neue Strawweightgewicht wurde mit einer würdigen Königin durch die letzte Ultimate Fighter Staffel gekrönt und nun wird man gespannt sein, wer Carla Esparza das Wasser reichen kann. Mich hatte Rose Namajunas begeistert, denn ihr Stil war etwas besonderes: Vielfältig, unorthodox und blitzschnell, aber es sollte nicht reichen, gegen die im Finale im wahrsten Sinne des Wortes bärenstarke Esparza, ich freue mich aber schon die noch junge Namajunas (22) bei ihrer Entwicklung als vielversprechende Mixed Martial Artist zuschauen zu können.

Zum Schluss noch ein kleines Hirngespinst für den Fall einer erfolgreichen Rückkehr Anderson Silvas: Wie wäre es eigentlich, wenn dieser seinen Mittelgewichtstitel gar nicht zurück haben will (seinen eigenen Rekord erfolgreicher Titelverteidigungen wird er sicherlich nicht mehr brechen können) und stattdessen eine Gewichtsklasse höher mal reinschaut. Wäre nicht das erste Mal und ein Superfight zwischen Silva und Jones ließe sich bestimmt verkaufen. Es spricht eine große Konkurrenz in beiden Gewichtsklassen dagegen, da diese genug interessante Kämpfe möglich macht, die Idee ist aber natürlich nicht neu, nur die Vorzeichen sprechen aus Sicht von Anderson Silva mehr als je zuvor dafür, denn so könnte er seine Legende damit endgültig manifestieren indem er nicht nur Weltmeister in 2 unterschiedlichen Gewichtsklassen wird (wie zuvor nur BJ Penn, Randy Couture), sondern die direkte Konkurrenz um den Besten aller Zeiten mit Jon Jones besiegt.

Jon „Bones“ Jones vs. Daniel Cormier

Update: Der Kampf ist aufgrund einer Verletzung von Jon Jones auf Januar verschoben. 2 Verletzung kosten damit 2 potentielle Kämpfe des Jahres 2014. Schade Hier zum Artikel über den stattgefundenen Kampf.

Im September letzten Jahres stellte Alexander „The Mauler“ Gustafsson den bis jetzt jüngsten und längst amtierendsten Lightheavyweight Champion Jon Jones vor seine wohl größte Aufgabe. Erstmals besaß Jones keinen Reichweitenvorteil und tat sich mit dem Schweden nicht nur schwer, sondern verlor neben zwei Runden auch ein Teil seiner Gesundheit. So sah der Champion nach dem Kampf, den er allerdings nach Punkten gewann, wesentlich gezeichneter aus, als der Herausforderer. Das Jones trotzdem 3 der 5 Runden gewann sollte spätestens bei einer zweiten Sichtung des Kampfes deutlich gewesen sein. Nun wartete das lang ersehnte Rückmatch der beiden exakt ein Jahr später. Jones hatte inzwischen Glover Teixera in die Schranken gewiesen indem er ihn da schlug, wo bei Teixera ein vermeintlicher Vorteil vermutet worden war: im Infight. Gustafsson hingegen hatte Jimi Manuwa mit einem TKO in der zweiten Runde richtig in der UFC willkommen geheißen.

Alles wartete seit dem auf das Rematch, was endgültig zeigen sollte, ob Gustafsson den inzwischen mit 7 Titelverteidigungen von Rekord zu Rekord eilenden Ausnahme-Mixed-Martial-Artist wirklich gefährden kann. Dieses Rematch war einem jedoch trotzdem ein Dorn im Auge, Daniel Cormier. Er rührte für sich und den Fight die Werbetrommel wo und wann er nur konnte. Der vor kurzem aus dem Schwergewicht heruntergekommene Trainingspartner von Heavyweight-Champion Cain Velasquez betonte immer wieder, dass er es wäre, der den Champ stoppen könne und das es deswegen eigentlich nur einen nächsten Titelkampf geben könne und zwar DC gegen Jones.

Jetzt ist es soweit. Es passierte das einzige, was Cormier seinen Wunsch erfüllen konnte. Gustafsson verletzte sich in der Vorbereitung zum Titelkampf und Daniel Cormier wird nun seinen Platz einnehmen und seinen ersten Titelkampf in der UFC bestreiten.

Ich persönlich erwarte mir von diesem Kampf mehr als vom ursprünglichen Rückkampf, da ich der Meinung bin, dass Jones sich im zweiten Anlauf besser auf die Reichweitenkonstellation einstellen kann und der Kampf deutlicher ausgehen wird, als der erste. Cormier hingegen bringt eine ganz andere Qualität ins Octoagon. Sein überlegenes Ringen, welches ihn schon mal in den Bereich der Weltspitze gebracht hatte (2 facher Olympiateilnehmer und 3. Bei den Weltmeisterschaften). Jon Jones kommt ebenfalls aus dem Ringen (griechisch-römisch), hat aber inzwischen soviel mehr zu bieten mit seinen (Spinning) Elbows, verschiedensten Kicks und einem starken Submission-Game.

Cormier wird aber wohl der erste sein, der Jones im Ringen realtiv eindeutig überlegen sein müsste. So hatte Cormier mit Dan Henderson überhaupt keine Probleme seine Takedowns nach seinem Willen durchzusetzen und beherrschte Hendo nach Belieben. Nun ist Hendo kein Jon Jones (mehr), aber bei besten Willen kein schlechter Ringer oder Fallobst. Es ist wahrscheinlich, dass DC Jones zu Boden bringen wird. Eine entscheidende Frage ist, ob er Jones am Boden auch kontrollieren wird. Ich könnte mir vorstellen, dass Jones zumindest nach einem Großteil der Takedowns wieder schnell den Weg in den Stand finden könnte. Sollte Cormier dies verhindern können, dann hätte Cormier zumindest die Grundlage für einen Punktsieg geschaffen.

Es gibt aber noch zwei weitere entscheidende Faktoren in diesem Kampf. Erstens der Kampf geht über 5 Runden. Kann Cormier seine Physis wirklich über einen ganzen 5 Runden Kampf ausspielen und Jones mit seinem Ringen erdrücken? Oder kommt es vielleicht darauf an auf diese Weise die ersten 3 Runden zu gewinnen und dann in einem Survivalmode den Rest des Kampfes zu überstehen?

Zweitens sollte man nicht vergessen, dass Jon Jones viele seiner Kämpfe mit Submissions beendet hat. Wir wissen nicht, wie Jones agieren wird, wenn er auf den Rücken gelegt wird, aber ich glaube nicht, dass dies ungefährlich für Cormier ist. Spätestens wenn die Kräfte schwinden, könnte Jones vielleicht sogar einen Kampf in dem er zu diesem Zeitpunkt hinten liegt durch einen Submission-Technik zu seinen Gunsten entscheiden.

Es gibt einige Fragezeichen im Vorfeld dieses Kampfes. Und genau das macht diesen Kampf aus, denn auch wenn für mich Jones Favorit bleibt, Cormier wird ihm einen Kampf liefern, den Jones nicht kontrollieren wird. Jones hatte in der Vergangenheit immer wieder für Aufsehen gesorgt, da er den einen oder anderen Gegner da schlug, wo diese bis dato am besten gewesen waren. Im Falle Cormiers würde das heißen, Jones setzt die Takedowns und würde dann sein gefürchtetes Ground and Pound mit seinen Ellbogen loslassen, was wir schon länger nicht mehr von ihm gesehen haben, ihn aber zu Beginn seiner Karriere so stark machte.

Das kann ich mir aber nicht vorstellen. Allein die Größenverhältnisse setzen DC in optimale Position seine Takedowns umzusetzen. Die Qualität des Ringens macht dies umso wahrscheinlicher. Was Jones aber dennoch zuzutrauen ist, dass er die Takedowns von Cormier abwehrt. Und das wäre eben auch eine Sensation, wenn Jones in der Lage sein sollte anhand seiner Takedown-Defense zu bestimmen wo der Kampf stattfindet und im Standup dürfte Cormier klare Nachteile gegen Jones haben.

Ich glaube aber nicht, dass Jones wirklich eine konsequente Takedown-Defense umsetzen können wird. Ich halte Cormiers Ringen für zu stark, die unterschiedlichen Körperschwerpunkte kommen ebenfalls Cormier zu Gute, so dass man erstmals sehen könnte wie sich Jones auf dem Rücken anstellt. Kommt er schnell wieder hoch, arbeitet er an Submissions (ein Triangel würde sich aufgrund der langen Beine anbieten) oder kann er gar nur das schlimmste Ground and Pound verhindern.

Es wird ein spannender Kampf am 27. September. Cormier könnte durchaus nach Punkten gewinnen, da er die Voraussetzungen hat Jones zu kontrollieren. Einen Knockout oder eine Aufgabe hingegen sehe ich nur für Jon Jones möglich, der leichter Favorit ist, aber auch nicht mehr. Daniel Cormier hat alles um neuer Champion werden zu können, auch gegen den derzeit besten Pound for Pound Fighter des Planeten.

10 Jahre für den Scheiß (Lukas Podolski 13.07.2014)

Vorab muss man sagen, dass die argentinische Nationalmannschaft das Finale ebenso gut hätte gewinnen können.

In der ersten Halbzeit hatten Higuaín und Messi zwei Chancen, die die Albiceleste in Führung hätten bringen können und Neuers Ausflug an den Strafraumrand in der 2. Halbzeit war sicherlich kein Foul von Higuaín, eher war es Elfmeter oder gar Rot, sollte die Faust den Strafraum verlassen haben. Die gelobte Teamleistung der deutschen Nationalmannschaft war nicht minder bei der Argentinischen zu finden, die mit einer unglaublich organisierten und disziplinierten Defensive das Spiel, die Räume genauso kontrollierten, wie es von ihnen zu erwarten war.

Innerhalb der regulären Spielzeit wirkte die Albiceleste stets gefährlicher und schien auf fast alle Aktionen der deutschen Nationalmannschaft eine Antwort zu haben. Präsenter in den Zweikämpfen ging es z.T. überfallartig nach Vorne und auch Höwedes‘ Pfostentreffer sollte die Chancenverteilung in 90 Minuten nicht ausgleichen. Es wurde zu einem Spiel des Willens, der Physis und am Ende entschied doch ein schöner Moment Fußball diese Weltmeisterschaft, als Mario Götze den Ball technisch anspruchsvoll an Sergio Romero vorbei spitzelte und somit die größeren Anstrengungen der Verlängerung belohnte.

Die Generation um Phillip Lahm, Bastian Schweinsteiger, Per Mertesacker, Lukas Podolski oder auch Miroslav Klose hat sich diesen Titel verdient. Als Klinsmann und Löw 2004 übernehmen, entsteht etwas, was der deutsche Fußball bis dato wenig kannte: kreativer Offensivfußball. Dieser war dann nicht nur schön anzuschauen, sondern auch mit einem Abo auf die Halbfinals der Großturniere sowie beeindruckenden Qualifikationen zu diesen, effektiv und erfolgreich. Was fehlte war ein Titel. Der 13. Juli war für die Älteren des Teams vielleicht die letzte Chance diese Ära des deutschen Fußballs zu veredeln. Nun haben sie, insbesondere die Bayern Lahm und Schweinsteiger alles gewonnen, was man als Spieler gewinnen kann; beeindruckend. Und ganz „nebenbei“ wurde Jogi Löw innerhalb der letzten Wochen (vlt Jahre) von einem kritisierten Nicht-Siegertypen zum erfolgreichsten Bundestrainer. Die beste Bilanz hatte er bereits, hinzu kam nun das Wichtigste: der Titel.

Was war das für eine WM?! Costa Rica schockte die Todesgruppe indem sie nicht nur Engländer hinter sich ließen, sondern auch noch die Mehrfachweltmeister Uruguay und Italien. Sie gehörten zusammen mit den Darbietungen der chilenischen und der kolumbianischen Nationalmannschaften zu den beeindruckenden Vorstellungen von lateinamerikanischen Mannschaften, die es taktisch hervorragend beherrschten die Räume eng genug zu machen und dann schnell nach vorne umschalteten. Der Guardiolasche Ballbesitzfußball sollte diese WM nicht prägen.

Sinnbildlich dafür die Demontage Spaniens durch die Niederlande im dritten Spiel der WM. Geradezu einfach aussehend zerlegten Robben und Co die Meister des vergangen halben chronologischen Dutzends. Eine Mannschaft gab es dann dennoch die über Ballbesitz ihren Weg machte; die argentinische Nationalmannschaft.

Sie wurden als Minimalisten verschrien und hatten in der Tat gegen den Iran ein erschreckenden Auftritt, den nur der geniale Moment des besten Fußballers der Welt, vielleicht aller Zeiten, beschönigen konnte. Er gewann den letzten Ballon d’Or nicht zum fünften Mal, auch wenn er zum 7. Mal hintereinander dafür in Frage kam. Lionel Messi zeigte in der Vorrunde, dass er auch bei Weltmeisterschaften den Unterschied machen kann. In der K.O. Phase aber übernahm ein anderer dieses Zepter. Sein Vereinskollege Javier Mascherano organisierte die Teamleistung der „Gauchos“ und zeigte, dass Argentinien eben nicht von Messi abhängig ist, wie es einige weiter hartnäckig behaupteten. Es mag nicht der Fußball gewesen sein, den so Viele von den Offensivkünstlern Südamerikas erwarteten, aber um ehrlich zu sein, haben sie diesen Anspruch nie verfolgt. Sie spielten nur allzu oft „italienischen Effektivfußball“ und auch wenn sie bis zum Finale nach vorn trotzdem ruhig mehr hätten zeigen können, gibt ihnen spätestens das Finale im Erreichen und in der Art dieses zu prägen Recht.

Messi gewinnt dann aber doch einen goldenen Ball. Er wird zum besten Spieler der WM gewählt. Das ist dann allerdings etwas unverständlich. Ohne Frage hätte ein entscheidendes Tor im Finale von ihm diese Ehrung gerechtfertigt, aber zu diesem fehlten ihm wenige Zentimeter. Gab es auf der anderen Seite einen besseren Spieler? Ich denke schon. Der Torschützenkönig James Rodríguez drückte dem Turnier seinen Stempel mit einem wunderschönen Tor auf und 5 weiteren Beweisen, dass er ein Fußballer mit glorreicher Zukunft sein könnte. Mats Hummels zeigte ebenfalls seine absolute Weltklasse, die allerdings von der starken Leistung seines Innenverteidiger-Pendants Jerome Boateng im Finale getrübt wurde. Für Thomas Müller gilt dann gleiches, wie für Messi; ihm gelang es nicht im entscheidendsten Spiel das Ausrufezeichen zu setzen. Arjen Robben fällt einem noch ein, der zurzeit alles nachholt was ihm Verletzungen in seiner Karriere versagt haben. Auch Karim Benzema spielte eine unglaubliche WM und bestätigte seine Leistungssteigerungen aus dem vergangenen Jahr Real Madrid eindrucksvoll. Es ist sicherlich schwierig einen besonderen Spieler zu benennen, bei einer WM die von Mannschaftsleistungen geprägt war. Und das gilt nicht nur für die beiden Finalisten, sondern eben auch für Chile, Kolumbien oder Costa Rica.

Eine merkwürdige Auffälligkeit am Rande: die Schiedsrichter haben ihren Platz bei dieser WM nicht gefunden. Sie begannen ohnehin katastrophal mit Fehlentscheidungen und standen so oft im Wege, wie ich es in den letzten 10 Jahren Bundesliga zusammen nicht gesehen habe. Zum Glück glichen sich deren Fehlleistungen meist aus, auch wenn Giovanni dos Santos trotzdem gerne zwei WM Tore mehr hätte.

Nun noch einmal zum Weltmeister. Das Finale passte in den Verlauf der Vorbereitung und des Turniers. Marco Reus fiel kurz vor Beginn des Turniers, im letzten Vorbereitungsspiel aus und verdunkelte damit die Hoffnungen der deutschen Nationalmannschaft. Mustafi rückt nach und bekommt auch noch seine Einsätze bis er sich verletzt. Das Ganze wiederholte sich irgendwie komprimiert in und vor dem Finale. Khedira kämpfte, spielte sich ins Turnier und kehrte trotz Trainingsrückständen (ähnlich wie Schweinsteiger) zum richtigen Zeitpunkt zu starker Form zurück. Nun verletzte er sich vor dem Finale beim Warmmachen und wurde ersetzt von Christoph Kramer, einem Spieler der international genauso unbekannt sein dürfte, wie er den Event Fans des Public Viewings wahrscheinlich eine Unbekannte war. „Dieses Fohlen“, ohne große internationale Erfahrung im Verein (BMG verpasste ja die Euro-League zur letzten Saison), fügte sich positiv in das Mannschaftsgefüge ein, forderte Bälle, ging Wege. Dann allerdings verletzte sich der Ersatz und Löw musste erneut umstellen und kehrte zum alten System (4-2-3-1) zurück.

Die personellen Rückschläge kennzeichneten den amtierenden Weltmeister. Vielleicht gewannen sie trotz, vielleicht gewannen sie sogar wegen dieser Rückschläge, die sie als Mannschaft enger zusammen brachten. Wenn man von personellen Rückschlägen spricht, kommt man aber nicht um die Verletzung von Neymar herum. Dies war sicherlich einer, wenn nicht der tragischste Moment der WM 2014. Unsinnig zu spekulieren, ob mit ihm das Desaster Brasiliens im Halbfinale nicht geschehen wäre, das selbstverschuldete Fehlen des Abwehrchefs und Seleção-Kapitäns Silva wog hier wahrscheinlich sogar schwerer, aber der Ausfall Neymars gehörte sicherlich zu den traurigsten Momenten und zwar sportlich wie menschlich. Die Geste des Goldenen Balles hätte er vielleicht nötiger gehabt als Lionel Messi, verdient hatte er sie auf das Turnier gesehen mindestens genauso. Und ab vom Sportlichen fand ich es keineswegs gut, dass die Proteste gegen die brasilianische Politik den Fußball nicht getrübt hat. Das brutale Vorgehen von Polizei und die staatlichen Repression, die dieses „einwandfreie Fußballfest“ möglich gemacht haben, zeigen nur die Kontinuität der Ignoranz gegenüber der Bevölkerung Brasiliens. Und der Druck, den die brasilianische Nationalmannschaft sich auferlegte war sicherlich über das sportliche hinaus, politisch.

Am Ende bleibt das Fazit einer historischen WM, was insbesondere am Weltmeister festgemacht werden kann; der höchste Halbfinalsieg bei einer WM, Miroslav Kloses 16. WM-Endrundentor und ein Torwart, der das Torwartspiel u.a. im wahrscheinlich schlechtesten Spiel der deutschen Nationalmannschaft vor der ganzen Welt auf ein neuer(es) Niveau gehoben und mit einer nie dagewesenen Einzigartigkeit versehen hat.


(Luke feiert im Maracanã die Weltmeisterschaft, wie es schöner nicht geht, zockend mit Sohn. Das ist Fußball!)

Das war Frankie’s WM-Rückblick.

The Legends keep on falling

Vor UFC 173 hatte der Hype um Renan Barao seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht, auch deswegen, da im Gegensatz zu Jon Jones, Jose Aldo die Anerkennung vergleichsweise gering war.

Renan Barao war bis zum vergangenen Samstag seit 34 Kämpfen ungeschlagen, nur sein Profi-Debut hatte der Brasilianer verloren und seit dem er Mitte 2012 den (Interim-)UFC Titel im Bantam-Gewicht gewonnen hatte, seine Titelkämpfe stets mit KO oder Submission beendet.

Vor dem Kampf hatte sich UFC Präsident Dana White für die Anerkennung des 27-jährigen Ausnahmesportlers ausgesprochen und ihn als Pound-for-Pound besten Fighter des Planeten ins Spiel gebracht, da er in der jüngeren Vergangenheit seine Kämpfe zusätzlich zu seiner außergewöhnlichen Siegesserie nicht zu einer Entscheidung kommen lassen hatte. Ganz nach dem Geschmack des Präsidenten, dessen Satz: „Don’t leave it in the Hand of the Judges“ manchmal gar den ganzen Sport zu überlagern droht (Angesichts katastrophaler Fehlentscheidungen in MMA, aber auch aus dem Boxen bekannt, nicht ganz zu Unrecht).

So sind Jon Jones (Light-Heavyweight Champion), Jose Aldo (Featherweight Champion), Renan Barao, Demetrious Johnson (Flyweight Champion) die Nachfolger einstiger Legenden wie Anderson Silva (Middleweight) oder GSP (Welterweight). Warum der Name Cain Valesquez (Heavyweight Champion) in der Diskussion um die derzeit besten MMA Kämpfer in diesen Aufzählungen oft ausgelassen wird, erschließt sich mir nicht.* Die alten Legenden haben dann 2013 die Tiefpunkte ihrer Karriere erleben müssen. Anderson Silva verlor seinen Titel an Chris Weidman und war zuvor unbesiegt in seiner Karriere gewesen. Der Rückkampf dieses umstrittenen Kampfes (Silva spielte Weidman vor angeschlagen zu sein um dann wirklich den Knockoutpunch zu erhalten) brachte dann nicht nur keinen Aufschluss wer der definitiv bessere war, der Bruch des Unterschenkels von Anderson Silva gefährdet sicherlich auch die Karriere des nicht mehr jüngsten MMA-Artists in der UFC (39 Jahre).

Zwischen diesen beiden anderen Kämpfen erregte ein weiterer Jahrhundertkampf die Gemüter. George St. Pierre (GSP) trat zu seiner 9. Titelverteidigung in Folge gegen Johny Hendricks an. Dieser Kampf geht wohl als eine der umstrittensten Entscheidungen in die Geschichte der UFC , vielleicht sogar des Kampfsports im Allgemeinen ein. Johny Hendricks wurde seines Titelgewinnes nach Ansicht der meisten Experten beraubt und GSP trat nach dem Kampf aus privaten Problemen vorerst vom Sport zurück.

Nun stand am vergangenen Wochenende eine wenig spektakulär erwartete Titelverteidigung von Renan Barao gegen TJ Dillashaw an. Dillashaw, Trainigsmitglied bei Team Alpha-Male und damit Trainingspartner von Urijah Faber (der gerade erst gegen Barao verloren hatte), war über die Fernseh Show „The Ultimate Fighter“ in die UFC gekommen und hatte dort jüngst für Aufmerksamkeit gesorgt. Faber brachte ihn nach seiner verlorenen Titelchance selbst ins Spiel. Bei Wettquoten 8:1 gegen Dillashaw versprach das eigentlich Highlight des Abends Dan Henderson gegen Daniel Cormier zu sein (DC unterstrich seinen Anspruch auf einen Titleshot gegen Jon Jones).

Doch es kam alles anders als erwartet. Joe Rogan (UFC Kommentator) verriet im Vorfeld des Kampfes, dass man bei Team Alpha-Male eine Kardioschwäche bei Barao sehe und daher die Championship-Rounds den Kampf zu Gunsten von Dillashaw entscheiden sollten. Jeder erwartete also, dass Dillashaw den Angriffssturm Baraos überstehen versuchen würde.

TJ Dillashaw dachte aber gar nicht daran den Kampf dem Champion zu überlassen. Äußerst schnell auf den Beinen wechselte der Herausforderer fast permanent seinen Winkel zum Gegner und bestach durch präzises und schnelles Striking. Eine Overhand-Right in der ersten Runde führte zum Knockdown des Champions und dieser schaffte es noch irgendwie im Kampf zu bleiben und sich in die Rundenpause zu flüchten. Der Kampf setzte sich dann unter den umgekehrten Vorzeichen fort und Dillashaw beherrschte den Kampf fast nach Belieben. In der fünften Runde beendete Dillashaw den Kampf mit einer erneuten Schlagkombination und nachfolgenden Ground and Pound, so dass der Ringrichter den Kampf stoppte. TJ Dillashaw hatte alle, aber auch wirklich alle überrascht und konnte am 24.05.2014 Geschichte in der UFC für den überraschendsten Titelgewinn seit Matt Serra gegen GSP sorgen.

Man kann gespannt auf einen Rückkampf sein bedenkt man, dass vielleicht auch Barao seinen Gegner wie alle anderen unterschätzt hatte. Dillashaw, der eigentlich mehr für seine Ringerqualitäten bekannt war, zeigte eines der feinsten Strikings im MMA, etwas was Renan Barao eigentlich für sich selbst beansprucht. Der Schaden den Barao durch den Niederschlag in der ersten Runde erlitten hat, muss eben auch mit einbezogen werden, wenn die Karten demnächst neu gemischt werden. Aber der Auftritt von TJ Dillashaw kann bei einer 5-ründigen Dominanz über einen der besten Pound-for-Pound Fighter auf der Welt nicht unterschätzt werden und vielleicht hat Dillashaw erst jetzt sein wahres Potential bewahrt. Joe Rogan nannte dessen Auftritt als langjähriger Begleiter des professionellen MMA Sportes, „The Best Perfomance I’ve ever seen!“

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*Klar hatte Valesquez jetzt erst 2 Titelverteidigungen nachdem er den Titel von Junior Dos Santos zurück gewinnen konnte, doch die Dominanz mit der er Junior zweifach die Grenzen aufzeigte und in Anbetracht der Situation, dass dieser ebenso zu den Ausnahmetalenten seiner Gewichtsklasse zählt, spricht für ihn. Da Daniel Cormier nun den Weg weg von seinem Trainingspartner Valesquez zu den Light Heavyweights erfolgreich bestreitet, sehe ich niemanden, der den Champion gefährden könnte.

Doping – Eine Sünde allein der AthletInnen?

Das Thema Doping ist seit einigen Wochen wieder in der Medienöffentlichkeit angekommen. Erst wurde die Sprintelite abgesehen von Usain Bolt überführt, Zabel erweiterte seine einst tränenunterfütterte Dopingbeichte, Ulrich druckst neu und doch gem. altem kalten Kaffee über sein mutmaßliches Doping herum und nun soll auch in der westdeutschen Vergangenheit doch systematischer und staatlich forcierter Doping eine Rolle gespielt haben.

Dabei gibt es bei dem Diskurs um Doping doch etwas grundlegendes zu unterscheiden, was letztlich die Rolle der einzelnen SportlerIn definiert. Wie der ehemaliger Mitkommentator Jamaa vor einigen Wochen bzgl. des Themas außerhalb dieses Blogs betonte geht es bei dem Gebrauch von Doping nicht alleine die Fairness des Wettbewerbes, sondern darüber hinaus um einen Schutz der JugendsportlerInnen.

Ich möchte aber zunächst noch einen Schritt zurück gehen und zwei unterschiedliche Kategorien von Sportarten im Leistungsbereich betrachten. Zum einen gibt es nämlich Sportarten, wie z.B. Fussball, Basketball, Judo oder vlt. Turnen bei denen Doping ohne Frage hilfreich ist, aber nicht zu einer Verlagerung der Leistungsgrenze nach oben führt. Mit anderen Worten es ist auch ohne die Einnahme verbotender Substanzen möglich mit entsprechenden Ernährungs- und Trainingsplänen sowie einer erforderlichen hundertprozentigen Bereitschaft für ihren/seinen Sport an das Wettbewerbsmaximum zu gelangen. Auf der anderen Seite gibt es Sportarten wie z.B. Schwimmen, Radfahren oder Leichtathletik insbesondere Sprint- und Wurf/Stoßdiziplinen bei denen ich behaupten würde, dass die Grenzen des Möglichen mit Doping nach oben versetzt wurden.

In der letzteren Kategorie sieht die/der SportlerIn u.U. gar keine andere Möglichkeit als die Einnahme von Doping um in Konkurrenz mit der Leistungselite zu verbleiben. Es ist also eine deutlich zu unterscheidene emotionale Situation einer Athletin oder eines Athleten trotz hundertprozentigen Trainingsaufwandes in Kombination mit vlt. außergewöhnlichem Talent nicht zur Leistungselite gehören zu können. Dieser beschriebene Drucksituation sind die AthletInnen bereits in der Jugend ausgesetzt und genau hier bedarf eines einen eingreifenden Schutzes. Während also z.B. ein Judoka durchaus auf Mittel zur Gewichtsreduzierung oder Konditionssteigerung zurückgreifen kann, ist es für sie oder ihn zumindest nicht notwendig. Die oder der z.B. SchwimmerIn ist bereits in der Jugend mit der Dopingoption konfrontiert um den Anschluss an die Leistungsspitze zu halten. Es ergibt sich also durchaus eine unterschiedliche Wertigkeit bei der Motivation zum Doping es sich zu erleichtern auf der einen Seite und die Notwendigkeit um in der Leistungsspitze zu verbleiben auf der anderen Seite.

Beiden Kategorien gemeinsam ist die von auch von Außen initiierte Drucksituation, die u.a. durch TrainerInnen und Verbände forciert wird. Wenn von dieser Seite ambitionierte Ziele formuliert werden, dann muss man sich nicht wundern, wenn insbesondere in der zweiten von mir beschriebenen Sportkategorie zum Unerlaubten gegriffen wird. Ebenso ist eine entsprechende Medienlandschaft, die den angesprochenen Druck zusätzlich auf die Schultern der Athleten verteilt, nicht von der Schuldfrage auszusparen.

Wenn es also um das Thema Doping geht, dann ist absolut unzureichend dies alleinig als Thema der AthletInnen zu diskutieren. In der Pflicht stehen hier mindestens im selben Umfang TrainerInnen, Sportverbände- und Vereine, Sponsoren sowie die Medien. Letztlich ist die Situation in der die Athletin oder der Athlet zu Doping greift oft genug keine freie Entscheidung insbesondere wenn sich die Drucksituation ohne Doping gar nicht bewältigen zu lassen scheint. Es ist also nicht nur fadenscheinig dies an AthletInnen wie Ulrich, Baumann, Krabbe, Breuer oder sonstigen Namen die evt. in der neuesten Debatte auftauchen werden fest zu machen, als an den Ursachen zur Situation in den die AthletInnen aus ihrer Perspektive vermeintlich keine andere Wahl zu haben scheinen.

So bleibt es darüber hinaus aber auch fraglich, ob eine konsequente Anti-Doping Strategie überhaupt erwünscht ist. Gerade in den angesprochenen Sportarten in denen die Rekorde wahrscheinlich nur noch gedopt möglich sind würde eine neue dopingfreie Situation spektakuläre Rekordjagden ausschließen. Dieser Umstand wird wohl seitens der Sponsoren, der Medien usw. nicht gewollt sein. Die Frage ist, ob er von ihnen auch verhindert wird.

A Tribute to Mike Tyson

Einer, wenn nicht der größte Schwergewichtsboxer in der Historie des Boxens. Der frühe Mike Tyson, trainiert von Cus D‘Amato und Kevin Rooney, im Stile eines Gladiators (solid black Trunks, no socks) beeindruckte der jüngste Schwergwichtsweltmeister in der Geschichte des Boxens (20 Jahre alt gegen Trevor Berbick) nicht nur durch seine enorme Schlagkraft, sondern vor allem durch seine unglaubliche Geschwindigkeit in Händen und Kopfbewegung.

Nun habe ich gerade einen Blog gefunden, der Tysons Karriere nicht besser hätte wiedergeben können, daher hier der Link zu einer auf viele Arten und Weisen einzigartigen Karriere.

The Fighter

„Luck is what happens, when preperation meets opportunity“ *Irish Thunder: The Hard Life & Times of Micky Ward

„Irish“ Micky Ward, gespielt von Mark Wahlberg ist ein Boxer aus dem überschaubaren Lowell, Massachusetts. Zeit seines Lebes steht er im Schatten seines älteren Halbbruders Dicky Eklund (Christian Bale). Dicky hatte einst seinen großen Kampf gegen Sugar Ray Leonard, indem er den großen Sugar Ray sogar auf dem Boden hatte. Die glorreichen Zeiten Dicky’s sind allerdings vorbei, seine heutigen Aufgaben bestehen darin, seine Termine als Trainer seines Bruders nicht allzu unpünktlich wahrzunehmen und seine Cracksucht vor seiner Mutter (Melissa Leo; u.a. bekannt aus den David Simon Produktionen: Homicide und Treme) zu verbergen. Dass er gleichzeitig an der HBO Doku: High on Crack Street: Lost Lives in Lowell mitwirkt, zeigt welchen Überblick Dicky in seinem Leben noch hat. Die Geschichte von „The Fighter“ dreht sich nun um die Entwicklung Micky Ward’s, der trotz widrigster Umstände seine Karriere als Profi – Boxer vorran zu bringen versucht, wozu in erster Linie die Hemmnisse seiner eigenen Familie überwunden werden müssen, dessen White Trash Kontext von der Mutter über den Bruder zu den Schwestern nicht zu leugnen ist.

Vor allem Christian Bale gelingt es in der Rolle des Dicky Eklund einmal mehr zu überzeugen. Nach Rollen wie in „The Dark Knight“ oder „Public Enemies“ bietet ihm der Charakter des Dicky Eklund endlich wieder eine Plattform seine schauspielerisches Potential in seiner ganzen Physis und Tiefe zu nutzen. Ebenfalls herausstellen muss man Melissa Leo, welche in der Rolle der Mutter von Dicky und Micky ihre bisherigen Charaktere vergessen lässt und es ihr gelingt die egoistische White Trash Mutter in einer grausam widerlichen Authentizität auf die Leinwand zu bringen. Dies gelingt der „Gang“ der Schwestern der beiden Brüder im Übrigen vielleicht sogar noch besser.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Bale und Leo für ihre Nebenrollen für den Golden Globe nominiert wurden. Auch dass Amy Adams als Freundin Micky Ward’s in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin Drama“ in Konkurrenz zu Melissa Leo tritt ist nachvollziehbar, die Nominierung Mark Wahlbergs hingegen nicht unbedingt. Er scheint innerhalb des Schauspielensembles von „The Fighter“ immer etwas blasser. Doch vielleicht ist dies auch am Ende der Unterschied zwischen den Golden Globe – Gewinnern und Nominierten, denn schlecht spielt Mark Wahlberg sicherlich nicht, aber eben auch nicht so herausragend, wie in aller erster Linie Christian Bale, der bei den bestehenden Konkurrenten (Jeremy Renner; The Town, Michael Douglas; Wall Street, Andrew Garfield; The Social Network – Ausnahme vielleicht: Geoffrey Rush für The King’s Speech) seine erste Golden Globe Nominierung auch gleich in eine Trophäe umsetzen sollte.

Alles in allem ist „The Fighter“ ein guter Box-Film, der gerade durch die schauspielerischen Leistungen überzeugt, trotz den inhaltlichen Parallelen (zwei Brüder, wahre Geschichte, große Boxer) gelingt es ihm allerdings nicht an ein Meisterwerk, wie Scorseses „Raging Bull“ heranzureichen, welcher den Maßstab aber auch höher kaum setzen konnte.

Hier noch der Link zur HBO Doku: High on Crack Street: Lost Lives in Lowell.

Ole Ole Ole Diego Diego

für immer jemand besonderes

Jiri du wirst fehlen

Er geht.

Jiri Stajner hat seinen Vertrag mit Hannover 96 aufgelöst. Nach acht Jahren, 229 Bundesliga-Spielen, 42 Toren und unzählig gesuchten Zweikämpfen verlässt uns die Fussball – Ikone in Richtung Heimat. Der noch 33 – Jährige (am 27.05 wird er unansehbare 34) möchte seine Karriere in der tschechischen Heimat ausklingen lassen.

Verdient hast du es dir; gegönnt sei es dir nach all den schönen und aufregenden Momenten die du uns hinterlassen hast.

Wir werden dich nie vergessen und in meinem Herzen wirst du immer einer der ganz Großen bleiben.

Sturmhoch über Hamburg

Die Kirchtürme wanken im Takt krachender Donnerschläge. Grelle Blitze durchziehen den pechschwarzen Hamburger Himmel. Die Elbe füllt sich mit unbeschreiblichen Wassermassen, spült die steinernen Deiche fort, als wären sie Schutzwälle aus Sand. Vögel fallen leblos zu Boden, der Wind peitscht Äste und Totenkopfflaggen rücksichtslos über den dreckigen Fischmarkt. Selbst der Kiez ist menschenleer und an dem mit hölzernen Latten verschlagenen Eingang der Ritze prangert eine rautenförmige Tafel. Mit zittriger Hand hat hier jemand geschrieben, in blau weiss rotem Likör: “Heute geschlossen. Sturmhoch im Anmarsch….Dibdibdibbep”

Die Republik ist verunsichert. Droht ihr jetzt der Untergang? Sturmexperte Eric Meijer, der das Hoch noch aus Eindhoven kennt: “Er ist nicht Daisy, er ist auch nicht Pizza“ Meijer beugt sich nach vorne und kühlt sich das kontraktierende Gesicht mit Wasser “Er ist Ruud.” Nervös ergänzt Meijer: “Er wird Deutschland in Schutt und Asche legen. Wie vorher England und Spanien.“

In der Tat jagt die Bilanz von Ruud jeder noch so professionellen Sturmabwehr den Schreck bis ins Mark: In den Jahren 2003 und 2006 hatte er in England und Spanien den mit Abstand tödlichsten Zug zum Tor. In insgesamt 218 Versuchen fielen dem Kraftprotz 141 Tore zum Opfer.
Der Bremer SA-Chef Mertesacker über Ruud: “Er ist eine Killermaschine. Er wird so lange wüten bis es nichts mehr zu wüten gibt”

Die Experten sind sich einig. Ruud wird kommen. Aus Hamburg. Ein Feuersturm über das ganze Land.

Während in der Hansestadt die Helfer die Ruinen des zerfallenen Millerntors beiseite räumen, sitzt einige Kilometer südlich ein schmieriger Peruaner in einem niedlichen Cafe am Fluss. Lässig nippt er an seinem Latte Machiato. Er lehnt sich zurück und steckt seine Sonnenbrille ins ölerne Haar. Dann greift er sich den um die Schulter gebundenen orangegrünen Strickpulli und flüstert: “Ziehen wir uns warm an. Es wird windig”.

Dieter machet nochmal

Da schaffen es die Wolfsburger dann doch wieder, nach hahnebüchenen Personalentscheidungen, wie Felix Magath, setzen sie ihre Tradition nun à la Strunz und Fach fort.

Dieter Hoeneß wird neuer Vorsitzender der Geschäftsführung!

Danke Wolfsburg und ich lob jetzt einfach mal den Tag vor dem Abend. Ihr schafft es nach zwei „Magathschen Chaosjahren“ wieder zurück in die Versenkung. Das viele Geld hat euch davon früher ja auch nicht abgehalten.

In diesem Sinne;
Hoch das DVD – Scouting, weitere so mutige Personalentscheidungen (was macht Erich Ribbeck eigentlich?) und auf zukünftig wolfsburgfreien Profifussball.
Ihr könnt es schaffen, ich glaub an Euch.

Zinédine

Ich finde, da noch keine Person in der Kategorie Sport seine Erwähnung bekommen hat;

Ehre wem Ehre gebührt

Da es durch seine beendete Karriere wahrscheinlich erstmal keinen Anlass mehr geben wird ihn zu würdigen, möchte ich das hiermit tun.

Der letzte grosse 10er

Zinédine Zidane

Immer noch ein bischen Hertha

Und mitten drin steht sie, die Alte Dame aus Berlin. Einsam fröstelnd, knietief im Morast und mutlos nach Halt suchend im bitterkalten, pechschwarzen BuLiwinter. Niemand und Nichts sind mehr da. Sie ist wahrlich, wie sie selbst feststellt: JWD. Janz weit draussen. Auch wenn sie nicht gänzlich allein frieren muss, so haben ihre nächsten Leidensgenossen doch zumindest ab und an Zeit für ein wenig Rast, um mal zu verschnaufen und in das selten durchsickernde Tageslicht zu blicken. Das fördert das Wohlsein und schafft Seligkeit.
Der Alten Dame bleibt dieses Privileg verwehrt: Mit beiden kraftlosen, knochigen Händen um letzte Strohhalme geklammert, sieht sie nur das spärlich schimmernde Licht der roten Laterne.

Ihren Stolz hat sie abgelegt, wie einen alten Mantel, der nicht mehr (zu ihr) passt. Ihre noch im Sommer höchst gegenwärtige, jugendlich-frische Lust, ihre Verliebtheit (auch in sich selbst), verlor sich in der Wirklichkeit des gnadenlos darwinistischen Kampfes um GELD.MACHT.SCHWEIZER KÄSE. Ein langes, berauschendes Sommerfest und nun ein fürchterlich hilfloser und ungelenker Tanz auf dem Eis.
Eine alte Dame, ohne Mantel und mit gesenktem Haupt steht immer noch am Rande des winterlich gefrorenen Sees, der Kristallarena, während die anderen fort gleiten, rutschen, schliddern oder robben. Alle irgendwie in Bewegung, um ans andere, rettende Ufer zu gelangen. Bis zum Frühjahr müssen sie es geschafft haben. Dann setzt der Tau ein und die Scheiße, durch die es dann nunmehr sinnlos und gedemütigt, mit letzten Zügen zu schwimmen gilt, kommt zum Vorschein.

Nein, all das ist der Alten Dame nicht würdig. Viele betrachten ihre missliche Lage mit Häme, Spott und Hässlichkeit. Sie haben, so behaupten sie, die alte Hertha noch nie gemocht und ihr familiärer Anhang bestünde vor allem aus faschistischen Arschlöchern. Arrogant sei sie im Sommer herumstolziert, sich selbst feiernd und dies unangemessen laut und nicht besonders damenhaft.

Mag alles stimmen.

Und doch verspreche ich dir, du altes, kränkelndes Weib, dass ich bei dir bleibe, auch in Zeiten der Cholera.
Ich ertrage deinen Violeta-Mief, ich halte dein armseliges Unterkleid hoch, der letzte Rest der dein schlotterndes Gerippe zu bedecken sucht, damit es nicht weiter beschmutzt und besudelt wird und – um das größte, fetteste und schwerste Opferlamm, das ich für dich zum Altar trage zu zu ächzen – ich schaue dich weiterhin an.

Ich werde nicht behaupten, dass ich dich liebe, denn das tue ich, habe ich nie getan.
Ich werde auch nicht behaupten, dass du schön, attraktiv und mondän wärst, wie es uns dein langjähriger, unanständig unvermögender Patenonkel so lang glauben machen wollte.
Du kannst hässlich sein und schwach und alt.
Das Schicksal, das verfluchte, schöne Berlin, die Heimat, hat mir deine Hand einst gegeben. Ich werde sie nicht los lassen, mögest du noch so sehr stinken, verblühen und veröden.
Ich werde sie drücken.
Immer ein bischen hertha.